"Gelebte Brücke zum friedlichen Europa"

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"Vorbildliches Werk der Völkerverbindung": Erzbischof Robert Zollitsch lobte in Chieming die Hilfsaktionen für Serbien.

Chieming - Die Ortsgemeinschaft der donauschwäbischen Vertriebenen aus dem serbischen Filipowa traf sich zum sechsten Mal zu ihrem "Heimattreffen" in Chieming.

Als besonderer Gast war Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, zum Gottesdienst in die Pfarrkirche Chieming gekommen.

Robert Zollitsch war als Achtjähriger mit Hilfe seiner Großmutter aus dem Vernichtungslager Gakowa nach Deutschland geflohen. Vor über hundert Besuchern aus Österreich und Deutschland sagte der Erzbischof, man müsse dankbar sein, dass Gott in aussichtslosen Situationen Türen aufgetan habe und viele so eine neue Heimat fanden. Es gelte nun, eine "gelebte Brücke" zu einem friedlichen Europa zu bieten. Im Anschluss an die Pontifikalmesse gedachten die "alten" noch in der alten Heimat Geborenen und die "jungen" Nachgeborenen den Opfern von Erschießungen und der Lagerinternierungen.

Den anschließenden Empfang im Pfarrheim moderierte Alois Glück, Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Glück berichtete den Gästen, darunter die Bürgermeister von Chieming und Nußdorf, Benno Graf und Hand Gnadl, über die Hintergründe der "Zollitsch-Lauber-Aktionen". Der Pertensteiner Hans Lauber und der Erzbischof, beide in Serbien geboren, wollen die freundschaftlichen Beziehungen zu den heutigen Bewohnern in den ehemals deutschen Siedlungen stärken, um für ein "friedliches Europa" zu werben. In diesem Rahmen haben Lauber und seine Helfer bereits Fertighäuser aus Seebruck und ausgediente, wiederhergerichtete Feuerwehrautos nach Serbien gebracht.

Glück bedankte sich bei den Gemeinden Grabenstätt, Nußdorf, Rabenden/Altenmarkt und Bergen, die ihre Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung gestellt hatten. Zollitsch, der selbst bei zwei Übergaben dabei war, nannte den Einsatz ein "vorbildliches Werk der Völkerverbindung". Vertreter des Roten Kreuzes und der Feuerwehr aus Serbien, die nach Chieming gekommen waren, dankten für die Unterstützung. Nachmittags beendeten die Besucher den Heimattag beim Chieminger "Unterwirt".

naw/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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