So entstand der Krater

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Traunstein - Ein großes Loch klafft seit Samstag in einer Wiese in der Nähe des Ettendorfer Kircherl. Vom Staatlichen Bauamt Traunstein gab es jetzt eine Stellungnahme. **Jetzt mit Video-Interview**

Hier die Pressemitteilung vom 17. Januar des Staatlichen Bauamts Traunstein:

Geologisch bedingter Nachbruch an der Ortsbrust des Ettendorfer Tunnels führt zu Kraterbildung an der Oberfläche

Durch eine Instabilität an der Ortsbrust infolge einer wasserführenden Sandeinlagerung kam es am Samstag, 16.01.2010, um 5 Uhr beim Kalottenvortrieb am Meter 86 des nördlichen Tunnelabschnittes zu einem geologisch bedingten Nachbruch. Hierbei rutschte die Ortsbrust nach und zerstörte die letzten 4 Gitterbögen im Tunnel.

Video: Das Loch am Tunnel

Personen wurden nicht verletzt, da sich der Nachbruch durch Risse im Spritzbeton ankündigte und sich die erfahrenen Mineure zurückgezogen hatten. Durch das Nachrutschen der Ortsbrust in den Tunnel entstand an der Oberfläche auf einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück ein Krater mit rd. 10 m Durchmesser und rd. 5 m Tiefe. Eingestürzt ist nicht das Tunnelgewölbe, sondern die freigelegte Ortsbrust. Die Überdeckung von der Oberfläche bis zur Tunneldecke beträgt an dieser Stelle rd. 10 m.

Der Tunnel Ettendorf liegt im Bereich einer Endmoräne mit äußerst schwierigen geologischen Verhältnissen mit einer z.T. sehr geringen Überdeckung. Als Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahme werden während der Bauphase über und unter Tage alle 6 Stunden Messungen durchgeführt, um etwaige Verformungen festzustellen. Die letzten Messungen vor dem Nachbruch ergaben keine Anzeichen für ein außergewöhnliches Verhalten. Besondere Restrisiken, die nie mit letzter Sicherheit erkannt werden können, sind wie im vorliegenden Fall insbesondere wassergesättigte Sandlinsen.

Aktuelle Bilder von der Bruchstelle

Bruch am Ettendorfer Tunnel

Als Sofortmaßnahme wurde unter Tage an der Nachbruchstelle bereits ein 3 facher Gitterbogen gestellt mit Beton eingespritzt. An der Oberfläche ist der Nachbruchkrater mit einem Bauzaun abgesperrt worden. Die Sohle und seitlichen Flanken des Nachbruchkraters werden mit Spritzbeton und Folien stabilisiert, damit durch Oberflächenwasser keine weiteren Schäden entstehen können. Jetzt wird mit der planmäßigen Aufarbeitung fortgefahren, damit baldmöglich wieder der reguläre Vortrieb erfolgen kann.

Über und unter Tage werden die Meßpunkte verdichtet und die Meßzeitintervalle in kritischen Phasen auf 1 Stunde erhöht. Über der Ortsbrust wird ein mitwandernder Bauzaun aufgestellt. Wenn die Ortsbrust im Bereich der Georgistraße aufgefahren wird, erfolgt eine Straßensperrung.

Ein derartiger Nachbruch ist immer ein Ereignis, das durch Instabilitäten an der Ortsbrust während der Bauphase ausgelöst wird. In den Bereichen, wo bereits die Kalotte mit Gitterbögen, Baustahlmatten und Spritzbeton gesichert wurde, ist dies nicht mehr möglich.

Der Schaden dürfte im unteren 6-stelligen Bereich liegen und ist durch eine Bauleistungsversicherung der Firma abgedeckt.

Sebald König (Ltd. Baudirektor)

Quelle: chiemgau24.de

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