Brandgefahr und Tierquälerei?

Feuerwerk sorgt für Ärger in Erlstätt

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Erlstätt - Anfang Juli feierte ein frisch vermähltes Paar in Erlstätt ihre Hochzeit mit einem imposanten Feuerwerk. Doch ein Anwohner war davon gar nicht begeistert und stellt insbesondere den Brandschutz in Frage. 

Der Abbrand des Feuerwerks regnete auf geparkte Autos.

Ein Leser fühlte sich durch das Feuerwerk extrem belästigt. "Von 22.30 Uhr erfolgte zehn Minuten Dauerfeuer mit infernalischem Lärm, der - wie von der Polizei bestätigt - sogar in Traunstein in der Dienststelle zu hören war", erklärt der Anwohner verärgert. Er betreibt eine Hundepension und seine Tiere hätten durch den Lärm einen Schock erlitten. "Das grenzte auch an Tierquälerei", so der Vorwurf des Anwohners.

"Grob fahrlässig"

Wäre er zuvor gewarnt worden, hätte er die Tiere auf den Lärm vorbereiten können. Von dem Feuerwerk schien aber keiner in dem Ort etwas gewusst zu haben. Eine Anzeige bei der Polizei wegen Ruhestörung sei aber ebenfalls nicht möglich gewesen, da das Feuerwerk von der Regierung von Oberbayern genehmigt sei. 

"Das Feuerwerk wurde mit einer professionellen Ausrüstung durchgeführt und war weder durch eine Absperrung noch durch die Feuerwehr gesichert. In unmittelbarerer Nähe befanden sich Bäume und ein uraltes Schulgebäude. Man hat also grob fahrlässig gehandelt und wissentlich die Gesundheit und das Wohl eines ganzen Ortes riskiert", so der Anwohner. 

Verantwortliche?

Durch die herunterfallenden, zum Teil noch brennenden Feuerwerkskörper seien zudem Autos beschädigt worden. Für den Anwohner sei unverständlich, wie ein solches Feuerwerk überhaupt genehmigt werden konnte. In Bayern muss ein privates Feuerwerk grundsätzlich immer von der Gemeinde genehmigt werden. 

Der Abbrand des Feuerwerks regnete auf geparkte Autos.

Auf Nachfrage von chiemgau24.de erklärte die Gemeinde Grabenstätt, dass das Feuerwerk von einem professionellen Veranstalter organisiert wurde. Daher handele es sich nicht mehr um ein privates Feuerwerk. "Wir gestatten grundsätzlich keine privaten Feuerwerke", erklärte der Sprecher der Gemeinde und verwies auf die Regierung von Oberbayern. 

Feuerwerk "indirekt" genehmigt

"Gewerbliche Feuerwerke dürfen in Deutschland nur durch Erlaubnisinhaber abgebrannt werden. Ein Feuerwerker (Einzelperson oder Unternehmen) kann dafür eine "dauerhafte" Erlaubnis nach dem Sprengstoffrecht erhalten, wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind", so Dr. Martin Nell, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern. Anschließend könne ein Erlaubnisinhaber ohne eine zusätzliche Genehmigung Feuerwerke veranstalten.

"Soweit Verstöße gegen andere Vorschriften zu befürchten sind, zum Beispiel gegen den Lärm-, Natur- und Brandschutz, das Tierschutz- oder das Feiertagsgesetz, müssen das entsprechende Landratsamt oder die Kommune in eigener Zuständigkeit tätig werden", erklärt Nell weiter. Hier scheint jedoch fragwürdig, wie das Landratsamt oder die Kommune tätig werden soll, ohne von dem Feuerwerk zu wissen.

Eine Vorschrift, die das Beaufsichtigen von Feuerwerken durch die Feuerwehr regelt, gäbe es nicht. "Grundsätzlich hat der Feuerwerker nach §24 Sprengstoffgesetz alles zu veranlassen, dass Beschäftigte und Dritte, aber auch Sachgüter beim Abbrennen des Feuerwerks ent sprechend geschützt und nicht geschädigt werden", so Nell abschließend. 

Joanna Thurow

Quelle: chiemgau24.de

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