SO ENTWICKELN SICH FLÜCHTLINGSZAHLEN IM LANDKREIS Traunstein

Immer mehr "Fehlbeleger" in den Asylbewerberheimen

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Landkreis Traunstein - Die Zahl ankommender Asylbewerber geht weiter zurück - und trotzdem werden die Unterkünfte nicht wirklich leerer. Der Grund: Auch anerkannte Asylbewerber bleiben dort wohnen, weil sie sonst nichts finden.

Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Traunstein geht kontinuierlich zurück: Waren es übers Jahr 2016 stabil zwischen 1800 und 2000 Menschen, sind es aktuell nur noch 1269 (Stichtag 1. August). Flüchtlinge, die einen positiven Asylbescheid erhalten haben, werden hier prinzipiell nicht mitgezählt

Doch trotz dieses Rückgangs leeren sich die Flüchtlingsunterkünfte kaum. Es wohnen immer mehr Menschen in den Heimen, die zwar einen positiven Asylbescheid erhalten haben (und somit nicht mehr als Asylbewerber gelten), aber auf dem freien Markt keine Wohnung finden. "Fehlbeleger" nennen sie die Behörden. Im Mai waren es 313, inzwischen sind es 491. Eigentlich würden anerkannte Flüchtlinge ohne Wohnung als Obdachlose in die Verantwortung der Kommunen fallen, doch der Verbleib im Asylbewerberheim scheint derzeit die praktischere Lösung.

Schaut man sich an, wie die Asylunterkünfte vor Ort ausgelastet sind, trägt Traunreut weiterhin mit Abstand die größte Verantwortung: 326 Menschen, inklusive der Fehlbeleger. Inzwischen gibt es auch wieder acht Gemeinden im Landkreis, in denen keine Asylbewerber wohnen: Ruhpolding, Seeon-Seebruck, Pittenhart, Wonneberg, Taching, Schleching, Kienberg und Staudach-Egerndach. 

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Die nächste Grafik zeigt das Herkunftsland der Asylbewerber: Wie schon seit langem kommen die meisten Asylbewerber im Landkreis aus Afghanistan - aktuell 505. Die Zahl der Syrer sinkt dagegen kontinuierlich: Im Mai 2016 waren es noch 355, im Dezember 178, nun sind es noch 29 Syrer die aktuell im Landkreis Asyl wollen. Hier ist der Hintergrund die hohe Anerkennungsquote für syrische Flüchtlinge (siehe weiter unten). Nach der Anerkennung gelten sie nicht mehr als Asylbewerber.

Fast 94 Prozent aller syrischen Flüchtlinge erhalten auch Asyl. Bei Irakern sind es nur noch knapp 58 Prozent, Afghanen erhalten mit einer Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent Asyl. Bei Pakistanern oder Senegalesen ist die Chance dagegen verschwindend gering.

Beispiel 2016: Damals erhielten etwa 490 Personen im Landkreis einen positiven Asylbescheid (davon etwa 350 Syrer). Zusätzlich wurden 180 Menschen als "subsidiär schutzberechtigt" eingestuft: Ihr Asylantrag wurde zwar (noch) nicht genehmigt, doch vor einer Abschiebung wurden sie geschützt, weil im Herkunftsland Todesstrafe oder Folter drohen.

Anerkennungsquoten

Das Geschlechterverhältnis in den Asylbewerberheimen hat sich inzwischen bei ungefähr 80/20 eingependelt. 

xe (Zahlenmaterial vom Landratsamt Traunstein)

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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