"Energiewende geht nur mit den Bürgern"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
„Da geht’s lang“ – in Bergener Gasthaus Hochfelln diskutierte der SPD-Kreisverband Traunstein das Energieleitbild des Landkreises: von links die Sprecherin des Arbeitskreises Umwelt, Monika Berlitz, Dr. Birgit Seeholzer vom Landratsamt Traunstein und SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau.

Landkreis - Neue Ziele in der Energiewende setzt sich die SPD beim Parteitag im Gasthof "Hochfelln". So vertraut man jetzt auf eine vermehrte Bürgerbeteiligung in dieser Sache.

Kreisvorsitzender Dirk Reichenau erinnerte, beim Kreistag wurden die vertretenden Fraktionen aufgefordert, sich bis Ende des Jahres mit dem Entwurf des Energie-Leitbildes zu befassen und aufgefordert, Beschlussvorschläge wie auch Ergänzungen zu erarbeiten.

Reichenau begrüßte grundsätzlich den Entwurf, betonte seine Notwendigkeit und bedauerte, dass die Aussagen zur Stromversorgung zu wenig seien.

Nach seinen Worten muss der Entwurf auch neben der Aussage zum Atomausstieg den Klimaschutz, die Dezentralisierung in der Energieversorgung und die kommunale Daseinsvorsorge als wichtige Kriterien beinhalten. Weiter hieß es, die SPD werde mit Nachdruck die Hinwendung von fossilen zu erneuerbaren Energieträger betreiben und bedankte sich bei Monika und Dieter Berlitz, Peter Aumeier, Siegfried Wallner und Dieter Hahn, die dem Arbeitskreis Umwelt im SPD-Kreisverband angehören und sich eingehend mit dem Entwurf beschäftigt haben. Er würdigte dabei besonders das Engagement von Monika Berlitz, die Vorsitzende des SPD-Arbeitskreises Umwelt im SPD-Kreisverband ist.

Frau Berlitz erläuterte die von ihrem Arbeitskreis erarbeiteten Ergänzungen zum Entwurf des Energie-Leitbildes und verwies darauf, die Präambel muss beinhalten, dass sich mit dem Kyoto-Protokoll einschließlich der Vereinbarung mit der EU sich Deutschland dem aktiven Klimaschutz verpflichtet hat. Weiter soll festgehalten werden, dass das Ziel ist die C02-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren.

Darüber hinaus muss interessierten Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, sich an der Erarbeitung von Zielsetzungen und Handlungskonzepten sowie an der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen aktiv zu beteiligen.

Berlitz meinte noch, auch verankert werden muss der Satz, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien bereits heute auf das Engagement von einzelnen Bürgern oder Bürgergruppen basiert. „Diesen Prozess müssen wir weiter fördern“, sagte sie. Ergänzend meinte sie noch, dadurch wird die Akzeptanz von neuen Anlagen gefördert und das Kapital bleibt für erforderliche Investitionen in der Region.

Als weitere wichtige Kriterien, die in den Entwurf aufgenommen werden müssen, nannte Berlitz neben der Stromversorgung, Wärme, Verkehr, Energieeinsparung und die Effizienzsteigerung und ging auf die erneuerbaren Energien Wasserkraft, Geothermie, Biomasse, Windkraft und den Solarstrom ein.

Auch sprach sie über die erfolgreiche Arbeit des Sonnenkreises, die weiter intensiviert werden muss und freute sich dabei über die Einbindung der Bürger in den Arbeitsgruppen.

Dr. Birgit Seeholzer, Leiterin für Abfallwirtschaft und Energiemanagement für den Landkreis Traunstein, referierte über das Energiekonzept des Landkreises Traunstein mit dem Energieziel, für das Jahr 2020. Als globale Themen nannte sie die Begriffe Ernährung, Rohstoffe, Wasser und Energie und äußerte sich über die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland. Der aktuelle Preis beträgt im Bundesdurchschnitt 84,50 Euro pro 100 Liter, stellte sie fest. Dr. Seeholzer stellte den „Sonnenkreis“ Traunstein vor und sagte, das Ziel ist, im Jahr 2020 soll 100 Prozent des Strombedarfs für Haushalte, Kommunen und Gewerbebetriebe aus regenerativen Energien erzeugt werden. Zudem sprach sie sich für einen Mix aus allen fünf erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Geothermie, Biomasse, Solarstrom und Windkraft) aus und meinte, der Landkreis Traunstein habe gute Voraussetzungen dafür.

Nach ihren Worten ist im Landkreis besonders viel Biomasse, Wasser und zum Teil auch Wind vorhanden. Des Weiteren verfügt der Landkreis über genügend Photovoltaikanlagen und eignet sich für Geothermie.

Es schloss sich eine Aussprache über die Referate an. Leiter der Diskussion war Kreisrat Hans-Michael Weisky. Mehrheitlich wurde der Änderungsantrag für das Energie-Leitbild des Kreises angenommen.

Pressemitteilung SPD-Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser