Wasser - Elixier des Lebens

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Traunstein - Die Stadt zeigt im Rahmen mehrerer Aktionen zum "Internationalen Tag des Wassers", wie aus Abwasser sauberes Trinkwasser wird und wie wertvoll Wasser ist.

Zum "Internationalen Tag des Wassers" fanden in Traunstein gestern einige Aktionen statt, in denen sich Bürger über das Thema "Wasser" informieren konnten. Im Foyer des Rathauses zeigte die Stadt eine Ausstellung zum Thema "Gewässerschutz" und veröffentlichte Karten und Statistiken zum fast 115 Kilometer langen Kanalsystem der Stadt, an das fast 4 000 Haushalte angeschlossen sind.

Die Stadtwerke Traunstein stellten in ihren Räumlichkeiten ihre Pläne für den Neubau eines dritten Brunnens im Wasserschutzgebiet Laubau der Öffentlichkeit vor und informierten die Bürger. In der Kläranlage in Empfing konnten sich Interessierte über die Funktionsweise der Anlage ein Bild machen. Sieben Schulklassen der Berufsschule I Traunstein machten davon Gebrauch und wurden vom leitenden Ingenieur der Anlage Heinrich Vogl durch die Anlage geführt.

Die Schule hatte das Thema dabei mit dem Religionsunterricht verknüpft - was auch dem vor Ort anwesenden Oberbürgermeister Manfred Kösterke gefiel, wie er in seiner kurzen Ansprache ausfürhte: "Das Thema 'Die Schöpfung erhalten und bewahren' ist auch für uns als Stadt ein wichtiges Thema. Wir brauchen sauberes Wasser wie nichts sonst zum Leben. Deshalb müssen wir es dauerhaft erhalten."

Der Oberbürgermeister gab einen kleinen geschichtlichen Rückblick über den Bau des Kanalsystems der Stadt Traunstein, mit dessen Bau 1895 begonnen wurde und das 1913 auf dem damaligen Stadtgebiet fertiggestellt wurde. 1963 habe man die erste Kläranlage erbaut, nachdem das Abwasser bis zu diesem Zeitpunkt ungeklärt in die Traun ab floss. 1980 sei die jetzige Kläranlage erbaut worden, die in den Jahren 1995 bis 2000 erneuert wurde und das Abwasser von rund 32000 Menschen "entsorge", da an die Anlage auch die Gemeinden Surberg, Vachendorf, Siegsdorf und Neukirchen angeschlossen seien. Der Unterhalt der Kläranlage belaufe sich pro Jahr auf rund 1,7 Millionen Euro so Kösterke.

Vogl erläuterte den Anwesenden die Funktionsweise der Anlage, die mit einem hochkomplexen Steuerungssystem das Abwasser durch den Einsatz von Bakterien und komplizierten biologischen Vorgängen reinige und anschließend wieder in die Traun leite. "Wir zwingen die Bakterien dazu, dass sie Höchstleistungen erbringen."

Höchstleistungen erbringen auch die beiden Blockheitskraftwerke in der Anlage, die unter Verwendung des gewonnenen Methangases dafür sorgen würden, dass bis zu 70 Prozent der benötigten Strom und Wärme selbst gedeckt werden könne wie Vogl nicht ohne Stolz mitteilte. Die Kläranlage, in der acht Mitarbeiter, darunter ein Auszubildender beschäftigt sind, verarbeitet pro Jahr bis zu 2,9 Millionen Liter Schmutzwasser und ist laut Vogl bayernweit an der Spitze der Kläranlagen, was auch damit zusammen hänge, dass in Traunstein relativ wenig industrielle Abwässer bearbeitet werden müssen.

"Wir können unsere Grenzwerte leicht einhalten" erläuterte er. Nachdem das Abwasser in der Anlage gereinigt wurde sei es zu 98 Prozent sauber und erfülle alle gesetzlichen Normen. Obwohl das Wasser keine Trinkwasserqualität habe gäbe es keine gesundheitlichen Bedenken für das Traunwasser.

Der Referenten für Umwelt und Abwasserbeseitigung des Traunsteiner Stadtrats Dr. Rainer Schenk wies auf die Notwendigkeit eines sparsamen Wasserverbrauchs hin und legte das Augenmerk in der anschließenden kleinen Diskussion vor Allem auch auf die Thematik "Virtuelles" (verstecktes Wasser), das bei der Produktion von Konsumgütern und Nahrungsmitteln verbraucht werde. So würde die Herstellung einer Jeans beispielsweise mit über 5000 Liter Wasser zu Buche schlagen. Diese Konsumgüter würden oft in Ländern hergestellt werden, in denen Menschen unter Wasserknappheit zu leiden hätten. "Das müssen wir auch auf unseren ökologischen Rucksack packen."

Das Forum Ökologie in der Gabelsbergerstraße 8 in Traunstein informiert in den kommenden Monaten ebenfalls mit mehreren Ausstellungen zum Thema "Wasser." Die Aussstellung "Wasser - Blaues Gold" ist Montag bis Mittwoch von 9 bis 12 Uhr und Montag mit Dienstag zusätzlich von 13 bis 14.30 Uhr geöffnet.

Pressemeldung Aktivnews 

Quelle: chiemgau24.de

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