Landratsamt warnt

Fall von Hasenpest im Landkreis Traunstein festgestellt

Landkreis Traunstein - Das Landratsamt Traunstein warnt vor der Infektionskrankheit Tularämie. Diese wurde bei einem tot aufgefunden Feldhasen im Landkreis festgestellt.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Im Landkreis Traunstein wurde die meldepflichtige, bakterielle Infektionskrankheit Tularämie – auch genannt „Hasenpest“ – bei einem tot aufgefunden Feldhasen festgestellt. In ganz Bayern gab es in den Jahren 2018 und 2019 bereits mehrere Fälle von Hasenpest.

Bei der Tularämie handelt es sich um eine auf den Menschen übertragbare Krankheit (Zoonose). Mögliche Übertragungswege auf den Menschen sind:

  • Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial (z. B. bei der Verarbeitung infizierter Tiere) oder mit kontaminiertem Wasser; in der Folge auch durch Schmierinfektionen, z. B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen. 
  • Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z. B. Hasen) oder anderen kontaminierten Lebensmitteln (z. B. durch Mäusekot kontaminiertes Getreide). 
  • Aufnahme von kontaminiertem Wasser. 
  • Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen (z. B. beim industriellen Waschen und Zerkleinern von kontaminiertem Gemüse, Rasenmähen oder Heubearbeiten). 
  • Stich oder Biss von infizierten blutsaugenden Arthropoden (z. B. von Bremsen, Mücken, Zecken).

Bei vielen Erkrankungsfällen gibt es keine unmittelbaren Anhaltspunkte für die Infektionsquelle. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nicht bekannt.

Die infizierten Tiere sind matt, apathisch und haben Fieber. Auffallend ist der fehlende Fluchtreflex. Die meisten infizierten Tiere verenden nach 4 bis 14 Tagen. Das Veterinäramt empfiehlt, den direkten Kontakt mit infektionsverdächtigen Feldhasen zu vermeiden. Fleisch sollte nur vollständig durchgegart verzehrt werden und der Kontakt mit rohen Innereien komplett vermieden werden. Die allgemeinen Hygieneregeln, wie Einmalhandschuhe, Reinigung und Desinfektion der Hände, Mundschutz etc. sind einzuhalten. Dies minimiert das Risiko einer Infektion erheblich. 

Bei Risikogruppen wie beispielsweise Jägern, Metzgern und Tierärzten sollte der behandelnde Arzt bei Auftreten von grippeähnlichen Symptomen auch auf den Kontakt zu Wildhasen und der im Landkreis Traunstein festgestellten Tularämie hingewiesen werden. Ohne Behandlung kann die Tularämie lebensbedrohlich verlaufen.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

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