Feuerwehr war jeden zweiten Tag im Einsatz

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Das Abzeichen für 40 Jahre aktive Dienstzeit erhielten (von links) Fritz Klemke, Ernst Ditsch und Peter Färbinger. Die Abzeichen übergab Stadtbrandmeister Werner Huber (Zweiter von rechts), der von Feuerwehrarzt Dr. Gerhard Binder (rechts) unterstützt wurde.

Traunstein - Statistisch gesehen war die Feuerwehr Traunstein im vergangenen Jahr in etwa jeden zweiten Tag im Einsatz. Wie nun bekannt wurde, musste sie insgesamt 198-mal ausrücken.

Dem Kommandantenbericht, den Stadtbrandmeister Werner Huber für den erkrankten Stadtbrandinspektor Manfred Dandl bei der Jahreshauptversammlung im "Sailer-Keller" verlas, war zu entnehmen, dass die Wehr 2010 insgesamt 198-mal ausrücken musste. Beim vorangegangenen Wortgottesdienst hatte Stadtpfarrer Georg Lindl die für rund 5700 Euro restaurierte Fahne gesegnet.

Von den 198 Einsätzen fielen 172 im Stadtgebiet an, 26-mal mussten die Traunsteiner Feuerwehrdienstleistenden bei größeren Schadensereignissen ihren Kameraden im Landkreis zu Hilfe eilen. "Bei den Einsätzen fällt die Zahl von zehn Alarmierungen zu Großbränden im Landkreis auf", so Huber.

Die Traunsteiner Wehr besteht aus 107 Aktiven. Sie leisteten 2010 zusammen 4392 Einsatzstunden. Von den Einsätzen entfielen 24 auf Brände. Die restlichen Einsätze verteilten sich auf technische Hilfeleistungen von der Wohnungsöffnung über Hochwasser bis hin zu Verkehrsunfällen. Um auf die Einsätze vorbereitet zu sein, wurden 31 Übungsabende mit 8542 Stunden abgehalten. "Mit 12934 Arbeitsstunden war 2010 wieder ein Jahr mit viel Arbeit", stellte der Stadtbrandmeister fest. In den vergangenen sechs Jahren, in der Stadtbrandinspektor Dandl und er die Traunsteiner Feuerwehr geleitet hätten, seien 74.197 Einsatz- und Übungsstunden angefallen. "Rechnet man einen Bruttolohn von 35 Euro, ergibt das knapp 2,6 Millionen Euro, die für die Bürger unserer Stadt erbracht wurden." Huber überreichte Ernst Ditsch, Peter Färbinger und Fritz Klemke das Abzeichen für 40 Jahre aktive Dienstzeit. Das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst wird ihnen bei der Kommandantentagung übergeben.

Zusammen mit Jugendwart Alexander Huber habe er 2010 17 Jugendliche übernommen, erklärte Zweiter Jugendwart Christian Buchner. Er bedauerte, dass dieser Personalstand nicht gehalten werden konnte. Heute besteht die Jugendgruppe aus 13 Jugendlichen. Aktionen wie "Girls' Day" und Boys' Day" hätten "leider" nicht den erhofften Erfolg in der Nachwuchswerbung gezeigt. Die Ausbilder und Jugendlichen leisteten zusammen 1970 Übungsstunden.

Von den Leistungszahlen beeindruckt zeigte sich Kreisbrandmeister Heinz Handrick. Diese seien nur mit einer hochmotivierten und gut ausgebildeten Mannschaft möglich. 2010 sei ein Jahr der Extreme gewesen, zum Beispiel durch den Felssturz in Stein, schwere Unfälle und etliche Großbrände. "Zudem verursachen die Alarme von Brandmeldeanlagen (BMA) zunehmend Arbeit." Der Feuerwehrdienst könne nur mit ausreichend Personal aufrechterhalten werden. Deshalb sei die Jugendarbeit wichtig, um sich den Nachwuchs heranzuziehen. Die knappen finanziellen Spielräume der Kommunen machten deutlich, wie wichtig die gute Zusammenarbeit untereinander sei. Schließlich ehrte Handrick noch Michael Fraunhofer mit dem silbernen Feuerwehrehrenzeichen für 25 Jahre aktive Dienstzeit.

Bei der Neuwahl des Feuerwehrvereins wurde Herbert Enthofer, der dem Verein seit 1993 vorsteht, im Amt bestätigt. Von Franz Reitschuh übernahm Johannes Thanbichler den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Schriftführer beziehungsweise Kassier blieben Robert Scholz und Ernst Haider. Beisitzer wurde Christoph Ditsch. Kassenprüfer sind weiterhin Dr. Gerhard Binder und Hans Öggl.

Für den Verein nahm der Vorsitzende die Ehrung langjähriger Mitglieder vor. Eine Ehrenurkunde für 50-jährige Mitgliedschaft bekam Manfred Ertl. Seit 40 Jahren im Verein sind Ernst und Kurt Ditsch, Peter Färbinger, Fritz Klemke und Reinhard Tiller. Auf 25 Jahre Mitgliedschaft kann Michael Fraunhofer zurückblicken. Der neuen Schulleiterin des Sonderpädagogischen Förderzent-rums Traunstein, Kira Nay, übergab Enthofer einen Scheck über 2500 Euro, die aus dem Erlös der "Aktion Christbaum" stammen. Sie sagte, dass das Geld direkt ihren Schülern zugute komme, weil es für den vom Förderverein der Schule organisierten Förderunterricht verwendet werde.

Den Vereinsjahresrückblick gab Schriftführer Scholz. Bei der 38. "Aktion Christbaum" wurden von rund 60 Mitgliedern der Feuerwehren Traunstein und Haslach fast 1400 Bäume eingesammelt. Elfmal war die Fahnenabordnung im Einsatz. Als weitere Veranstaltung zur Pflege der Kameradschaft zählte Scholz die ver-einsinterne Kegelmeisterschaft, das Fastenfest, die Grillfeier mit den Patenvereinen Surberg und Siegsdorf sowie die Teilnahme an der Stadtmeisterschaft im Schießen bei der SG "Trauneck" auf.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke lobte den Einsatzwillen und die Einsatzbereitschaft und würdigte auch die Bereitschaft der Arbeitgeber, die noch bereit seien, ihre Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst freizustellen. Zum Rückgang der Personalstärke der Jugendgruppe sagte Kösterke: "Dies ist kein Einzelfall und gilt auch für andere Vereine." Die Jugendarbeit sei aber maßgebend für eine gut ausgebildete Feuerwehr.

Der neue Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Traunstein, Rainer Wolf, hob die gute Zusammenarbeit hervor. In Zeiten von Personalengpässen bei der Polizei sei eine enge Kooperation mit der Feuerwehr, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen oder Bränden, besonders wichtig. Der Feuerwehr gelte der Respekt der Polizei, weil die Feuerwehrleute ihren Dienst im Gegensatz zur Polizei ehrenamtlich leisteten. Der Vorsitzende des Haus- und Grundstücksbesitzervereins Traunstein, Dieter Gätzschmann, übergab dem Vereinsvorsitzenden Enthofer als Anerkennung einen Geldbetrag.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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