Inzeller Moor wird 2012 renaturiert

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Impressionen am Rande der Inzeller Filzen: Moortypische Pflanzen sollen sich durch die Wiedervernässung wieder besser entfalten können.

Inzell - Zu den "kostbarsten und schönsten Lebensräumen Bayerns" zählen laut Landschaftspflegeverband (LPV) Traunstein die zahlreichen Moore im südlichen Teil des Landkreises Traunstein.

Sie sind seit der letzten Eiszeit in ehemaligen Seebecken und auf Wasser stauenden Schichten entstanden. Eines davon sind die "Inzeller Filzen". Sie sollen nächstes Jahr durch Wiedervernässung renaturiert werden.

Darüber informierte Bürgermeister Martin Hobmaier in der jüngsten Sitzung die Gemeinderäte. Bereits vor gut zwei Jahren hatte der Gemeinderat nach umfassender Information durch Veronika Feichtinger von der Regierung von Oberbayern und Jürgen Sandner vom Landschaftspflegeverband Traunstein beschlossen, diese Renaturierung zu unterstützen. Sie findet im Rahmen des "Klimaprogramms Bayern 2020" des Freistaats Bayern statt.

Organisiert wird die Renaturierung in Kooperation mit den Grundstückseigentümern und der Gemeinde vom LPV. Dieser legte die geeigneten Grundstücke fest, während die Gemeinde die Eigentümer anschrieb. Nach mehreren Aufforderungen, sich zu dem Projekt zu äußern, und zwei Ortsterminen in den Filzen konnten 14 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 11,86 Hektar erworben beziehungsweise dinglich gesichert werden. Weitere elf Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 7,95 Hektar wurden laut Hobmaier unentgeltlich bereitgestellt. Insgesamt können so rund 19,7 Hektar renaturiert werden.

Der Grunderwerb kostet insgesamt 65547 Euro. Nach Abzug der Förderung in Höhe von 90 Prozent durch die Regierung von Oberbayern verbleiben der Gemeinde knapp 6555 Euro. Die Regierung hat inzwischen die Renaturierungsplanung in Auftrag gegeben.

Die Wiedervernässung setzt dann der LPV über das Förderinstrument der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie um. In der Regel genügt es laut LPV, die kleinen, noch aus Zeiten des Torfabbaus stammenden Gräben zu verschließen und den Wasserabfluss aus den ehemaligen Torfstichen zu unterbinden. Nur in besonderen Fällen sind größere Dämme aus einem Holzkern mit Torfüberdeckung nötig, um den Wasserspiegel auf einer größeren Fläche wieder auf das ursprüngliche Niveau anzuheben. Für diese Maßnahmen entstehen der Gemeinde Inzell keine Kosten. Ein kleiner Teil des Moors ganz im Westen östlich von Kaitl war laut Hobmaier bereits vor einigen Jahren renaturiert worden. Hier sehe man bereits die Entwicklung zurück zum ursprünglichen Moor, wo typische Pflanzen- und Tierarten sich wieder ansiedeln können.

"Nach anfänglicher Zähigkeit haben wir doch eine relativ große Resonanz bekommen", zeigte sich der Bürgermeister erfreut. Gerade die unentgeltliche Bereitstellung von elf Grundstücken sei ein "positives Signal, dass den Grundeigentümern der Erhalt des Moors und der Natur wichtig ist".

Rudolf Heitauer (Forum aktiv) wollte wissen, ob sich auch nachträglich noch Grundstückseigentümer an dem Projekt beteiligen können. Laut Gemeinde-Geschäftsleiter Walter Neudecker sind die Fördereinträge bereits eingereicht. Eine unentgeltliche Zurverfügungstellung von Grundstücken sei natürlich immer möglich.

Annelie Gromoll (Offene Bürgerliste) fragte nach dem Verlauf des Moorlehrpfads in diesen Flächen. Wie Hobmaier erläuterte, bewegt er sich inmitten des Renaturierungs-Areals, so dass die Erlebnispfad-Besucher den Prozess der Wiedervernässung verfolgen können.

vm/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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