Hochwasserschutz: Vorarbeiten werden fortgesetzt

Traunstein - Sieben Jahre nach dem großen Traun-Hochwasser von 2002 beginnt das Wasserwirtschaftsamt Traunstein demnächst mit den Arbeiten für den Hochwasserschutz im Süden von Traunstein.

Um eine der letzten verbliebenen Schwachstellen im Hochwasserschutz zu schließen, werden bis 2011 entlang der Traun mehr als fünfzig neue Bauwerke wie Dämme, Brücken und Staumauern errichtet. Im letzten Schritt sehen die Planungen vor, das Traunsteiner Wehr abzureißen und das Flussbett um bis zu 1,5 Meter einzutiefen. Dass auch die Stadt Traunstein hinter dem Fünf-Millionen-Euro-Projekt steht, machte der Stadtrat am Donnerstag mit seiner Entscheidung deutlich, die Mittel für die Kostenbeteiligung der Stadt Traunstein im Haushalt einzuplanen. Laut vorläufigem Finanzierungsplan entfallen auf die Stadt Traunstein für die ausstehenden Arbeiten noch rund 2 Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2009 bis 2011. Oberbürgermeister Manfred Kösterke betonte: „Wir sind uns vollkommen einig, dass die Stadt Traunstein die Maßnahme will, dass die Stadt Traunstein die Maßnahme so schnell wie möglich will und dass die Stadt Traunstein ihren Anteil zur Finanzierung zeitgerecht leisten wird.“ Die Entscheidung des Stadtrates sei ein deutliches Zeichen an den Freistaat, auch in finanziell schwierigen Zeiten die vom Wasserwirtschaftsamt benötigten Gelder zum Schutz der Bürger ohne Verzögerung bereit zu stellen.

Hochwasserschutz Traunstein-Süd

Seit 2002 haben die Stadt Traunstein und der Freistaat bereits rund sechs Millionen Euro in den Hochwasserschutz an der Traun investiert. Auch für den Bauabschnitt Traunstein-Süd werden die Kosten auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. An den bisherigen Maßnahmen hat sich die Stadt mit einem Anteil von 40 Prozent beteiligt. Weiter „Die Investitionen sind nötig und richtig, um das Hab und Gut und vielleicht sogar das Leben der Menschen zu schützen“, so der Traunsteiner Oberbürgermeister. Deshalb würden auch die Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt über die Hochwasserschutzmaßnahmen im Norden von Traunstein intensiv fortgeführt.

Zwei neue Durchlässe B306 und Kreisstraße TS 29

Ziel der Maßnahmen ist es, den Röthelbach wieder auf direktem Weg zur Traun zu leiten, wie es bis zu Beginn des 19.Jahrhunderts der Fall war. Seit dem Hochwasser vom 22.Juni 2006 laufen die Regulierungsmaßnahmen am Röthelbach auf Hochtouren. Entlang der Kreisstraße TS 29 wurden eine Hochwasserschutzmauer aus Kalksteinquadern errichtet (Höhe zirka 80 Zentimeter über Straßenniveau) und Fußgängerbrücken angehoben. Außerdem wurde im Schwimmbadgelände ein Erdwall errichtet, um das Hochwasser des Röthelbachs bei Ausuferungen auf der Schwimmbadseite wieder in das Bachbett zurück zu führen. Weil das bestehende Bachgerinne entlang des Schwimmbadgeländes nicht ausreicht, sieht das Konzept den Bau eines Durchlasses unter der Kreisstraße TS 29 vor. In Zukunft soll der Röthelbach über diesen Durchlass in den Auwaldbereich zwischen Kreisstraße TS 29 und Bundesstraße B 306 geleitet werden. Das bestehende Bachbett westlich des Schwimmbades soll nur noch bei Hochwasser durchströmt werden. Damit der Grundwasserstand im alten Bachbett in der niederschlagsarmen Zeit nicht absinkt, wird es über eine Rohrverbindung auch weiterhin mit Wasser versorgt.

Max Karpf

Quelle: chiemgau24.de

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