So entwickeln sich Flüchtlingszahlen im Landkreis

Abschiebungen, Herkunft, Wohnort: Die Fakten

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Landkreis Traunstein - Die Anzahl der Asylbewerber stagniert seit Monaten - liegt es auch daran, weil viele inzwischen anerkannt wurden? Wie viele wurden bereits abgeschoben? Wir haben die Zahlen.

Aus den Zahlen wird der rapide Anstieg in den vergangenen Jahren sichtbar - aber auch, dass die Gesamtzahl der Asylbewerber im Landkreis über das Jahr 2016 weitgehend stagniert ist. Außerdem rechnete die Regierung von Oberbayern noch im vergangenen Jahr damit, dass sich heute 5678 Asylbewerber im Landkreis Traunstein befinden werden. Die Prognose traf bei weitem nicht ein.

Traunreut (327), Traunstein (252), Trostberg (169), Grassau (155), Engelsberg (114), Chieming (82) und Inzell (81) sind derzeit die Orte im Landkreis, die die meisten Asylbewerber aufgenommen haben. Doch wie verhält es sich in Relation zur Bevölkerungsanzahl in den jeweiligen Orten? Kein Wunder, hier liegt Engelsberg klar an der Spitze.

Alle Ortschaften an der Spitze haben sogenannte Gemeinschaftsunterkünfte - in Engelsberg oder Grassau auch schon seit vielen Jahren. 894 der Asylbewerber sind in solchen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, ausgelastet sind sie noch nicht: 71 Plätze sind in diesen größeren Unterkünften noch frei.

Die nächste Grafik zeigt das Herkunftsland der Flüchtinge: Wie schon seit langem kommen die meisten Asylbewerber im Landkreis aus Afghanistan - aktuell 691. Ihre Zahl stagniert. Die Zahl der Syrer sinkt dagegen kontinuierlich: Im Mai waren es noch 355, inzwischen nur noch 178. 

Der Grund für die sinkende Zahl der syrischen Asylbewerber liegt auch in ihrer hohen Anerkennungsquote - denn als anerkannte Asylbewerber tauchen sie in diesen Statistiken nicht mehr auf. 484 Personen im Landkreis wurde heuer der Asylantrag genehmigt - allein 344 davon stammen aus Syrien. Zusätzlich zu den 484 Anerkannten sind 180 "subsidiär schutzberechtigt". Ihr Asylantrag wurde zwar (noch) nicht genehmigt, doch vor einer Abschiebung sind sie geschützt, weil im Herkunftsland Todesstrafe oder Folter drohen. Auch bei den "subsidiär Schutzberechtigten" stammt der Großteil aus Syrien (156).

Die Zahl der Abschiebungen ist dagegen verschwindend gering: Neun Flüchtlinge aus dem Landkreis wurden 2016 abgeschoben. 32 reisten freiwillig wieder aus und 15 tauchten unter.

Betrachtet man das Geschlechterverhältnis der Flüchtlinge, wird deutlich, dass immer mehr Frauen in den Landkreis kommen. Der Männeranteil liegt inzwischen noch bei 79 Prozent.

Alle Zahlen stammen vom Landratsamt Traunstein. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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