Großer Bahnhof für Medaillengewinner

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Zeigten sich sichtlich bewegt von dem Empfang, der ihnen auf dem Stadtplatz Traunstein bereitet wurde: Langläufer Tobi Angerer und der Monoskifahrer Martin Braxenthaler.

Traunstein - Gut 300 Sportfans haben den beiden Olympia-Teilnehmern von Vancouver, Tobi Angerer und Martin Braxenthaler auf dem Traunsteiner Stadtplatz einen begeisterten Empfang bereitet.

Viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und dem Traunsteiner Stadt- und dem Chiemgauer Sportleben war mit dabei, die beiden Wintersportler zu ehren. Bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 20 Grad war „Party-Stimmung“ angesagt und gerade jugendliche Sportfans sowie der Fanclub des Traunsteiner Ausnahme-Langläufers machten sich bemerkbar. Ältere Sportfans waren da etwas stiller, alle Anwesenden zeigten mit ihrem Kommen und ihrem Beifall viel Respekt vor der außergewöhnlichen sportlichen Leistung der beiden heimischen Sportler.

Pünktlich um 15 Uhr fuhren die Beiden mit einem Cabrio, den Peter Osenstätter am Stadtplatz Traunstein vor, wo sie von den wartenden Sportfreunden empfangen wurden und sich in einem Spalier, den jungendliche Sportler der beiden Traunsteiner Vereine SC Traunstein und ESV Traunstein bildeten, den Weg zur Bühne „erkämpften“ auf der sie vom Bayernwelle-Moderator Siegi Huber erwartet wurden, der den Empfang moderierte. Die Stadtmusik Traunstein sorgte für den stimmungsvollen Einstieg in die Feierstunde die von einem enormen medialen Interesse begleitet wurde.

Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke begrüßte die beiden Ausnahmesportler mit den Worten: „Ihr seid uns lieb geworden.“ Der Oberbürgermeister ging auf die vielen Erfolge der zwei Wintersportler ein und kam zuerst auf Braxenthaler zu sprechen. Der Monoskifahrer Martin Braxenthaler habe die Menschen mit seinen Leistungen bei den Paralympics begeistert: „Am Fernseher haben viele von uns bis spät in die Nacht mitgefiebert. Aber nicht nur wir Traunsteiner haben uns von deinen großartigen Leistungen begeistern lassen. Das ist eine grandiose Karriere.“ Mit den Medaillenerfolgen in Whistler sei Braxenthaler seinem Ruf als Ausnahmesportler wieder einmal gerecht geworden und habe seinem Verein, der Stadt und allen Menschen mit Behinderung Ehre bereitet. Vorbilder wie Martin Braxenthaler würden zeigen, dass man auch mit einer Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. „Du hast durch deine Erfolge bewiesen, dass du nicht nur ein toller Sportler, sondern auch ein sympathischer Botschafter der Stadt Traunstein und des Chiemgaus bist.“

Empfang für Tobi Angerer und Martin Braxenthaler

Der Superstar aus Traunstein Tobi Angerer habe seinem Namen alle Ehre gemacht. Ehre habe er aber auch seiner Heimatstadt und der ganzen Nation gemacht und dabei seine Fans auch in dieser Saison wieder begeistert. „Du hast einfach alles richtig gemacht und ganz auf deine Form vertraut, so wie du es auch vor Weihnachten bei der Einweihung der Tobi-Angerer-Langlaufloipe auf dem Hochberg angekündigt hattest. Gold bei Olympia würde noch fehlen. Der Oberbürgermeister zeigte sich begeistert, wie Angerer die 30 Kilometer Strecke gelaufen sei: „Da bist du zum Schluß wie auf einer Sprintstrecke gelaufen, einfach unglaublich!“

Kösterke erinnerte in seiner Rede auch kurz an die in dieser Woche verstorbenen Skilegende Fritz Wagnerberger, der mit Ferdl Fettig lange Zeit das Aushängeschild für den Traunsteiner Skisport gewesen sei.

Landrat Hermann Steinmaßl freute sich über den Erfolg der sportlichen „Aushängeschilder“ der Region und schilderte sein persönliches „dabeisein“ bei Olympia: „Ich habe eure 'Läufe', wenn auch nur vor dem Fernseher, miterlebt und daheim mitgefiebert.“ Traunstein sei heute das 'Medal Plaza' von Vancouver, so der Landrat der ausführte, dass man mit Stolz und Bewunderung auf die Beiden Vorzeigeathleten schaue. „Ihr seid Botschafter für den Landkreis Traunstein und dem Chiemgau als Wintersportregion.“ Der nicht ganz ernst gemeinten Diskussion um die Frage, ob die Sportler nun zu Traunstein, Surberg oder Vachendorf gehören würden entledigte er sich auf seine Art: „Ihr seid Chiemgauer und das passt. Wir sind begeistert, über das was ihr geschafft habt.“

Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll zeigte sich stolz, dass Angerer für den SC Vachendorf auf die Loipen gehe: „Dank Tobi Angerer ist der Sportclub Vachendorf im internationalen Langlaufsport ein Begriff.“ Angerer und Braxenthaler seien für viele Jugendliche ein Vorbild. „Ihr seid für Viele sympathische Vorbilder. Ihr habt große sportliche Erfolge erzielt haben und trotzdem seid ihr bodenständig und bescheiden geblieben“ so Schroll an die beiden Skiathleten gewandt.

