Abschussplan: Jäger erlegten fast 7900 Rehe

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Waging/Traunstein - Im vergangenen Jagdjahr erlegten die Jäger im Landkreis Traunstein 7867 Rehe und erfüllten damit den Abschussplan zu 98 Prozent.

Diese Zahlen nannte Jagdberater Andreas Wimmer bei der Hegeschau der Kreisgruppe Traunstein im Bayerischen Jagdverband (BJV) im Strandkurhaus in Waging, die die Rupertiwinkler Jagdhornbläser musikalisch gestalteten.

Zudem erlegten die Jäger 1045 Hasen und 1074 Füchse. "Während vor zwei Jahren noch 28 Wildsauen geschossen wurden, waren es im abgelaufenen Jagdjahr nur noch sieben Stück Schwarzwild. Die befürchtete Sauenexplosion ist bis jetzt also nicht eingetreten", stellte er weiter fest.

Jagdberater Alois Speicher befasste sich mit dem Rotwildabschuss: In der Hochwildhegemeinschaft "Chiemgau West" wurden in den Gemeinschaftsjagdrevieren 151 von 169 (89,35 Prozent) der im Abschlussplan vorgegebenen Stück Rotwild und in den Staatsjagdrevieren 84 von 119 (70,59) erlegt. In "Chiemgau Ost" wurden in den Gemeinschaftsjagdrevieren neun von 22 (40,9) und in den Staatsjagdrevieren 61 von 105 (58) geschossen. Dort seien Reviere dabei, "die haben einfach nicht mehr". Speicher appellierte daher an die Untere Jagdbehörde, beim Rotwildabschuss eine vernünftige Lösung zu finden. Beim Gamswild erfüllten die Privatjäger in "Chiemgau West" den Abschuss zu 100 Prozent (sieben Stück), der Staatsforst zu 104,9 (149), in "Chiemgau Ost" zu 66 Prozent (zwei) beziehungsweise 108,6 (163).

Bei der Trophäenbewertung sah es sehr dürftig aus. Beim Rotwild wurde keine Medaille vergeben, beim Rehwild waren es 16 goldene, 39 silberne und 36 bronzene und beim Gamswild zwei goldene, eine silberne und drei bronzene. "Es wird langsam beschämend, wie weit die Qualität der Trophäen gesunken ist", lautete das vernichtende Urteil des BJV-Kreisvorsitzenden Josef Haiker. Dass beim Rotwild kein Hirsch bewertet worden sei, gebe zu denken. "Die Ehrfurcht und der Respekt vor der Kreatur ist auf dem Tiefpunkt, weil aus Profitgier nur noch geschossen wird."

Zum Forstlichen Gutachten (Verbissgutachten), das seit 1986 zum zehnten Mal durchgeführt wird, und zur Situation der Waldverjüngung nahm Forstoberrat Hans-Heinrich Lechler vom Traunsteiner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Stellung. Er bezeichnete das Gutachten "eine objektive Erfassung und Beurteilung der Waldverjüngung und wesentliche Entscheidungsgrundlage bei der behördlichen Abschussplanung". Durch ein Zehn-Punkte-Programm werde die vertrauensvolle Zusammenarbeit gefördert und die Transparenz des Verfahrens erhöht.

Haiker erklärte, dass beim Forstlichen Gutachten im Landkreis Traunstein mehr als drei Viertel der Reviere im grünen Bereich seien. "Warum wird immer wieder auf die Jäger eingeprügelt", monierte er. Jäger und Jagdgenossen seien Partner. Der staatliche Eingriff bei der Abschussplanung sei viel zu hoch. Viele Jagdgenossen wollten dies gar nicht. "Wir Jäger haben viel Verantwortung bei der Wildregulierung übernommen und unseren Beitrag zum Aufwuchs des Waldes geleistet", so Haiker.

Zur Tierseuchensituation nahm Dr. Jürgen Schmid vom Staatlichen Veterinäramt Stellung. Bei der Tollwut sei die Lage seit einigen Jahren sehr stabil, aber die Fuchspopulation werde zunehmend empfänglich, weil die Impfung abnehme. "Unsere herrliche Landschaft wird seit Jahren von Menschen geprägt, erhalten und gepflegt", sagte Landrat Hermann Steinmaßl. Dazu gehöre die Landwirtschaft mit den Wäldern, Wiesen und Feldern. Aber auch die Jäger seien ein Teil dieser Kulturlandschaft. Die Jagd sei, wie der Landrat sagte, ein Kulturgut.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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