Die Polizei ermittelt weiter:

Gekreuzigter Kormoran: Die Polizei ermittelt

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Diese makabre Aussicht bot sich Besuchern der Aussichtsplattform an der Hirschauer Bucht.
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Grabenstätt - Einfach nur makaber war die Aktion von Unbekannten an der Hirschauer Bucht: Sie kreuzigten einen Kormoran! Die Polizei ermittelt in diesem Fall weiter:

Ein makabrer Fund hat das sonst idyllische Panorama der Aussichtsplattform an der Hirschauer Bucht getrübt. Unbekannte haben einen Kormoran gekreuzigt und ihn an einem bestehenden Pfosten vor der Bucht angebracht.

Mittlerweile wurde der tote Vogel von der Wasserschutzpolizei entfernt und einer Seebestattung übergeben, bestätigt Rudolf Kick, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Prien, auf Nachfrage von chiemgau.de.

"Dieser Bereich ist natürlich nur mit einem Boot zu befahren. Da die Wasserschutzpolizei bei dem tiefen Wasser schon Probleme mit ihrem großen Boot hatte, kann man davon ausgehen, dass Unbekannte die Stelle mit einem Ruderboot angesteuert haben", erzählt der Chef der Priener Polizei.

"Aufgrund des absolut fortgeschrittenen Verwesungszustandes kann nicht eindeutig festgestellt werden, wie das Tier ums Leben kam" erklärt Kick. Zum Zeitpunkt des Auffindens war der Kormoran mindestens eine, wenn nicht sogar schon zwei Wochen tot. Die Ermittlungen gehen weiter, da eventuell ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt und der Kormoran unerlaubt gejagt und geschossen worden sein könnte.

Kormorane dürfen im Zeitraum vom 16. August bis 14. März im Umkreis von 200 Metern um Gewässer außerhalb von Naturschutzgebieten, Nationalparks und europäischer Vogelschutzgebiete geschossen werden. Diese Regelung trifft im Fall der Hirschauer Bucht jedoch nicht zu, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. Thomas Lex, einer der 17 Berufsfischer am Chiemsee erzählt chiemgau24.de, dass pro Jahr rund 20 - 22 Kormorane während der erlaubten Jagdzeit geschossen werden.

Für die Fischer in der Region stellen Kormorane ein bekanntes Problem dar: Je mehr Kormorane, desto geringer der Fisch-Bestand. Trotzdem lässt Lex den Verdacht, Chiemseefischer hätten was mit dem gekreuzigten Vogel zu tun, gar nicht erst zu: "Wir distanzieren uns auf´s Schärfste von dieser Aktion." Durch so eine geschmacklose Handlung würde das Thema um die Fischer und ihr Problem mit den Vögeln nur unnötig geschürt werden.

Auf die Anfrage von chiemgau24.de teilte die Bayerische Schlösserverwaltung mit:

Die Schlösserverwaltung als Verwalterin des Chiemsees hat heute von dem Vorfall erfahren und sich umgehend an die Polizei gewandt.

Nach telefonischer Auskunft des Leiters der Polizeiinspektion Prien hat diese am 07.08.2014 Kenntnis von der Befestigung des Kormorans an einem Pfahl im See erhalten. Die Beamten haben vor Ort den bereits stark verwesten Vogel abgenommen. Lediglich die kreuzähnliche Aufhängung wurde am Pfahl belassen. Die Polizeiinspektion Prien hat von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

Weitere Erkenntnisse liegen bisher leider nicht vor.

Quelle: chiemgau24.de

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