Explosion in Inzell: Das sagt der Experte

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Ein Bild des Grauens bot sich den vielen Helfern und Experten vor Ort.

Inzell - Einen Tag nach der verheerenden Explosion in Inzell bleiben viele Fragen offen. Ist es für Laien wirklich so leicht, eine solche Sprengkraft zu entfesseln? Wir haben einen Experten gefragt.

Olaf Hoyer ist Bayerns einziger vereidigter Sachverständige für Sprengtechnik. Sein Urteil fällt eindeutig aus: Ja, es sei auch für Laien relativ leicht, eine solche Explosion wie in Inzell herbeizuführen!

„Schon ein paar Fässer Benzin im Inneren des Hauses können eine unglaubliche Detonation auslösen. Die Druckwelle reißt die tragenden Wände ein und das Obergeschoss fällt in sich zusammen“, so der Experte zu rosenheim24.de. Nachdem der Druck auf die Außenwände geprallt ist, verliere er aber viel an Kraft - das würde erklären, warum die umliegenden Häuser in Breitmoos relativ glimpflich davongekommen sind und es Gott sei Dank keine weiteren Toten gab.

Dass das Gebäude anschließend zu brennen begann, hält Hoyer für ein Indiz, dass kein Sprengstoff, sondern Benzin oder ähnliches angezündet worden ist. „Bei Sprengstoff entstehen keine Flammen“, sagt Hoyer weiter. Dies deckt sich mit den Ermittlungsergebnissen der Polizei, die am Unglücksort chemische Substanzen sicherstellte. Diese ließen den Rückschluss zu, dass die Explosion von den Eheleuten M. gewollt herbeigeführt worden ist. 

Grundsätzlich gibt Hoyer, der 30 Jahre Erfahrung im Sprengwesen vorzuweisen hat, zu bedenken, dass man auf völlig legalem Wege eine solche „Bombe“ basteln könne. Mit Stoffen aus Baumärkten und Apotheken, sowie etwas Know-how oder einer Anleitung aus dem Internet sei es sogar „kinderleicht“. „Wenn jemand über Wochen hinweg in verschiedenen Läden kleinere Mengen an Chemikalien kauft, fragt da doch niemand nach.“

Hoyer: „Man kann sogar über Jahre hinweg am Neujahrsmorgen Schwarzpulver aus den herumliegenden Böllern sammeln und eines Tages damit ein Haus in die Luft sprengen.“

red-ro24/kum

Quelle: chiemgau24.de

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