Walch, Bratzdrum und Parzinger stellen sich in Traunstein vor

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Um eine Kandidatur in der CSU für die Wahl des Landrats bewerben sich (von rechts): Siegfried Walch, Andreas Bratzdrum und Franz Parzinger.

Traunstein - Der CSU-Kreisverband Traunstein geht im Rahmen seiner Suche nach einem Kandidaten für die Wahl des Landrats im Jahr 2014 einen neuen Weg:

Die Ortsverbände der Partei werden in einem offenen Dialog in die Kandidatenfindung mit einbezogen. Nach dem Auftakt in Trostberg haben sich jetzt die drei Bewerber um das Amt des Landrats, Andreas Bratzdrum aus Tittmoning, Franz Parzinger aus Traunreut und Siegfried Walch aus Inzell, in Traunstein vorgestellt. Am Dienstag standen sie den vielen Besuchern im voll besetzten großen Saal des Gasthauses "Sailer-Keller" Rede und Antwort.

Der CSU-Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordneter Klaus Steiner, sagte, dass der Kreisverband - entgegen dem früheren Procedere - in der Kandidatenfrage bewusst den Schritt an die Öffentlichkeit gehe. Schließlich stehe der breite Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung im Raum. Gleichzeitig räumte er ein, dass der Kreisverband mit einer solchen Vorgehensweise bisher relativ wenig Erfahrung habe und Neuland betrete.

Der Traunsteiner Journalist Axel Effner übernahm die Moderation an diesem Abend. Er stellte die drei potenziellen Kandidaten in einem lockeren Dialog vor.

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Während Parzinger mit seiner rund zehnjährigen Erfahrung als Bürgermeister Traunreuts "punkten" konnte, machte Bratzdrum deutlich, dass er neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Kreisrat vor allem als Büroleiter des Berchtesgadener Landrats mit allen wichtigen Aufgaben dieses Amtes vertraut sei. Walch, Dritter Bürgermeister in Inzell, präsentierte sich als "Teamworker", der sowohl die politische Konkurrenz zur Mitgestaltung der regionalen Zukunft einladen, als auch die Bürger mehr in die Entscheidungsfindung einbeziehen wolle. Lobend erwähnten alle drei möglichen Kandidaten die Regionalpolitik des amtierenden Landrats Hermann Steinmaßl und betonten insbesondere dessen Engagement im Bereich der Themen "Bildung und Infrastruktur".

Während Parzinger indes eine schnellere Umsetzung von Infrastrukturprojekten anmahnte ("das dauert viel zu lange") und einen vierspurigen Ausbau der A8 beispielsweise als "nicht mehr zeitgemäß" beurteilte, machte Walch für die Verzögerungen auch das Verhalten der politisch handelnden Akteure aus: "Vielleicht dauern die Projekte oft so lange, weil man Bürger nicht richtig einbindet. Diese fordern jetzt Gott sei Dank mehr Beteiligung."

Rainer Grimm aus Traunstein sagte, er hätte sich gewünscht, dass in den Ausführungen der Kandidaten die Energiewende und ihre Auswirkungen auf den Landkreis eine größere Rolle gespielt hätten. Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner wollte von den drei Podiumsteilnehmern wissen, ob sie im Falle ihrer Wahl die Kreisumlage weiter nach oben setzen würden. Christine Ahlheim aus Traunstein hielt ein kurzes Plädoyer für den "Gelben Sack", dem alle drei Podiumsteilnehmer eine klare Absage erteilten.

Wenig unterschieden sich die drei Podiumsteilnehmer auch in der Antwort auf die Frage von Carolin Berka aus Traunstein, welcher Kandidat die nicht nur von ihr als Elternbeiratsvorsitzenden des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein unermüdlich geforderte Turnhalle am ehesten zeitnah ermöglichen würde. Auch hier waren sich die drei einig, dass man hier "die Hoffnung nicht aufgeben darf", wie Bratzdrum erläuterte. Sie machten aber deutlich, dass - wie Parzinger im Detail ausführte - zuvor andere Projekte an der Reihe seien, die die ohnehin knappen Landkreiskassen weiter drücken würden und die Turnhalle lediglich langfristig gesehen realisiert werden könne.

Am Ende des rund zweistündigen Bürgerdialogs zeigte sich, dass der Inhalt der Aussage von Walch, "wir unterscheiden uns eigentlich in den Positionen nicht", mit dafür sorgte, dass an dem Abend das Kennenlernen und das Gewinnnen eines persönlichen Eindrucks der drei möglichen CSU-Landratskandidaten letztlich das vorrangige Thema war. Inhaltlich waren alle drei Kandidaten sehr nah zusammen und boten kaum kontroverse Themen oder Ansätze.

Die Veranstaltungen im Rahmen des Bürgerdialogs, die laut CSU-Kreisverband keine "Kandidatenkür" ist, werden in der kommenden Woche in Waging, Chieming und Grassau fortgesetzt. Im Nachgang ist dann unter Einbeziehung der Ergebnisse dieser Veranstaltungen des CSU-Kreisverbands im September dieses Jahres eine Kandidaten-Vornominierung. Im Frühsommer 2013 ist dann die Kandidatenaufstellung geplant.

wz/Chiemgau-Zeitung

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Quelle: chiemgau24.de

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