Dreifach-Besuch von Christine Haderthauer

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Christine Haderthauer war zu Gast in Grabenstätt.

Grabenstätt - Staatsministerin Christine Haderthauer war jetzt zu Gast in Grabenstätt - und zwar gleich dreifach, beim Trachtenverein, im Kreisaltenheim und auch bei der Jugend.

Staatsministerin Christine Haderthauer begeisterte im Festzelt in Grabenstätt. „Bayern ist das Land der sozialen Gerechtigkeit und dafür kämpft auch Christine Haderthauer“, betonte Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Klaus Steiner und übergab das Wort an die bayerische Sozialministerin, die auf seine Einladung bereits zwei Stunden zuvor eingetroffen war, um im Kreisaltenheim Grabenstätt an einer Diskussionsrunde zum Thema „hospizliche und palliative Begleitung von Kurzzeitpflegegästen und Bewohnern“ teilzunehmen und am Eichberg den „Grabenstätter Herzerlweg“ der Jugendtheater-, Musik und -Kunst AG zu eröffnen.

Mehr zum Jubiläum des GTEV und weitere Fotos

finden Sie hier.

Es sei „keine Selbstverständlichkeit“, dass an einem Montag nach einer solchen Festwoche so viele Besucher zu einem politischen Abend kämen, freute sich Haderthauer und gratulierte dem GTEV „Chiemgauer“ Grabenstätt zu seinem 100. Gründungsjubiläum. Zuvor war sie unter den Klängen des „Bayerischen Defiliermarsches“ mit Parteikollegen ins Zelt eingezogen.

In ihrer frei gehaltenen Rede streifte sie alle wesentlichen landespolitischen Themen. Die geringe Arbeitslosenquote in Bayern sei „kein Ruhekissen, sondern eine Herausforderung, denn wir wollen Vollbeschäftigung“, betonte die Juristin, die sich als „politische Quereinsteigerung“ bezeichnete. Die geringe Jugendarbeitslosigkeit sei auch ein Verdienst der vielen heimischen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das „Gebot der Solidarität“ meine, so Haderthauer, demjenigen zu helfen, der staatliche Hilfe benötige, doch „Hartz IV ist nur ein Gästezimmer“. Betroffene müssten alles dafür tun, da wieder rauszukommen.

Christine Haderthauer in Grabenstätt

Die Opposition meine immer, dass es immer auf den Staat ankäme, so die CSU-Politikerin, und dass dieser alles regeln müsse, doch die Gesellschaftstheorie der CSU laute: „Auf den Bürger kommt es an“. Dass es Bayern so gut gehe, sei in erster Linie die Leistung der hier lebenden Menschen. Die Politik setzte nur die passenden Rahmenbedingungen. So halte man auch an der ambitionierten Zielsetzung fest, den Freistaat bis 2030 schuldenfrei zu machen. Jetzt müsse man es schaffen, die Schulden zu tilgen, denn nie seien die Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen so hoch gewesen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit dürfe man den kommenden Generationen keine Schuldenberge hinterlassen. Steuererhöhungen, wie von SPD und Grünen gefordert, werde es mit der CSU nicht geben, versprach Haderthauer. Auch sehe sie es nicht ein, dass „wir die Schulen von anderen europäischen Ländern mitfinanzieren, die ihre Finanzpolitik nicht im Griff haben“.

Die Klage gegen den Länderfinanzausgleich sei richtig, denn auch „das ist Solidarität“. Es könne nicht sein, dass der Freistaat 2014 über vier Milliarden Euro Länderfinanzausgleich zahle. Eine Lanze brach sie für das mehrgliedrige bayerische Schulsystem, das „zu jedem Abschluss einen Anschluss“ garantiere und Theoretiker und Praktiker hervorbringe. Die von den Oppositionsparteien befürworte Gesamtschule wäre „ein Verbrechen an der Vielfalt unserer Kinder“.

Haderthauer lobte den Kinderkrippenausbau, das eingeführte Betreuungsgeld, das den Eltern die Wahlfreiheit lasse, und die Mütterrente, die aber noch optimiert werden müsse. Wie man auch heute wieder sehe, gehe es nicht ohne Ehrenamt, so die Ministerin und appellierte an die Festgäste, sich auch kommunalpolitisch zu engagieren, denn „Politik und Demokratie heißt mitmachen“.

