Ihr Voting: So weit darf ein Krampus gehen!

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Inzell/Freilassing - Bei den Krampus-Läufen in der Region wurden gleich mehrere Personen durch die Schreckgestalten verletzt. Per Voting äußerten unsere User ihre Meinung:

Jedes Jahr zur Adventszeit sind sie wieder in den bayerischen Gemeinden unterwegs: Die Krampusse. Zusammen mit dem Nikolaus ziehen sie in Gruppen, auch Bass genannt, zuerst von Haus zu Haus und anschließend durch die Straßen des Ortes. Die braven Kinder werden vom Nikolaus beschenkt, und die unartigen vom Krampus bestraft - so das Brauchtum. Nicht selten kommt dabei auch ihre Rute zum Einsatz.

Doch in der vergangenen Woche kam es zu einigen hässlichen Zwischenfällen bei den Krampus-Läufen. In Freilassing und Teisendorf musste die Polizei mehrfach einschreiten, um die teils betrunkenen Schreckgestalten vom randalieren, pöbeln und prügeln abzuhalten. In Inzell kam es einen Tag später zu einem Zwischenfall, bei dem ein elfjähriger Junge von einem Krampus derart mit der Rute geschlagen wurde, dass er Striemen und Blutergüsse an beiden Oberschenkeln davontrug. Das wirft nun die Frage auf: Wo hört das Brauchtum auf und wo fängt die Körperverletzung an?

Das sagen unsere User

Ein Voting auf unseren Regionalportalen rosenheim24, chiemgau24, bgland24 und innsalzach24 brachte ein klares Ergebnis: Zusammengenommen stimmten rund 60 Prozent der User dafür, dass der Krampus aus Brauchtumspflege auch zuschlagen darf! Nur rund 30 Prozent lehnen das definitiv ab.

Es gibt "schwarze Schafe"

Einer, der es wissen muss, ist der Krampus-Masken-Schnitzer Hansi Schwabl aus Inzell. Er ist selbst Mitglied bei der Goaßstoa Bass und sieht durch die Vorfälle der vergangenen Woche das Brauchtum in den "Dreck gezogen". Natürlich gebe es auch unter den Krampussen einige schwarze Schafe, "das heißt aber nicht, dass wir uns alle nur betrinken, verkleiden und dann aufführen". Man dürfe nicht alle über einen Kamm scheren.

Junge (11) in Inzell verletzt

Gerade den Zwischenfall in Inzell, bei dem der elfjährige Junge verletzt wurde, betrachtet Schwabl durchaus mit Argwohn. "Ich habe den Buben danach noch gesehen und ihm ging es gut." Auch wenn er mit Nachdruck betont, dass der Delinquent definitiv nicht aus seiner Bass stamme, trügen der Vater und sein Junge doch eine gewisse Mitschuld an dem Vorfall. "Viele Auswärtige haben keine Ahnung von dem Brauch und denken, sie kommen zu einer Faschingsveranstaltung. Aber wenn man eben durch eine Bass rennt, kann es auch mal passieren, dass man eine mit der Rute drüber kriegt." Dass dabei mal jemand einen blauen Fleck oder einen Striemen bekomme, gehöre eben dazu. "Doch bei uns geht es wirklich gesittet zu und es ist noch nie etwas schlimmeres passiert."

Die Polizei sieht die Zwischenfälle in Freilassing, Teisendorf und Inzell allerdings etwas kritischer. Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd: "Wenn ein Kind geschlagen wird und Verletzungen davonträgt, dann ist die Grenze zum Brauchtum überschritten." Seiner Ansicht nach könne man einen Krampus-Lauf mit einem Fußball-Spiel vergleichen. "Dabei wird man ja auch hin und wieder einmal gefoult und muss es hinnehmen. Doch wenn das ganze ein normal übliches Maß übersteigt, dann wird es strafbar."

Quelle: chiemgau24.de

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