Gedenken an Opfer des Massakers von Surberg

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Surberg - In Surberg hat am Sonntagmittag zum 25. Mal die Gedenkfeier für die Opfer des Massakers vom 3. Mai 1945 stattgefunden.

Die jährliche Gedenkveranstaltung findet in Erinnerung an die 61 überwiegend jüdischen KZ-Häftlinge statt, die am Morgen des 3. Mai von SS-Wachmännern erschossen wurden. Rund 120 Besucher, darunter auch der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer, Traunsteins 3. Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sowie Traunsteins Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl waren zu der vom Bund der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) ausgerichteten Gedenkfeier gekommen.

Der Vorsitzende der Traunsteiner Kreisvereinigung, Friedbert Mühldorfer wies darauf hin, dass die jährlichen Gedenkfeiern heuer zum 25. mal stattfinden würden. Man habe gleich nach 1945 mit den Feiern begonnen, dann hätte sich 30 Jahre niemand mehr darum gekümmert, die Gedenkstätte sei verwildert gewesen, das Grauen der Geschehnisse am 3. Mai 1945 weitgehend unbekannt. „Wir wollten die Vergangenheit nicht ruhen lassen und kein Gras über die Sache wachsen lassen, wie es sich manche erhofft hatten“ so Mühldorfer.

Gedenken in Surberg

Landrat Sepp Konhäuser wies in seiner Rede darauf hin, dass das Gedenken an das Geschehen vom Mai 1945 wichtig sei: „Die Gedenkfeier ist ein Zeichen der Menschlichkeit und der Solidarität mit den Familien der Opfer und des Respekts gegenüber der Anderen.“ Es sei aber besonders für die Nachkriegsgeneration ein Anlass zum Nachdenken, wie gefährlich extremistisches Gedankengut für die Demokratie sei.

Zeitzeuge berichtet

Der Zeitzeuge Karl Rom aus München, der lange Zeit in Israel gelebt hat, schilderte anschließend seine Erlebnisse in seiner Geburtsstadt Kovno in Litauen und sein Martyrium durch verschiedene Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Die bewegende Geschichte Roms, dessen Erzählungen nie einen anklagenden Charakter hatten, fanden mit der Übergabe eines Blumenstrauß durch die neunjährige Olivia an den Vierundachzigjährigen eine Brücke in die Gegenwart, in der er – das Erinnern an die Vergangenheit wach haltend – die Hand zur Versöhnung reichte.

Das hebräische „Schalom alechem“, der Wunsch nach Frieden für alle Menschen, das passend von Sarah Staller und Lena Kroll gesungen wurde, passte ebenso wie die Lesung der Schülerin vom Münchner Käthe-Kolwitz-Gymnasium, Lioba Huber, die ein Gedicht der in einem SS-Arbeitslager ermordeten siebzehnjährigen Selma Meerbaum-Eisinger vorlas, die in „Poem“ nach dem „Warum“ des Leides fragt, das ihr SS-Angehörige angetan hatten.

„Blowing in the Wind“ von Bob Dylan war dagegen auch eine Erinnerung an die beim Felssturz von Stein an der Traun ums Leben gekommenen Peter und Sophie Baumgartl , die beide bei Gedenkfeiern mitgewirkt hatten und laut Mühldorfer „eine besondere Verantwortung durch ihr Engagement gegen Neonazis übernommen hätten.“

awi

Quelle: chiemgau24.de

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