Während der Übung trat der Ernstfall ein

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Hier wurde der Ernstfall noch geübt.

Inzell - Am Kienberg übten am Samstag die Bergwachten Inzell, Traunstein und Ruhpolding den Ernstfall - und der Ernstfall trat dann tatsächlich ein:

Die diesjährige Sommerübung gemeinsam mit den Nachbarn Traunstein und Ruhpolding wurde von der Bergwacht Inzell am Samstag, 8. Juni, im Bereich Kienberg organisiert. Die Alarmierung erfolgt originalgetreu über die Rettungsleitstelle Traunstein als Übungsalarm um ca. 9.00 Uhr.

Es wurde ein gestürzter Mountainbiker mit anschließendem Absturz im Bereich der Einfahrt oberhalb Rossgasse gemeldet. Die Aufgabenstellung war zunächst die Auffindung des Verunfallten abseits des befahrbaren Weges in nicht begehbarem Steilgelände. Mittels Fixseilen und Seilgeländer musste der Verletzte erst mal sicher erreicht werden, nach Erstversorgung und Sicherung wegen der Schwere der Verletzungen musste der Notarzt zum Verunfallten gebracht werden. Die Bergung erfolgte mittels Gebirgstrage und Seilwinde da kein Hubschrauber zur Verfügung stand.

Die Einsatzleitung und Sammelstelle wurde am Rossgassboden aufgebaut. Während dieser Einsatz plangemäß lief hatte sich die Übungsleitung einen zweiten Unfall in der Nähe Kienberggipfel einfallen lassen. Die Einsatzstelle wurde wiederum über die integrierte Leitstelle mittels GPS Koordinaten übermittelt. Dies entspricht auch den immer öfter vorkommenden Unfallmeldungen, da in den modernen Mobiltelefonen diese Koordinaten meist angezeigt werden. Wiederum war eine abgestürzte Person zu suchen, zu sichern und zu versorgen und dann schonend abzutransportieren. Es musste der Notarzt der Unfallstelle 1 möglichst rasch nach oben gebracht werden. Trotz bestem Flugwetter war natürlich kein Helikopter zu gekommen. In dieser Situation bewährt sich unser Quad hervorragend da Retter, Notarzt und Material äußerst schnell bis weit ins Gelände gebracht werden können, in diesem Fall bis zum oberen Ende Aschgrün. Während der erste Verunfallte relativ einfach nach unten mittels Seilwinde zu bergen war, musste der zweite zunächst ca. 50 m abgeseilt werden und mittels Mannschaftszug über die Aschgrün nach oben gebracht werden, und das schonend in der Gebirgstrage mit Vakuumbett wg. der schweren Rückenverletzungen. Dies forderte die gesamte Mannschaft aufs äußerste. Das Erreichen der Hochebene bedeutete das Übungsende und die ca. 30 Bergwachtler trafen sich an der Kienbergalm zur Übungsbesprechung. Aber so weit kam es leider gar nicht.

Übung der Bergwacht am Kienberg

Jetzt wurde ein reeller, „scharfer“ Einsatz im Bereich Kohleralm gemeldet. Ein Bergsteiger hatte über Handy alarmiert, dass er sich verletzt hatte und etwas unterhalb der Kohleralm sei. Dann war die Verbindung unterbrochen. Da alle verfügbaren Bergwachtler, die Fahrzeuge und das Material am Kienberg waren, war zunächst einmal Phantasie gefragt. Der Rettungshubschrauber Christoph 14 war bei einem Bergeinsatz am Watzmann gebunden, Polizeihelikopter wg. Hochwassereinsätzen auch nicht verfügbar. Da die genaue Ortslage und Verletzungsmuster nur ungenau bekannt waren wurde der Hubschrauber aus Salzburg angefordert, zeitgleich aber gleich wieder das Quad als Voraustrupp mit zwei Rettern ins Tal geschickt. Weitere Einsatzkräfte mittels Bergwachtgeländewagen nachgesandt, da wiederum eine terrestrische Rettung wahrscheinlich war. Während der Salzburger Rettungshubschrauber den Bereich von oben absuchte erreichte der Voraustrupp zu Fuß den Verunfallten und konnte nach Erstversorgung der nicht allzu schweren Beinverletzung diesen ins Tal bringen.

Übungs- und Einsatzschluss waren dann um ca. 18.00 Uhr. Im Einsatz waren an diesem Tag etwa 30 Bergwachtler.

Pressemitteilung Bergwacht Inzell

Quelle: chiemgau24.de

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