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Heftige Kritik an der Mittelschule

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SPD-Kommunalpolitiker im Landkreis Traunstein positionierten sich am Mittwoch in Traunstein zum Thema „Mittelschule.“ Im Bild (von links): Rudi Jantke, 1. Bürgermeister des Marktes Grassau, Kreisrat Franz Gnadl, SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau und der 2. Bürgermeister Traunreuts Ernst Ziegler.

Traunstein - Ist die Einführung der Mittelschule die Lösung für das schlechte Image der Hauptschulen? Bei einem Pressegespräch waren die Regionalpolitiker geteilter Meinung.

Die SPD im Landkreis Traunstein übt deutliche Kritik an der geplanten Einführung der Mittelschule in Bayern. Dies sei ein „problematischer Versuch, die Hauptschulen mit einem neuen Etikett attraktiver zu machen“ führte der SPD-Kreisvorsitzende Dirk Reichenau am Mittwoch Nachmittag im Rahmen eines Pressegesprächs im Sailer Keller in Traunstein aus. Regionalpolitiker aus Traunreut, Übersee und Grassau schilderten dabei die zu erwartenden Veränderungen für ihre Schulen, die zum Teil sehr unterschiedlich sind.

Reichenau kritisierte die Einführung der Mittelschule bzw. der Schulverbünde, die seiner Überzeugung nach „keine nachhaltige Verbesserung der Schullandschaft in Bayern bringen wird.“ Nach der Einführung des R6 und des G8 würden sich gerade im ländlichen Raum die Problematik von Schulschließungen weiter fortsetzen. Trotz massiver Kritik am geplanten Schulmodell wolle man aber „alles tun, um das 'Türschild Mittelschule' an die regionalen Hauptschulen zu bekommen.“

Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler wies darauf hin, dass man in Traunreut die benötigte Zahl von 500 Schülern für die Gründung einer Mittelschule „leicht schaffen wird.“ Er mahnte an: „Die Hauptschule muss aufgewertet werden, Abschlüsse der Hauptschule müssen positiver gesehen werden.“ Man müsse vor allem die 5. und 6. Klasse „fordern und fördern um die Schwächen möglichst effektiv zu bekämpfen.“ Diese wolle man nach St. Georgen auslagern und strebe einen Neubau der Grundschule Nord und eine Zusammenlegung mit der Grundschule Süd an. Er kritisierte den „Bayerischen Weg alles neu erfinden zu wollen, statt auf die Erfahrungen anderer Bundesländer zu bauen.“

Der SPD-Vorsitzende des Ortsverbandes Übersee, Kreisrat Franz Gnadl machte deutlich, dass man sich der geplanten Mittelschule Grassau anschließen werde und dass „die Schule in Übersee sterben wird.“ Dies sei umso bedauerlicher, da diese in vielen Bereichen vorbildlich sei. Man sei stolz, dass die 7. bis 9. Klassen komplett „rauchfrei“ seien und als Integrative Schule erfolgreich sei. Auf die Gemeinde Übersee würden hohe Kosten in Form von Gastschulbeiträgen und Buskosten zukommen, ein bestehendes voll ausgebautes Schulgebäude würde leer stehen. „Kinder verlieren den Bezug zum Ort und den Vereinen, die durch diese Entwicklung ihre Jugendarbeit verlieren“ so Gnadl. Ein überparteilicher Stammtisch aus Teilen der Freien Wähler, Grüne, Bayernpartei und SPD träfe sich regelmäßig und wolle „Alternativen aufgreifen und umsetzen.“

Der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Grassau stellte dagegen eine für seine Gemeinde komplett andere Situation dar: „Wir wollen Mittelschule werden.“ Im Achental wolle man sich mit sieben anderen Gemeinden als eigenständige Region zu einem Schulverbund zusammen schließen und im kommenden Monat den Antrag beim Kultusministerium dazu stellen. Für die Hauptschule sehe er in erster Linie zwei Probleme: Die demographische Entwicklung mit sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren und die Einführung der sechsstufigen Realschule, bei der er eine Korrektur der Bayerischen Staatsregierung anmahnte. „Der Kampf um die Kinder beginnt“ so der Erste Bürgermeister, der die Forderung aufstellte: „Die Kinder sollen in ihren Wohnorten in die Schule gehen.“

Partei geht in die Informations-Offensive

Unter dem Motto, die „Schule im Dorf lassen“ wollen die Sozialdemokraten in der kommenden Woche mit einer Veranstaltungsreihe das Gespräch mit betroffenen Schülern, Eltern und Lehrern suchen. Am kommenden Dienstag stehen Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler und der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion der SPD, Hans-Ulrich Pfaffmann ab 19.30 Uhr Rede und Antwort in der Traunreuter Sportplatzgaststätte.

Am Donnerstag findet um 20 Uhr eine Podiumsdiskussion im Gasthaus Feldwies statt, zu der die veranstaltenden Gemeinderatsfraktionen SPD, Bayernpartei und Grüne Abgeordnete aller Landtagsfraktionen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen haben. Den Abschluß der Veranstaltungsreihe bildet ein Gespräch am Freitag um 19.30 Uhr im Grassauer Gasthof zur Post bei der die Landtagsabgeordnete Maria Noichl und der Erste Bürgermeister Grassaus Rudi Jantke zur Verfügung stehen.

Ziel der Veranstaltungen sei „eine ergebnisoffene Schuldiskussion, die die wohnortnahe Schule als eines der Ziele von Bildungspolitik auch in Bayern festschreibt“ so Reichenau. Alle Teilnehmer der Pressekonferenz waren sich darin einig, dass man „alles tun wolle, um die Schule und die Schüler im Dorf zu belassen.“

awi

Quelle: chiemgau24.de

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