Entscheidung gefallen

Inzeller Hallenbad gerettet! Aber zu welchem Preis?

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"Der Badepark macht nur als ganzes Sinn", war sich der Inzeller Gemeinderat am Montag einig. 
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Inzell - Schließung, Sanierung oder Neubau? Der Gemeinderat traf am Montag eine wegweisende Entscheidung für den Erhalt des Hallenbades - und wird nun viel Geld in die Hand nehmen müssen. 

Das Inzeller Hallenbad wird erhalten! Die Entscheidung fiel am Montag einstimmig. Nun steht eine große Sanierung des Hallenbades an, die geschätzt rund vier Millionen Euro kosten wird. "Vor allem aus touristischer Sicht ist das wichtig. Der Gast erwartet eine gewisse Infrastruktur", so dritter Bürgermeister Michael Lorenz, der in der Arbeitsgruppe "Badepark" über zwei Jahre lang federführend war. 

Schließung hätte 1,5 Millionen Euro an Kosten verursacht

Ein Defizit von gut 220.000 Euro inklusive der Abschreibungen fuhr der gesamte Badepark Inzell (Hallenbad, Sauna, See) 2016 ein - das Hallenbad alleine (ohne Abschreibungen) verbuchte ein Minus von 70.000 Euro. Außerdem steht eine ganze Reihe von Sanierungen an, die sich nicht mehr hinausschieben lassen. "Das Becken ist gut in Schuss und hält noch 20 bis 25 Jahre, aber die ganze Hülle ist sanierungsbedürftig", fasste es Lorenz zusammen.

"Die Heizungstechnik könnte von heute auf morgen kaputt gehen, es gibt keine Ersatzteile mehr", so das ehrliche Urteil von Michael Lorenz.

Billig wäre aber auch die Schließung nicht gewesen: Der Abriss und notwendige Umbauten hätten sich auf rund 1,5 Millionen Euro summiert. Das jährliche Defizit des Badeparks hätte so um rund 100.000 Euro gedrückt werden können, doch auch der Sauna wären ohne Hallenbad dann wohl eine ganze Reihe von Besuchern verloren gegangen. 

Das soll sich im Hallenbad ändern

Folgende Ideen für eine Sanierung wurden in der Arbeitsgruppe entwickelt:

  • Aufwertung des Hallenbades zum Beispiel durch einen Ruheraum oder eine Salzgrotte
  • Teilabriss der Außenkabinen und eine Erneuerung des Babybereichs
  • Ersetzung des Außenbeckens durch ein neues Warmwasserbecken mit Wintergarten
  • Ein Blockheizkraftwerk für Strom und Heizung (Gesamteinsparungen bei Energie durch Sanierung und Blockheizkraftwerk jährlich rund 75.000 Euro)
  • Erneuerung der Fensterfronten
  • Möglicherweise Abriss der wenig genutzten Rutsche
  • Veränderung des Hauptgebäudes
  • Verbindung von Kiosk und Kasse

Durch eine Sanierung sei der Badebetrieb dann für die nächsten 25 Jahre sichergestellt, so Lorenz. Noch heuer sollen die Planungen abgeschlossen werden, mit einem Baubeginn ist im besten Falle im Frühjahr 2018 zu rechnen.

Geld kommt aus Rücklagen, Krediten und vom Freistaat

Bürgermeister Egger kann zufrieden sein: Der Gemeinderat steht geschlossen hinter der Sanierung.

Bei den Kosten in Höhe von vier Millionen Euro kann die Gemeinde mit einer Förderung von 50 Prozent durch den Freistaat rechnen. Die restlichen zwei Millionen will man etwa je zur Hälfte aus Rücklagen und aus Kreditaufnahmen finanzieren. Bürgermeister Johann Egger bekam von den Gemeinderäten ausschließlich Zuspruch zu den Sanierungsplänen.

"Natürlich bleibt uns ein Risiko, wenn die Übernachtungszahlen zurückgehen, aber danach schaut es momentan nicht aus. Unsere Tourismuszahlen mit 600.000 Übernachtungen jährlich rechtfertigen auf jeden Fall ein Hallenbad. Bei schlechtem Wetter ist schließlich nicht nur unser Hallenbad ausgelastet, sondern auch das in Ruhpolding", so Michael Lorenz. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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