Gemeinderat stimmt gegen Nachtbetrieb

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Der Gemeinderat Nußdorf verweigerte in der jüngsten Sitzung die Zustimmung zum Nachtbetrieb auf der Asphaltmischanlage im Nordwesten des Hauptortes. Einstimmig sprachen sich die Gemeinderäte gegenüber dem Landratsamt Traunstein als Genehmigungsbehörde gegen eine Ausweitung der Betriebszeiten auf die Nacht aus.

Nußdorf - Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gegen den Nachtbetrieb der Asphaltmischanlage am Ortsrand gestimmt:

Einer pauschalen Ausdehnung über die bisher genehmigte Betriebszeit von 6 bis 22 Uhr hinaus, lehnte der Gemeinderat mit der Begründung ab, dass die unmittelbaren Nachbarn eines landwirtschaftlichen Betriebes an der Sondermoninger Straße, sowie die etwa 600 Meter entfernten Anwohner der Weidangerstraße, Strohmaierstraße und des Kapellenberges weiterer Lärm- und Geruchsbelastung ausgesetzt wären. Der ablehnende Beschluss der Gemeinderates ist Inhalt einer Stellungnahme, zur der das Landratsamt Traunstein, Abteilung Immissionsschutz, den Gemeinderat aufgefordert hat.

Die Betreiber der Anlage erläuterten in ihrem Antrag, dass in den Nachtstunden mit stündlich acht bis zehn Lastwagen zu rechnen sei, die von der Mischanlage zu den Baustellen abfahren. Dies würde nach Meinung der Gemeinderäte sowohl die Anlieger der Hauptstraße in Nußdorf als auch die Bürger in Sondermoning betreffen, die an der Staatstraße 2096 wohnen. Bürgermeister Hans Gnadl betonte, dass die Anwohner vor weiteren Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigungen zu schützen seien. Die bislang 96 genehmigten Betriebsstunden pro Woche wolle die Betreiberfirma zwar beibehalten, so Gnadl, dass sich diese jedoch zusehends auf Nachtzeiten verlagern sollen, könne der Gemeinderat im Interesse der Bürger nicht hinnehmen. Franz Purzeller sprach sich dafür aus, es weiterhin bei Einzelgenehmigungen für einen begrenzten Zeitraum zu belassen, zum Beispiel wenn die Straßenbaufirma größere Baustellen auf Autobahnen zu beliefern hat. Eine pauschale Genehmigung für den Nachtbetrieb lehnte auch Purzeller ab. Der Gemeinderat machte in seiner Stellungnahme an das Landratsamt auch darauf aufmerksam, dass die Grünordnung, die nach den letzten großen Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände angeordnet wurden, noch nicht umgesetzt sei. Eine Begrünung Richtung Süden und Osten mit Sträuchern und hohen Bäumen, würde einiges an Lärm und Staub abschirmen.

Auch geklagten einige Gemeinderäte, dass je nach Windrichtung vermehrt penetranter Asphaltgestank in Nußdorf und auch in Sondermoning wahrnehmbar sei. Auch die seit langer Zeit bestehende mündliche Zusage der Firmenleitung, dass weithin hörbare Lautsprecherdurchsagen, besonders in den Morgenstunden unterbleiben, werde nicht eingehalten. Dazu ergänzte das Ratsgremium in seiner Stellungnahme, dass häufig schon weit vor dem offiziellen Betriebsbeginn um 6 Uhr auf der Asphaltmischanlage gearbeitet werde – oft schon um 4 Uhr morgens. Die genehmigte Betriebszeit werde schon seit langer Zeit nicht eingehalten, monierte der Gemeinderat. Einstimmig äußerten die Gemeinderäte Verständnis, wenn einzelne Baustellen den Einbau des Asphalts zu Nachtzeiten erforderlich machen. In solchen Fällen sei man für zeitlich begrenzte Einzelgenehmigungen zum Nachtbetrieb offen. Eine pauschale Genehmigung zum nächtlichen Betrieb könne der Gemeinderat den betroffenen Bürgern aber nicht zumuten. Abschließend äußerten die Gemeinderäte die Hoffnung, dass sich das Landratsamt der Argumentation des Gemeinderates anschließt und den Antrag auf Nachtbetrieb zum Schutz der Bürger vor höheren Immissionsbelastungen ablehnt.

Peter Volk

Quelle: chiemgau24.de

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