Haderthauer wusste auch mit ihrem Humor zu unterhalten, denn als das Mikrofon nach tagelangem Einsatz streikte, gab sie offen zu, dass sie bisher noch „jede Anlage geschreddert“ habe. Abschließend wünschte sie Klaus Steiner, Landratskandidat Siegfried Walch, den Bezirkstagskandidaten Annemarie Funke und Richard Graßl, Peter Ramsauer und Markus Fröschl alles Gute für deren Kandidaturen. Nach ihrer Rede und der gemeinsam gesungenen Bayernhymne nahm sie sich noch reichlich Zeit für Autogramme.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Bürgermeister Georg Schützinger die Vorzüge „seiner“ Gemeinde vorgestellt und klargestellt: „Es ist einfach schön hier Bürgermeister zu sein“. Ein Sonderlob erhielt der Festverein GTEV „Chiemgauer“ Grabenstätt. Dessen Festwoche habe auch eindrucksvoll gezeigt, wie aktiv die Ortsvereine seien.

Landtagsabgeordneter Steiner betonte, dass Haderthauer oft zu Unrecht angegriffen werde, doch das spreche auch für sie und ihre Arbeit als Ministerin, denn angegriffen werde nur derjenige, der "an vorderster Front steht und kämpft“. Anschließend schaltete Steiner in den geliebten Wahlkampfmodus. Bayern sei in allen Lebensbereichen seiner Bürger deutschlandweit an der Spitze und es sei „wichtig, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen“, appellierte der CSU-Politiker.

CSU-Ortsvorsitzender Hans Pertl bedankte sich abschließend bei Haderthauer für ihren Besuch und gratulierte dem Festverein GTEV „Chiemgauer“ Grabenstätt zu seinem „großartigen und einmaligen Fest“.

Musikalisch untermalt wurde der politische Abend von der Musikkapelle Grabenstätt, die in der Festwoche mehrfach aufspielte. Beim „Rainermarsch“ übergab Dirigent Christian Bergmann den Taktstock an Landrat Hermann Steinmaßl. Auch Haderthauer wäre von dessen herzerfrischendem Spontan-Auftritt begeistert gewesen, doch sie befand sich bereits auf der Heimreise. Gut möglich, dass sie während der Fahrt aus dem Geschenkkorb des CSUOrtsverbandes mit lokalen Produkten schnabulierte, den sie nach ihrer umjubelten Rede von den Trachtenkindern Theresa und Johanna Fleischmann überreicht bekommen hatte. Womöglich schlief sie aber auch auf dem geschenkten Erinnerungs-Kissen des GTEV.

Lesen Sie hier den Bericht von der Eröffnung des Grabenstätter Herzerlwegs

„Der Grabenstätter Herzerlweg ist hiermit offiziell eröffnet“, ließ die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer verlauten, als sie im Beisein von Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, Bürgermeister Georg Schützinger, den Vorsitzenden der Jugendtheater-, Musik und -Kunst AG, Rudolf Rett und Doris Biller, den jungen Künstlern sowie zahlreichen Zuschauern am Eichberg das Band durchschnitt.

Zuvor hatte sie mit ihrer Unterschrift die Patenschaft für ein Herz übernommen und dieses mit einem Akkuschrauber gekonnt an einen kleinen „Maibaum“ befestigt. Und weil sie gerade dabei war, tat sie dies auch mit dem „Paten-Herzerl“ von Ministerpräsident Horst Seehofer. „Ich werde es ihm demnächst persönlich ausrichten, dass ich sein Herz zweimal durchbohrt habe und der Steiner Klaus es verhindern wollte“, versprach die Ministerin schmunzelnd.

Der Herzerlweg sei eine „wunderbare Sache“ und zeuge davon, dass Jung und Alt im Ort gut zusammenarbeiten. „Ich werde es überall weitererzählen“, versprach Haderthauer. Steiner und Schützinger durften ebenfalls ihre handwerklichen Qualitäten unter Beweis stellen.

Der Grabenstätter Herzerlweg, ein zum Ortsteil Winkl führender einladender Waldweg am Eichberg, besteht aus rund 350 von Kindern, Jugendlichen und jung gebliebenen Erwachsenen liebevoll gestalteten und mit Hoffnungen und Wünschen versehenen Herzen. „350 Herzen, 350 mal Liebe, 350 mal Hoffnung: möge all dies für unsere Kinder und Jugendlichen und damit auch für unsere Zukunft in Erfüllung gehen“, wünschte sich Walter Hein und lobte Doris Biller und Rudolf Rett, die „einen Großteil ihrer Freizeit für diesen noch jungen Verein opfern“.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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