Der neue Verein „Drahdiwaberl und Springinkerl“ will Flüchlingen helfen und Brücken bauen

Musik und Tanz für Kinder vieler Nationen

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Mit ihrem neugegründeten Verein „Drahdiwaberl und Springinkerl“ will Margot Wingruber aus Grabenstätt Kindern von Flüchlingen helfen, durch Musik und Tanz einen Zugang in die neue Welt zu finden. Mit dabei sind der kleine Joseph und Sofia aus Algerien.

Grabenstätt - Musik, Tanz und Singen soll Kindern aus fernen Ländern helfen, ihren Platz im Landkreis zu finden. Mit diesem Ziel gründete sich der neue Verein „Drahdiwaberl und Springinkerl“.

Initiatorin ist Margot Wingruber aus Grabenstätt, die vor wenigen Monaten mit der Bayerischen Verfassungsmedaille ausgezeichnet wurde. Wieder hat sich die zierliche Frau im Rollstuhl ehrgeizige Ziele gesetzt: Traumatisierungen vor allem bei den Kleinen lindern, Druck abbauen und wenigstens ab und zu einen Ausgleich für den eklatanten Platzmangel in den Gemeinschaftsunterkünften bieten.

"Drahdiwaberl und Springinkerl"

Für die Sozialpädagogin Margot Wingruber ist es nicht die erste Vereinsgründung. Ende der 80er Jahre beschäftigte sie sich intensiv mit der Förderung von Hirngeschädigten und gründete „Mutabor“, eine inzwischen etablierte Einrichtung. Durch einen Zufall wurde sie vor vier Jahren auf Unterkünfte von Flüchtlingen im Landkreis aufmerksam. „Ich glaubte, nach neun Jahren Bewährungshilfe in einer Münchner Obdachlosensiedlung zu wissen, welche Zustände unser Staat manchen Kindern zumutet, aber was ich hier gesehen habe, hat mich schlaflose Nächte gekostet,“ erinnert sie sich, „hier gab es viele Probleme und bald war ich mittendrin.“ Bald betreute die Grabenstätterin selbst einige der Kleinen und machte anfangs viel mit Bilderbüchern, doch dann entdeckte sie durch einen Zufall, dass vor allem Geräusche und Töne die Kinder faszinierten und sie begeistert auf Musik reagierten.

„Drahdiwaberl und Springinkerl“ - mit diesem fantasievollen Namen will Margot Wingruber möglichst viele Interessierte einladen, ihr Projekt zu unterstützen. Mit dem neu gegründeten Verein hofft sie, auch finanzielle Unterstützung von verschiedenen Stellen beantragen zu können. Daneben ist sie mit ihren Mitstreitern bemüht, Kontakte zu Sport- Trachten und Theatervereinen zu knüpfen, um hier gemeinsame Projekte zu planen und die verschiedenen Kulturen darstellen zu können. „Es wäre schön, wenn es ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist,“ so Wingruber. „Dabei können wir im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen vielleicht an uns selbst neue Seiten entdecken.“ Unterstützung haben bereits bekannte Namen signalisiert: So wollen sich LaBrassBanda und Mona Freiberg-Helfrich vom Chiemgauer Volkstheater einbringen und die Pianistin Katharina Antonova aus der Ukraine, die in Übersee lebt, gibt bereits der kleinen Sofia aus Algerien Klavierunterricht.

Fahrdienste und Kinderbetreuung

Einstimmig wählten die knapp 30 Gründungsmitglieder Margot Wingruber zur Vorsitzenden und Altbürgermeister Fritz Irlacher aus Schleching zu ihrem Stellvertreter. Das Amt des Kassenwarts wird Stefan Gerhard Feiks ausüben und Protokollführerin ist Melanie Moell.

Sobald der Verein eingetragen ist wollen die Verantwortlichen Fördergelder beantragen für verschiedene Projekte oder einzelne Notfälle, Fahrdienste einrichten und Kinderbetreuungen organisieren. Künftig treffen sich Vereinsmitglieder mit Flüchlingen und Besuchern in regelmäßigen Abständen in Grabenstätt und genießen dabei Essen aus fremden Ländern. Margot Wingruber hat einen großen Traum, den sie mit „Drahdiwaberl und Springinkerl“ möglichst bald verwirklichen will: einen Platz im Landkreis zu finden, wo sie mehrere Tage lang ein buntes Veranstaltungsprogramm für Kinder von Einheimischen und Flüchlingen auf die Beine stellen kann, um ihnen einen kleinen Urlaub bieten zu können.

cs

Quelle: chiemgau24.de

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