Steiner: Sichere Zukunft für Landschulheime

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MdL Klaus Steiner, Schulleiterin Bärbel Ebner und stellvertretender Schulleiter Wolfgang Brand

Ising - „Wir stehen hinter dem System der öffentlichen Internatsschulen" - Das stellte Landtagsabgeordneter Klaus Steiner in einem Gespräch mit Vertretern des Landschulheims klar.

Der Oberste Rechnungshofes stellte in einer Stellungnahme die Finanzierung und damit den Bestand der öffentlichen Internatsschulen in Frage. Diese Befürchtungen, die auch vom Gymnasium Marquartstein geäußert werden, hat Steiner auch bei Staatssekretär Bernd Sibler geäußert und eine gesicherte Zukunft für die Landschulheime in Bayern und im Landkreis Traunstein gefordert.

Schulleiterin Bärbel Ebner, Internatsleiterin Catrin Brandl und stellvertretender Schulleiter Wolfgang Brand wandten sich wegen konkreter Probleme des Gymnasiums Landschulheim Schloss Ising an Steiner. Dabei entwickelte sich auch eine Diskussion über allgemeine Fragen der Bildungspolitik. Bei der Personalversorgung bei den Lehrkräften sei die Schule gut aufgestellt, berichtete Bärbel Ebner. Probleme gebe es aber beim Nachwuchs in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Hier gelte es ihrer Meinung nach, gerade auch mit Blick auf die hohen Abbrecherquoten und die geringe Zahl von ausgebildeten Gymnasiallehrern, Struktur und Anforderungen der entsprechenden Studiengänge auf den Prüfstand zu stellen.

Für Klaus Steiner gibt es unabhängig davon immer noch zu wenige Studenten in den sogenannten „MINT-Fächern“. Viele Lehramtsanwärter, die Schwierigkeiten hätten, eine Anstellung zu finden, hätten Fächerkombinationen mit negativen Bedarfsprognosen studiert. Schulleiterin Ebner sprach gegenüber Steiner auch die Schwierigkeiten mit Busverbindungen an, die ungenügend seien oder von Orten in der näheren Umgebung wie Sondermoning, Nußdorf, oder Hart zur Schule in Ising überhaupt nicht existieren.

Eine Busverbindung von Traunreut muss her! 

Wegen der Busverbindungen liefen bereits Gespräche mit dem Landratsamt, das Problem seien aber neben den rechtlichen Rahmenbedingungen vor allem die Kosten. Laut Steiner müssten diese nach Möglichkeit in die Kosten des geplanten ÖPNV-Gesamtkonzepts integriert werden. Problematisch sieht Ebner auch die Bushaltestelle an der viel befahrenen Staatstraße, die die Schüler überqueren müssten. Eine Unterführung würde die Sicherheit der Fahrschüler und der Mädchen, die als Internatsschülerinnen im sog. Amalienhof am See wohnten, erheblich verbessern.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass generell mehr Ruhe in die Bildungsdiskussion kommen müsse. Für Wolfgang Brand wirken Bildungspolitiker oftmals als Getriebene von Verbänden und Eltern, es werde „zu wenig vorgedacht und zu viel reagiert.“ Laut Klaus Steiner müssen „die permanenten Debatten über Schulstrukturen endlich ein Ende haben. Sie eröffnen keine neuen Wege, sondern binden nur unnötig Kräfte.“ Eine klare Absage erteilte Steiner den Plänen von SPD und Grünen, die nach der Landtagswahl im September die Gesamtschule in Bayern einführen wollten. „Die Gesamtschule hat in der Bildungsgeschichte völlig versagt“, betonte das Mitglied des Bildungsausschusses. „Jedem muss bewusst sein, dass die Gemeinschaftsschulemit einer gemeinsamen Beschulung bis zur 10. Klasse das Ende von Real-, Mittel-, und Wirtschaftsschulen sowie des Gymnasiums in seiner bisherigen Form bedeutet, auch bei uns im Landkreis Traunstein“, so Steiner weiter.

Laut Bärbel Ebner werde der Drang auf die Gymnasien auch künftig bestehen bleiben. Für Wolfgang Brand hat diese Denkweise einen oftmals enormen Übertrittsdruck auf die Kinder in der 4. Klasse zur Folge. Klaus Steiner kritisierte die Fixierung auf das Gymnasium: „Diese Schulform ist bei weitem nicht für alle Kinder der optimale Weg.“ Oftmals entwickelten sich daraus negative Bildungskarrieren.

Dagegen böten andere Wege viele Chancen, denn der Mangel an Fachkräften beschränke sich bei weitem nicht nur auf akademische Berufe und IT-Kräfte: „Wir brauchen auch mehr Fachkräfte in Handel, Handwerk und Gewerbe.“ Vor diesem Hintergrund hält Steiner auch die immer wieder auftauchenden Forderungen nach einer Abschaffung der Hauptschule für völlig verfehlt.

Pressemitteilung Landtagsabgeordneter Klaus Steiner

Quelle: chiemgau24.de

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