Jugendliche sprachen Klartext

+
Im Nachgang zur Diskussion suchten die Jugendlichen das persönliche Gespräch mit den Kommunalpolitikern. Ihnen stand auch Landrat Steinmaßl Rede und Antwort.

Traunstein - Überfüllte Schulbusse, lange Weg zu Turnhallen: Zehn Kommunalpolitiker standen Schülern auf einer Veranstaltung des Kreisjugendrings Rede und Antwort.

Zehn Kommunalpolitiker standen Schülern aus dem Landkreis in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums in der Kreisstadt auf einer Veranstaltung des Kreisjugendrings Rede und Antwort. Die Diskussion moderierte Christian Hanreich.

"Turn-Tourismus"

Auch die in der letzten Veranstaltung aufgeworfene Frage nach einem offenen Sportplatz an der Traun und das Thema eines "Jugendzentrums" in Traunstein kamen auf den Prüfstand. Oberbürgermeister Manfred Kösterke hatte gute Nachrichten: Die Stadt Traunstein habe die Güterhalle von der Bahn erworben und gehe nun an die Realisierung des Projektes. Auch für die Jugendlichen der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule hatte er eine erfreuliche Mitteilung parat. Die Stadt werde den Freiplatz an der Schule im kommenden Jahr neu bauen und dort Sportanlagen wie zum Beispiel eine Kugelstoß-Anlage errichten. Der derzeit lange Weg zum Sportunterricht - und zwar zum landkreiseigenen Stadion am Viadukt - werde bald der Vergangenheit angehören. Und auch einen vor Vandalismus sicheren, öffentlichen Basketballplatz am Sportzentrum in Empfing kündigte er als direkte Reaktion auf die Jugendwünsche für das kommende Jahr an.

Schüler des AKG kritisierten, dass sie nach wie vor keine eigene Turnhalle hätten. Sie sprachen von einem "Turn-Tourismus": vom Zwang, auf Reisen in andere Hallen gehen zu müssen, wenn sie Sport haben. Landrat Hermann Steinmaßl sagte, dass sich nur mittel- bis langfristig etwas ändern könne.

AKG-Schülersprecherin Leslie Geisberger betonte, dass das AKG "aus allen Nähten platze". Der Landrat entgegnete ihr, dass er mittelfristig weniger Schüler erwarte: "Die neue Qualität an den Mittelschulen wird einen Ausgleich geben."

Kritik am ÖPNV

Die Schüler kritisierten Unzulänglichkeiten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Daniela Kress aus Inzell hoffte etwa auf eine bessere Busverbindung, die an Abendstunden und am Wochenende zusätzliche Fahrten ermögliche. Helmut Kauer (ÖDP) machte mit Sepp Hohlweger (Grüne) und Landrat Steinmaßl deutlich, dass es im kommenden Jahr ein überarbeitetes Verkehrskonzept im Landkreis geben werde, das solche Schwachpunkte hoffentlich beseitigt.

Aus den Reihen der Schüler gab's unter anderem auch kritische Stimmen zu den Themen Kosten für Schulbusse und "hoffnungslos überfüllte Busse". AKG-Schülersprecherin Geisberger gab den Kommunalpolitikern aus einer Schülersprecherversammlung Tipps für eine Begrenzung der Buskosten.

Zu der in Schüler-Wortbeiträgen geäußerten Thematik, dass viele Läden beispielsweise in Inzell oder Siegsdorf leer stehen, sagten mehrere Podiumsteilnehmer, dass diese Problematik alle Bürger vor Ort betreffe. Dirk Reichenau (SPD) warb dafür, statt in großen Einkaufszentren lieber beim Bäcker und Metzger um die Ecke einkaufen zu gehen. Alfons Baumgartner (Bayernpartei) und Thomas Kamm (UW) schlugen in die gleiche Kerbe: Man müsse sich beim Einkaufen mehr Gedanken machen.

Die Regionalwährung Chiemgauer helfe, den regionalen Wirtschaftskreislauf zu fördern. Kamm regte an, die Thematik Regionalwährung mehr in den Unterricht an den Schulen einzubringen.

Einig waren sich die Teilnehmer unter anderem auch, dass ein Jugendparlament, das Sandra Sonntag (FDP) angestoßen hatte, in der Region eine gute Plattform wäre, Fragen und Ideen rund um die Anliegen der Jugendlichen zu bündeln und auf Kreisebene einzubringen. Auch der Besuch von öffentlichen Sitzungen, von Gemeinde- und Stadtratssitzungen wurde den Jugendlichen ans Herz gelegt, um sich aus erster Hand über regionale Themen zu informieren.

wz/Chiemgau Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser