In Inzell gibt es nicht nur Eisschnelllauf

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Fußballgolf ist alles andere als einfach: Einen Test wagte unsere Reporterin Veronika Mergenthal.

Inzell - Die vierte Europameisterschaft im Fußballgolf beginnt am heutigen Freitag in Inzell. Veronika Mergenthal hat die noch junge Sportart für uns getestet.

Mit einer "Scorecard" und einem Fußball ausgerüstet, geht es los. Mit meiner Freundin Anna teste ich den "Soccerpark Inzell".

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Auwei, gleich nach dem ersten Schuss rollt der Ball bei mir nach links den Berg hinab ins Aus. Und auf der zweiten Bahn bringt ihn Anna kaum mehr aus dem Graben heraus, der das Loch mit dem gelben Fähnchen wie ein Graben die Burg umschließt. Das abfallende Gelände und die vielen Hindernisse macht unsere Fußballgolf-Premiere zur echten Herausforderung.

Auf der aktuell größten deutschen Fußballgolfanlage neben dem Postferiendorf Inzell steht von heute, Freitag, 17., bis Sonntag, 19. August, die vierte Europameisterschaft dieser noch jungen Sportart auf dem Programm

Fußballgolf ist 2004 in Schweden entstanden. Mittlerweile gibt es in Skandinavien bereits um die 100 Anlagen. In Deutschland baute man die erste Anlage in Dirmstein (Rheinland-Pfalz). Der dortige "Soccerpark" gehört Alex Kober, dem bekanntesten Spieler bei der Inzeller EM. Kober war 2007 und 2011 Fußballgolf-Weltmeister, plante die meisten Anlagen in Europa und wird an diesem Wochenende seinen Titel als amtierender Europameister verteidigen. So ist klar, dass die meisten EM-Teilnehmer aus Deutschland und Skandinavien (Dänemark und Norwegen) kommen.

Auch im Chiemgau haben schon etliche Feuer gefangen: "Etwa 30 Leute aus der Region machen mit und trainieren seit ein paar Wochen regelmäßig", verrät Stephan Stiens, Besitzer der Inzeller Anlage. Betrieben wird sie von einem einheimischen Duo, Sabine Lang, die die Gastronomie führt, und Thomas Schwabl, der das Fußballgolf-Geschehen leitet.

Heute bei unserer Premiere ist Schwabl allerdings nicht da. Er muss für die EM mit ein paar Helfern einen Transportweg zum nächsten Bauernhof anlegen. Und so werden wir von Steffi Fischer vom Service-Team betreut. "Seit drei bis vier Wochen laufen die Vorbereitungen am Platz", verrät die Inzellerin. Unter anderem müssen die beiden Plätze, der von uns Neulingen bevorzugte "Funplatz" mit über 21.000 Quadratmetern und der sportlichere und anspruchsvollere, EM-taugliche "Premiumplatz" mit über 52.000 Quadratmetern gemäht werden. "Das muss alles tiptop sein."

"300 bis 400 Besucher pro Wettkampftag wären schön", sagt Fischer. Um diese Zahl zu erreichen, wird neben dem freien Eintritt ein gemütliches gemeinsames Essen für Zuschauer und Spieler mit bayerischen Spezialitäten und Gegrilltem auf der "Almhütte" ab 20 Uhr sowie Live-Musik ab 22 Uhr angeboten. Am heutigen Freitag spielen "The Pipes", morgen, Samstag, die einheimische Kultband "Kulturschock".

Auf viele anfeuernde Einheimische und Tagesgäste aus der Region freut sich bestimmt auch der aktuelle Inhaber des Bahnrekords am "Funplatz" mit nur 54 Punkten, Sebastian Schwabl, Sohn des Betreibers und auch aktiver Eishockeyspieler beim DEC Inzell. Den Bahnrekord am Premiumplatz hält Alex Kober mit 62 Punkten.

"Als prominenteste Gäste hatten wir bis dato Franz Beckenbauer und die erfolgreichste deutsche Eisschnellläuferin aller Zeiten, Gunda Niemann", erzählt Stiens. Er selber wird ebenfalls bei der EM "sein Bestes geben", obwohl, wie er bescheiden anmerkt, seine Fußballgolf-Karriere "nicht nenneswert" sei. Einzelne Teilnehmer kommen auch aus Serbien, Italien, Spanien, Luxemburg, Frankreich und Litauen.

Als wir nach dem Testen von fünf der 18 "Funplatz"-Bahnen mit jeder Menge Spaß und über 60 Punkten heimfahren, kommt uns Inzells Zweiter Bürgermeister Johann Egger entgegen. Auch er möchte mit seiner Frau den Samstag mit einer Runde Fußballgolf ausklingen lassen. Und dass er bei der EM zuschaut und die Profis kräftig anfeuert, versteht sich von selbst.

Veronika Mergenthal (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: chiemgau24.de

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