"Ich bin doch kein Hampelmann!"

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Der Traunsteiner Religionslehrer Sebastian Schuhbeck
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Traunstein - Der Domain-Streit zwischen Sterne-Koch Alfons Schuhbeck und dem Traunsteiner Lehrer Sebastian Schuhbeck wird wohl doch vor Gericht gehen: "Dann fechten wir es halt aus!"

Immer wieder betont Sebastian Schuhbeck, Religionslehrer und entfernter Verwandeter des Sterne-Kochs, dass er eigentlich nur seine Ruhe haben und eben seine Domain www.schuhbeck.com behalten wolle. Auf diese Domain, die sich seit 2004 im Besitz des Traunsteiners befindet, erhebt Alfons Schuhbeck, stellvertreten durch seine Marketingabteilung, Anspruch. Seit 2010 versuchen die Mitarbeiter des Kochs, die Web-Adresse zu bekommen. Mit Forderungen, Geldangeboten und Klagedrohungen. Ohne Erfolg.

Sterne-Koch Alfons Schuhbeck

Sebastian Schuhbeck mag einfach nicht: "Dass es mir nicht um Geld geht, habe ich mehrfach ganz deutlich kundgetan. Ich will meine Domain ganz einfach behalten und weiter verwenden." Vor allem die "Gutsherrenmentalität", mit der hier verhandelt werde, stört den Pädagogen gewaltig. Er wolle sich nicht wegnehmen lassen, was seit vielen Jahren rechtmäßig ihm gehöre, und was er auch nicht zum Nachteil des prominenten Namensvetters nutze. Auf www.schuhbeck.com unterhält der Traunsteiner Lehrer einen Infoseite für Religions-Lehrer. Nichts mit Kochrezepten, nichts mit Gewürzshops, nichts mit Kokettieren mit dem berühmten Alfons Schuhbeck.

Aber die Gegenseite lässt nicht locker. Im Dezember 2011 hätte die Sache nun bereits vor dem Landgericht München I verhandelt werden sollen. Die Anwälte des berühmten Schuhbeck zogen hier aber im letzten Moment die Notbremse. Der Prozess wurde auf den 26. Juni 2012 verschoben. Bis dahin wollten die Parteien versuchen, sich doch noch ohne Gang vor den Richter zu einigen.

Der erscheint Sebastian Schuhbeck mittlerweile aber als unausweichlich: Zum Vergleichansgebot, das die Alfons-Schuhbeck-Anwälte ihm im April zukommen ließen, sagt er: "So nicht!" 

Im Vorschlag, der chiemgau24.de vorliegt, darf Sebastian Schuhbeck seine Domain behalten, aber die Vertreter von Alfons Schuhbeck erheben einige Forderungen:

-  Auf der Startseite müsse die Frage gestellt werden, ob der Besucher nun zu Alfons Schuhbeck oder Sebastian Schuhbeck wolle (mit entsprechender Verlinkung)

- Sebastian Schuhbeck müsse sich verpflichten, auch zukünftig keine kommerzielle Website zu betreiben.

- Sebastian Schuhbeck müsse sich verpflichten, die Domain an Alfons Schuhbeck zu übertragen, wenn er sie nicht mehr selbst und höchstpersönlich aktiv betreibe

- Jeder solle seine angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten selbst tragen.

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Jede einzelne dieser Forderung treibt dem Lehrer die Galle hoch: "Ja, wo kämen wir denn da hin?" Die einzig, "saubere" Lösung, den ganzen Streit noch ohne Prozess aus der Welt zu schaffen, sei die "rechtzeitige Rücknahme der Klage durch die Gegenseite und die Erstattung meiner Unkosten". Erst dann "samma wieda guad". Zu anderen Kompromissen ist der Lehrer nicht mehr bereit. Sebastian Schuhbeck: "Ich nenne es die Alles-zurück-auf-Start-Lösung. Ansonsten fechten wir das Ganze halt vor Gericht aus. Ich bin nun wirklich kein Hampelmann, der sich mit dem Hinweis auf einen vermeintlichen Promistatus vom eigenen Acker verjagen lässt."

Der Lehrer fährt auch schon mal die Geschütze auf. Seinen Fall, der als Markenrechtsklage geführt wird, hat er jetzt einem Münchner Spezialisten für IT-Recht übertragen.

Wir bleiben für Sie an der Geschichte dran.

(ck/chiemgau24.de)

Quelle: chiemgau24.de

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