Surbergs 1. Bürgermeister Josef Wimmer war ebenfalls unter den Gratulanten und hob insbesondere die Leistung des Surbergers Braxenthaler heraus und würdigte die ausserordentliche, sportliche Leistung der beiden Wintersportler. Peter Hüttinger, 1. Vorsitzender vom Skiverband Chiemgau wies darauf hin, dass man früher bei solchen Leistungen ein Grundstück vom Bürgermeister geschenkt bekommen hätte. An Braxenthaler und Wimmer gewandt: „Dir Martin würde da schon halb Surberg gehören.“

Hans Rambold vom Bayerischen Skiverband, ging ebenso wie der Ehrenvorsitzende des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern, Siegfried Kick und Michael Hipp (Chef des Deutschen Paralympic Skiteams) auf die sportlichen Leistungen der Beiden Athleten ein. Dass die Leistungen der Beiden viele „Nachahmer“ in den Vereinen finden, erhofften sich Willi Weinl (1. Vorsitzender vom BLSV Kreisverband Traunstein), der Chiemgauer Skiverbands-Vorsitzender Peter Hüttinger und ESV-Chef Christoph Kraller.

Für Braxenthaler und Angerer sei die Ehrung in der Heimat ein herausragendes Ereignis, wie beide in ihren kurzen Dankesworten sagten. Beide bedankten sich für die „tolle Unterstützung“ durch ihre Familie, Freunde und Fans, die ihnen auch in Vancouver sehr wichtig gewesen sei.: „Es ist ein Traum, dass wir hier stehen dürfen“ so Angerer, der die Frage offen lies, ob er auch 2014 in Sotschi/ Russland dbei sein wolle: „Klar ist das ein Thema. Und so lange ich die Jungen noch schlagen kann, mache ich weiter.“ Braxenthaler hatte auch gleich ein erstaunliches, aber nachvollziehbares Statement parat: „Ich freue mich, dass heute so viele Leute auf den Stadtplatz gekommen sind und dass kein Schnee mehr liegt.“ In ein bis zwei Monaten werde er vielleicht entscheiden, ob er weitermachen wolle: „Ich muss das erst alles einmal 'sacken' lassen“ so der „Braxei der sich wünschte, dass der Behindertensport nicht nur alle vier Jahre bei den Paralympics eine solch grosse Bedeutung bekomme. Er wolle sich, nachdem er erst vor zwei Tagen aus Vancouver gekommen sei erst einmal ausruhen. Angerer dagegen gab andere Pläne bekannt: „Ich gehe zum Langlaufen.“

Nach dem Empfang am Stadtplatz ging es für die beiden erfolgreichen Wintersportler dann noch zu einem Empfang in das Rathaus bei dem sich die Beiden in das Ehrenbuch der Stadt Traunstein eintrugen.

Angerer, der national für den SC Vachendorf startet, hatte in Vancouver in der Doppelverfolgung über 30 Kilometer die Silbermedaille gewonnen. Nach einem 7. Platz zum Auftaktrennen über 15 Kilometer im Skating holte er nach Silber zum Abschluss über 50 Kilometer im klassischen Stil noch den 4. Platz. Braxenthaler, der wenn er nicht das Deutsche Trikot überstreift, die Vereinsfarben des ESV Traunstein vertritt ist nach seinem diesjährigen Erfolg in Colorado/ USA inzwischen 9-facher Weltcupsieger und holte bei den Paralympics im März insgesamt vier Medaillen. Drei mal Gold im Slalom, Riesenslalom und in der Super-Kombination sowie Silber im Super-G trugen wesentlich zum Gesamttriumph des Deutschen Teams bei, wie auch Bundespräsident Horst Köhler in einem persönlichen Brief an den passionierten Sportfischer schrieb: Braxenthaler habe „zur Leistung der deutschen Mannschaft einen herausragenden Beitrag geleistet.“ 12 Paralympics Medaillen und neun WM-Medaillen zeigen die Ausnahmestellung des Surbergers, der seine erste olympische Medaille 1998 im japanischen Nagano holte.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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