Fotovoltaik im großen Stil

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Traunstein - In Berlin hat sich die Regierung zum Atomausstieg und zur Energiewende bekannt. In Traunstein redet man schon über ein Projekt, das genau in das Schema passt.

Ein Investor aus Mühldorf - die Firma SunPlan - will auf einer 45.000 Quadratmeter großen Fläche an der Schmidhamer Straße in der Gemarkung Wolkersdorf eine Fotovoltaikanlage bauen. Nach hitziger Debatte hat der Stadtrat mit 14 zu neun Stimmen beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Die Firma SunPlan ist Projektentwickler und Betreiber von Sonnenkraftwerken. Sie will jetzt im Stadtgebiet Traunstein auf einer 45.000 Quadratmeter großen Fläche östlich der Elektrizitätsgenossenschaft Wolkersdorf eine Fotovoltaikanlage errichten.

Oberbürgermeister Kösterke machte deutlich, was er von dem Projekt hält: Die Stadt sei dem Thema Erneuerbare Energien gegenüber sehr positiv eingestellt. "Ich bin aber klar gegen Freiflächen-Fotovoltaikanlagen", so das Stadtoberhaupt.

Rainer Schenk (Traunsteiner Liste) sprach hingegen von einem idealen Standort: "Eine bessere Fläche gibt es in ganz Traunstein nicht." Der Oberbürgermeister warf Schenk vor, in seinen langen Ausführungen einzelne, zu erwartende Probleme mit der Anlage "bewusst wegzulassen". Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, die Anlage sei "eine Chance für Traunstein und ein Baustein für den Umstieg in Richtung Erneuerbarer Energien".

Konrad Haberlander (UW) plädierte dafür, dort lieber ein Gewerbegebiet auszuweisen und damit langfristig Arbeitsplätze in der Stadt zu sichern. Dessen Argumentation schloss sich Josef Häusler (CSU) an: Die Stadt Traunstein soll seiner Ansicht nach diese Fläche erwerben. Fraktionskollege Ernst Harrecker sagte, dass technische Probleme für das regionale Leitungsnetz beziehungsweise für die Stadtwerke Traunstein vorprogrammiert seien. "Da werden wir schauen, wenn die Sonne raus kommt, und der gesamte erzeugte Strom der Anlage dann in das Netz eingespeist wird."

Wolfgang Lenz (UW) meinte, dass die Anlage ein Schritt in Richtung eines dezentralen Netzes in der Energieversorgung sei. Damit könne man die großen Energiekonzerne außen vor lassen. Dieser Argumentation mochte der Oberbürgermeister nicht so recht folgen. Man wisse nicht, wer hier der Investor sei. Dies könne auch "ein Großer der Branche" sein.

wz/Chiemgau Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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