Jugendliche sammeln Ideen zum Thema Mitwirkung

Traunstein - Mehr Angebote und Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Stadt Traunstein wünschten sich die Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung im Jugendtreff.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die jüngeren Einwohner stärker in die Diskussion und Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene eingebunden werden können. Zu dem Abend eingeladen hatte der Jugendreferent des Traunsteiner Stadtrates, Wolfgang Lenz, der die Diskussion auch moderierte. „Von einem offenem Jugendforum in lockerer Folge bis hin zu einem regelmäßigen Jugendausschuss mit beratender Funktion gibt es die unterschiedlichsten Modelle. Wir möchten heute wissen, wie ihr darüber denkt“, sagte Lenz zur Eröffnung der Frage- und Antwortrunde.

Schon der Blick ins Publikum machte deutlich, dass die Traunsteiner Jugendlichen sich durchaus für das Thema interessieren – denn unter den ca. 30 Anwesenden waren etwa doppelt so viele Jugendliche wie Erwachsene. Allerdings war zumindest in der ersten haben Stunde das Verhältnis der Wortmeldungen eher umgekehrt, weshalb Oberbürgermeister Manfred Kösterke die Jugendlichen aufforderte, doch einmal selbst zu sagen, in welchen Bereichen sie sich mehr Mitwirkung wünschen und konkreten Handlungsbedarf sehen. „Wir können nur etwas verändern, wenn wir wissen, was sich die Jugendlichen überhaupt vorstellen.“ Auf den Einwand einer Schülerin, in Traunstein gebe es zu wenige Angebote für das jüngere Publikum, entgegnete Kösterke, dass Kinder- und Jugendthemen für die Stadt einen sehr hohen Stellenwert haben. „Aber leider wird in der Zielgruppe oft nicht wahrgenommen, was wir in diesem Bereich alles leisten.“ Die Stadt investiere jedes Jahr Millionen von Euro in die Ausstattung der Kindergärten und Schulen, in die Finanzierung des Jugendtreffs und von Freizeitangeboten sowie in die Förderung der Nachwuchsarbeit in den Vereinen.

Werner Zurowetz, Mitglied im Jugendrat des Traunsteiner Jugendtreffs, gab zu bedenken, dass man über die Vereine viele Jugendliche nicht erreichen könne: „Wenn die Eltern ihre Kinder nicht in einen Verein schicken, weil sie sich zum Beispiel den Beitrag nicht leisten können, sitzen die Jugendlichen wieder nur im Stadtpark oder am Bahnhof und trinken Alkohol.“ Vor allem in solchen Problemfällen sollte die städtische Jugendarbeit den Betroffenen eine Perspektive bietet. „Ich würde mit wünschen, dass ein Jugendforum Vorschläge erarbeitet, wie diese Perspektive aussehen könnte.“ Lisa Krininger, Schülerin an der Fachoberschule in Traunstein, bekräftigte: „Wir möchten mitarbeiten bei Themen, die Jugendliche betreffen und wir möchten mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche realisieren, vor allem auch für solche aus weniger begüterten Familien.“ Aus anderen Orten im Landkreis wisse sie, dass Jugendliche sehr wohl in der Lage seien, ihre Angelegenheiten selbst zu organisieren. „In Traunstein gibt es seit inzwischen drei Jahren einen Seniorenbeirat speziell für die Anliegen der älteren Bürger. So etwas brauchen wir auch für uns Jugendliche.“

Eine ganze Reihe von Vorschlägen wurde zu der Frage gemacht, wie man Kinder und Jugendliche konkret für die Mitarbeit in einem Gremium gewinnen kann. Joshua Franzen, Mitglied der Schülermitverwaltung an der Reiffenstuel-Realschule, möchte vor allem an den Schulen werben, um das Projekt auf eine breite Grundlage zu stellen. Stadtratsmitglied Karl Schulz (CSU) ergänzte, dass auf jeden Fall auch die Vereine eingebunden werden müssen: „Denn in Traunstein läuft die Jugendarbeit vor allem in den Vereinen.“ Wilfried Schott von der Grünen-Stadtratsfraktion forderte die Jugendlichen auf, ihre Chance zu nutzen und in ihren Schulen und Vereinen um Unterstützung zu werben: „Wenn sich niemand an einem solchen Projekt beteiligt, ist es zum Sterben verurteilt.“ In die gleiche Richtung ging die Wortmeldung von Ursula Lay (UW): „Die Gefahr ist, dass von Erwachsenen oft an den Kindern und Jugendlichen vorbei geplant wird.“ Der Fördervereins-Vorsitzende des Jugendtreffs Traunstein, Christian Maier, und Kreisjugendpflegerin Uli Himstedt zeigten sich erfreut, dass alle anwesenden Stadtratsvertreter eine stärkere Einbindung von Jugendlichen grundsätzlich begrüßten: „Die Voraussetzung für eine funktionierende Einbindung der Jugend ist, dass der Stadtrat hinter einer solchen Vorgehensweise steht.“

Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte das Angebot, dass die Stadt über die Schulen und Vereine alle Kinder und Jugendliche aus Traunstein zu einer Ideenwerkstatt einladen wird, um Vorschläge für das weitere vorgehen zu sammeln. „Vor allem müssen die Jugendlichen selbst sagen, wie sie sich die Zukunft der Jugendarbeit vorstellen“, so Kösterke. Jugendreferent Wolfgang Lenz betonte zum Abschluss noch einmal, dass die Erwachsenen nur einen Anstoß geben können. „Aber alles andere muss aus den Reihen der Jugendlichen selbst kommen.“

Pressemeldung der Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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