InterReg-Projekt: Saure Wiesen verhindern

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Traunstein - Beim InterReg-Projekt "Gewässerzukunft am Waginger und Tachinger See" wird ein Röhrensystem verlegt, um saure Wiesen zu vermeiden und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. 

Der für Pflanzen durchaus geschätzte Nährstoff Phosphat ist in Gewässern nicht erwünscht, da er auf Algen als Dünger wirkt und somit deren Wachstum verstärkt.

Man unterscheidet zwischen gelöstem, also im Wasser befindlichem, und an Bodenteilchen gebundenem Phosphat.

In der ersten Projektphase wird untersucht, in welcher Menge gelöste Phosphate über die Dränagesysteme und Vorfluter in den See gelangen und welche Maßnahmen den Anteil des gelösten Phosphates verringern könnten.

Die Bodenbeschaffenheit vor allem um den Waginger See lässt eine problemlose Ableitung der Niederschläge in den Untergrund nicht zu, weshalb in den 1950er Jahren viele bis dahin vernäßte Wiesen dräniert wurden.

Oberirdische kleine Gräben sowie ein weitverzweigtes Röhrensystem sorgen nun für ausreichende Entwässerung zur Verhinderung saurer Wiesen und zur Schaffung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Bei beteiligten Landwirten wird auf dränierten Flächen Gülle mit Breitverteiler und Schleppschlauch ausgebracht. Das über die Drainage ausfließende Wasser wird anschließend auf den Anteil an gelöstem Phosphat gemessen. Man will herausfinden, ob man mit einer bestimmten Ausbringtechnik den Phosphataustrag über die Dränageröhren reduzieren kann.

Die Leiterin des Amtes für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten in Traunstein, Frau Dr. Maria Kau, setzt dabei wie der Projektberater Mathias Parzinger und Hanna Ulrich vom Wasserwirtschaftsamt auf direkten Erfahrungsaustausch mit den teilnehmenden Landwirten. "Nur auf Grund aussagekräftiger Messungen können Erkenntnisse über geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Phosphataustrages gewonnen werden" so Dr. Kau. Damit werden neue Methoden mit den Ergebnissen aus dem vorangegangenen InterReg-Projekt verknüpft.

Da das Projekt "Gewässerzukunft" eng mit den Partnerinstitutionen in Oberösterreich zusammenarbeitet, können beiderseitige Erfahrungen abgestimmt, der im Vorgängerprojekt entwickelte Maßnahmenkatalog optimiert und der Praxis weiter angepasst werden.

Unter anderem befasst man sich derzeit rund um Waginger und Tachinger See auch mit der Effizienz von Nährstofffallen oder anderer zur Phosphatverringerung geeigneter Maßnahmen.

Pressemitteilung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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