G8-Abiturienten erzielten Top-Ergebnisse

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Direktor Klaus Kiesl (rechts) gratuliert den 1,0-Abiturientinnen Claudia Zintz, Elisa Wirsching, Katharina Huber und Salome Engelsberger (von links).

Traunstein - Von den 85 Abiturienten des ersten G8-Jahrgangs am Chiemgau-Gymnasium (CHG) haben mehr als zwei Drittel mit "gut" oder "sehr gut" abgeschlossen.

Deutlich mehr als ein Drittel hat eine Eins vor dem Komma und davon haben vier Abiturientinnen die Traumnote 1,0 erreicht.

Bei seiner Abschlussrede wehrte sich CHG-Direktor Klaus Kiesl entschieden gegen den schlechten medialen Ruf des G8. "Von Chaos, Manipulation und Mogelpackung kann überhaupt nicht die Rede sein." Er erinnerte daran, dass der neue G8-Lehrplan aufgrund zahlreicher Proteste mehrfach verändert worden sei und letztlich dazu geführt habe, dass sich "in dem Wirrwarr auch große Schulmänner nicht mehr zurecht fanden".

Das G8 sei zwar unter großem Zeitdruck eingeführt worden, doch müsse man ehrlicherweise hinzufügen, dass es auch bei der Einführung der Kollegstufe vor 35 Jahren landesweit Kritik und trotz der damals durchgeführten Testphase quasi im Fünfjahresrhythmus Nachbesserungen gegeben habe.

Die neuen Ansätze im G8 mit Stärkung der Grundkompetenzen, den vermehrten Übungsphasen und den zusätzlichen Intensivierungsstunden sowie die Einführung der Studien- und Berufsorientierung in der Oberstufe hätten sich bewährt, bilanzierte Kiesl.

Ob alles besser geworden sei, werde die Zukunft zeigen. Was sich nachweislich bereits bewährt habe, sei die Durchforstung und Reduzierung des Stoffes in allen Fächern. Im Vergleich zum G9 habe sich die Zahl der Wiederholer mehr als halbiert und die Erfahrungen aus den Projektseminaren sei den G9-Schülern vorenthalten geblieben, fügte Kiesl hinzu.

Dem ersten Abiturjahrgang seien nicht nur schulische Leistungen abverlangt worden, sondern er habe auch einige andere Probleme aufzufangen und Aufgaben zu bewältigen gehabt, berichtete Oberstufenkoordinator Diether Thumser. Doch diesen Jahrgang zeichneten bayerische Tugenden wie Gelassenheit, deutsche Präzision und die Freude an der Gemeinschaft aus. Er hoffe, dass die Abiturientinnen und Abiturienten dieser Oberstufe mit ihrem starken sozialen Zusammenhalt in Zukunft gerne an ihr Bildungsfundament, das CHG, zurückdenken würden, schloss Thumser.

Elternbeiratsvorsitzende Marlies Viermetz hob einen weiteren besonderen Aspekt des ersten G8-Abitur-Jahrgangs hervor. Die Absolventen seien "die zweite Hälfte des Abiturjahrganges 2011". Sie wolle im Nachhinein nicht mehr über die Einführung des G8 und die damit verbundenen Schwierigkeiten lamentieren. Der Blick gehe in die Zukunft.

Was ihr allerdings nachhaltig zu schaffen mache sei das, was in den letzten Wochen in den Medien mit dem Abitur des G8 gemacht worden sei. Das G8 sei "wieder einmal nicht objektiv und konstruktiv behandelt, sondern politisch instrumentalisiert worden", kritisierte Viermetz.

Die Abiturientinnen und Abiturienten sollten sich ihr Abitur nicht madig machen lassen. Sie hätten Großartiges geschafft und dabei als Pioniere Neuland betreten und mit vielen Widrigkeiten und Unbekannten zu kämpfen gehabt.

mp/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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