Kinderchor aus Uganda gibt Konzert

+
Mit viel Begeisterung singen und spielen die Schulkinder und erzählen dabei aus ihren oft sehr schwierigen Lebensverhältnissen und der Hoffnung, die sie aus ihrem christlichen Glauben schöpfen.

Bergen/Imst - Ein Konzert der besonderen Art gibt ein Kinderchor aus einem Waisenhaus in Uganda am Hochfellnhaus unter dem seit 125 Jahren bestehenden Hochfellnkreuz.

Nachdem bereits im Jahr 2008 ein Chor durch den deutschsprachigen Raum "getourt" ist, sind die 16 Kinder aus Uganda im Alter von 7 bis 16 Jahren mit ihren acht Mitarbeitern aus Österreich und dem ugandischen Ort Mukono nun seit rund zweieinhalb Monaten in Deutschland und Östereich unterwegs. Am Donnerstag, 19. Mai, kommen sie zu uns in die Region. Sie bereiten sich auf drei Konzerte vor, die der Chor geben wird. Neben einem Konzert in der Krankenhauskapelle in Traunstein, der für die Patienten und Mitarbeiter im Krankenhaus organisiert wird, und einem Auftritt in der Baptistengemeinde in Freilassing ist ein Konzert, das an diesem Sonntag, 22. Mai, auf dem Gipfel des Hochfelln stattfindet, einer der Höhepunkte der Tour, die die jungen afrikanischen Kinder von Fürth über Frankfurt in das ostdeutsche Müritz bis nach Klagenfurt geführt hat.

Mit viel Begeisterung singen und spielen die Schulkinder und erzählen dabei aus ihren oft sehr schwierigen Lebensverhältnissen und der Hoffnung, die sie aus ihrem christlichen Glauben schöpfen. "Mit ihrer Musik drücken sie Leben aus", sagte die Österreicherin Maria Prean, die die Arbeit in Uganda in kleinen Verhältnissen begonnen hat und heute einer vielfältigen Arbeit auf dem 65 Hektar großen Areals vorsteht, dessen Name für viele ugandische Kinder Programm geworden ist: "Land of hope" (Land der Hoffnung). "Diese Begeisterung war für uns Anlass, aus den Kindern unserer Grundschule einen Chor zusammen zu stellen" so Prean. Ergänzt wird das Konzert am Hochfelln noch durch Afrika-Bilder, die der Traunsteiner Künstler Michael Leitermann gemalt hat und auf dem Hochfelln ausstellt. Daneben gehen die Kinder am kommenden Dienstag in die Grundschule Bergen, in der ein gemeinsames Frühstück organisiert wird. Dabei wird die junge Siegsdorfer Film-Regisseurin Janina Hüttenrauch den Schulkindern aus beiden Kontinenten einen Film über die Vereinsgründerin und die Arbeit in Uganda zeigen, für den sie die rüstige 72-jährige auf ihren Reisen nach Afrika begleitet hat.

Organisiert wird die Konzerttour von dem Verein "Vision für Afrika, Verein christlicher Nächstenliebe", der seinen Sitz in Imst in Tirol hat. Der "deutsche Ableger" ist von Hufschlag aus tätig. Der vor einigen Jahren verstorbene Traunsteiner Architekt Heinz Böhne hat die Arbeit des Hilfswerks auch in Oberbayern bekannt gemacht, das unter anderem über viele Jahre Hilfsgüter vom Landkreis Traunstein aus nach Uganda schickte. Viele Bürger der Region haben Kinderpatenschaften für die Waisen in dem afrikanischen Land übernommen. Der christliche Verein betreibt in Uganda Kindergärten, Grund- und Berufsschulen und soziale Einrichtungen. Mehrere Tausend Kinder werden dabei unterstützt, um ihnen eine Schulaussbildung und im Anschluss daran eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Weitere Hiflsprojekte wie beispielsweise eine Arbeit unter Strafgefangenen, eine Klinik und der Bau eines Abwassersystems mit einer eigenen Kläranlage runden die sozialen Projekte des Vereins ab.

Das Konzert, das in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Bergen stattfindet, ist in das Festprogramm anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Hochfelln-Seilbahn eingebettet: "Touristisch gesehen freut es mich sehr, dass der Chor am Hochfelln gastiert. Das Konzert passt wunderbar zu den zahlreichen Events, die wir in diesem Jahr anlässlich des 40. Geburtstages der Hochfelln-Seilbahn veranstalten" sagte der Leiter der Tourist-Information, Wolfgang Helldobler. Firmen aus der Region haben den Besuch der Kinder aus Afrika finanziell begleitet: "Dankbar sind wir auch für die Unterstützung durch einige Firmen in der Region, die den Auftritt ermöglichen" sagte Anja Bachler aus Siegsdorf, die den Besuch mit organisiert hat und nannte hier exemplarisch die Beherbergung durch die Firma Adelholzener Alpenquellen, die wie schon 2008 wieder für die Übernachtungsmöglichkeiten des Chors und seiner Begleitung gesorgt haben und die Hochfelln-Seilbahnen, die die Bewirtung für die Kinder am Berg übernehmen.

Die kühlen Temperaturen der letzten Tage sind zwar nicht ganz so das, was die jungen Sänger aus Afrika gewohnt sind, und der teilweise in diesen Tagen zurückgekommene Schnee auf den Berggipfeln passt so gar nicht in die Wetterlage, die vergleichsweise in Afrika herrscht. Aber auf ihrer nun schon über zwei Monate dauernden Tour und vor allem in ihrer Zeit in Uganda haben sie Vieles erlebt, was sie gelassen auf die verschiedenen Situationen in einer für sie fremden Kultur mit völlig unterschiedlichen Gegebenheiten reagieren lässt: "Uns und unseren Gott bringt so schnell nichts aus der Fassung" war beispielsweise das Fazit der jungen Chormitglieder nach einer Woche mit vielen Herausforderungen in Chemnitz. Überall wurden die ugandischen Kinder herzlich empfangen. Bei einem Konzert vor der örtlichen Polizei in Heilbronn bekam der Hilfsverein 1,8 Tonnen Polizeiuniformen für Uganda geschenkt, Polizisten in Uniform mit Handschellen und Schusswaffen tanzten anschließend mit den Kindern zu den rythmischen afrikanischen Klängen. In Müritz in den Neuen Bundesländern gab der Chor vor 400 Zuhörern eines christlichen Seminars ein Konzert.

Das Konzert auf dem Hochfelln findet am Sonntag, 22. Mai, um 13 Uhr statt. Bei schlechtem Wetter wird der Auftritt in den Bergener Festsaal verlegt. Bei unsicherer Wetterlage besteht die Möglichkeit sich unter der Telefon Nummer 08662 - 8511 über den Veranstaltungsort zu informieren. Das Konzert eignet sich gerade auch für Familien mit Kindern, für die es für die Fahrt auf den Gipfel ermäßigte Karten in Form von Familienkarten gibt. Vor allem Kinder und Jugendliche haben nach dem Konzert die Möglichkeit, sich mit den Gästen aus Afrika zu unterhalten und die eine oder andere erste kleine Freundschaft zu beginnen oder sich einfach mit den Gästen aus Uganda zu unterhalten, die alle recht gut Englisch sprechen. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Freiwillige Spenden werden vom Veranstalter für den geplanten Bau eines neues Schulgebäudes auf dem Areal der Missions- und Sozialarbeit in Uganda genutzt.

awi

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser