Hotelanlage: Regierung gibt ihr grünes Licht

Ruhpolding - Im vereinfachten Raumordnungsverfahren für eine Hotelanlage im Ruhpoldinger Ortsteil Zell gibt die Regierung von Oberbayern aus landesplanerischer Sicht grünes Licht.

Zugleich sind aber, wie es gestern aus München weiter hieß, "Maßgaben zu Belangen von nachhaltiger Siedlungsentwicklung, Natur und Landschaft, technischem Umweltschutz sowie von Wasserwirtschaft zu berücksichtigen."

Nachdem, wie berichtet, sich eine breite Mehrheit der Ruhpoldinger Bürger am 27. Februar in einem Bürgerentscheid für das geplante Hoteldorf Zell entschieden hatte, sind nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Hotelanlage zu schaffen.

Vorgesehen sind auf einem 2,7 Hektar großen Gelände neben den Hauptgebäuden 14 Einzelhäuser mit insgesamt zirka 160 Hotelappartements (516 Betten) sowie verschiedene Nebengebäude mit Freizeit- und Erholungsangeboten wie Wellness, Indoorsport, Kinderclub, Jugendclub und anderem mehr. Die Hauptgebäude des Hotels einschließlich zweier Restaurants werden zweigeschossig, die 14 Appartementgebäude dreigeschossig errichtet.

Die Regierung von Oberbayern hat als höhere Landesplanungsbehörde im Rahmen eines am 23. November 2010 eingeleiteten Bauleitplanverfahrens der Gemeinde Ruhpolding parallel ein vereinfachtes Raumordnungsverfahren vorgenommen, da es sich bei dem geplanten Vorhaben um eine große, überörtlich raumbedeutsame Freizeitanlage handelt. Dabei wurden die eingegangenen Stellungnahmen der 36 beteiligten Behörden, Institutionen, Kommunen sowie der Bürger geprüft und abgewogen. Die Regierung gibt jetzt grünes Licht für das Projekt aus landesplanerischer Sicht, sofern es bestimmte Voraussetzungen erfüllt.

Für das geplante Vorhaben sprechen raumstrukturelle Aspekte, da das Projekt den ländlichen Raum als gleichwertigen und eigenständigen Lebensraum stärke und das Dienstleistungsangebot des Unterzentrums Ruhpolding erweitere. Außerdem könnten die regionale Wirtschaftsstruktur und der Tourismus langfristig gestärkt werden. Ein Vier-Sterne-plus-Hotel würde, so die heißt es weiter, das touristische Angebot in Ruhpolding selbst und auch in der Region sowohl qualitativ als auch quantitativ erweitern.

Auch für andere Wirtschaftbereiche und den regionalen Arbeitsmarkt seien positive Effekte zu erwarten. Die mit dem Projekt verbundenen negativen Auswirkungen können durch Festlegung bestimmter Maßgaben entscheidend vermindert werden. So verlangt die Regierung, dass die Baukörper so zu gestalten sei, dass das Orts- und Landschaftsbild und die charakteristische Siedlungsstruktur so wenig wie möglich beeinträchtigt und möglichst wenig Flächen versiegelt werden. Zusätzlich sei die landschaftliche Einbindung auf Grundlage eines qualifizierten Grünordnungsplans sicherzustellen.

Ferner müssten auf Grundlage eines entsprechenden Lärmschutzgutachtens geeignete Maßnahmen getroffen werden. Und um den Belangen der Wasserwirtschaft zu entsprechen, fordert die Regierung, dass eine Überschwemmungsgefahr auszuschließen ist und durch "geeignete Schutzmaßnahmen" sicherzustellen ist, dass durch das Vorhaben keine nachteiligen Auswirkungen auf Unterlieger und benachbarte Grundstücke entstehen. Auch sei sicherzustellen, dass durch die Hotelanlage keine eigengenutzten Dauerwohngelegenheiten entstehen.

Fazit: "Nach eingehender Abwägung aller Vor- und Nachteile kommt die Regierung von Oberbayern zu dem Ergebnis, dass - bei Einhaltung der festgelegten Maßgaben - die erheblichen raumstrukturellen und tourismuswirtschaftlichen Vorteile des Projekts die negativen Folgen für Siedlungswesen, Natur- und Landschaftsschutz überwiegen.

re/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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