Energiekonzept für Traunstein vorgestellt

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Traunstein - Professor Markus Brautsch präsentierte jetzt die Ergebnisse seiner neunmonatigen Forschungen. Die Nahwärmeversorgung Brunnwiese wird als erstes Projekt umgesetzt.

Die Schlagworte Klimaschutz und Energiesparen sind in aller Munde. Doch welches Potenzial schlummert in dem Thema vor Ort in den Städten und Gemeinden? Dieser Frage ist das Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden nachgegangen und hat im Auftrag der Stadtwerke Traunstein ein umfassendes kommunales Energiekonzept für Traunstein erarbeitet. Professor Markus Brautsch präsentierte die Ergebnisse nun im Aufsichtsrat der Stadtwerke sowie im Traunsteiner Stadtrat. In gedruckter Form überreichte er die Studie an Oberbürgermeister Manfred Kösterke und Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Will. „Dank der guten Kooperation mit den Stadtwerken konnten wir konkrete Ansätze aufzeigen, wie in Zukunft eine effiziente Wärmeversorgung im Stadtgebiet Traunstein erreicht werden kann“, betonte Brautsch. Er freue sich, dass er und seine Mitarbeiter das Forschungsprojekt nach nur neun Monaten erfolgreich zum Abschluss bringen konnten. Mit dem Aufbau der Nahwärmerversorgung Brunnwiese werden die Stadtwerke eines der vorgeschlagenen Projekte sogar noch in diesem Jahr umsetzen.

Gefördert wurde die Studie vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit Mitteln aus dem Programm für rationellere Energiegewinnung und -verwendung. Grundlage für alle weiteren Schritte war zunächst eine umfassende Datenzusammenstellung, angefangen bei Fakten zum Stadtgebiet bis hin zum Verhalten der Traunsteiner Energieverbraucher. Die Verbrauchszahlen für die einzelnen Energieträger wurden mit Hilfe der Daten der Stadtwerke und der hiesigen Kaminkehrer akribisch ermittelt – und nicht etwa nur geschätzt. Laut der von den Experten der Hochschule errechneten Energie- und CO2-Bilanz ergibt sich im „Ist-Zustand“ für Traunstein eine Jahresemission von 64.300 Tonnen CO2 für den gesamten Wärmebedarf in der Stadt.

Im nächsten Schritt der Studie entwickelte das Institut auf Grundlage des vorliegenden Wärmebedarfs verschiedene Varianten zur Energieversorgung. Untersucht wurde der Einsatz eines Biomasseheizwerks, von Erdgaskesseln und eines zentralen Erdgas-Blockheizkraftwerks. „Neben den technischen Aspekten lag der Schwerpunkt der Untersuchungen auch im Bereich der Wirtschaftlichkeit und ökologischer Fragestellungen“, erläuterte Brautsch. Gerade im Hinblick auf die CO2-Emissionen könne man in Zukunft durch eine zentrale Wärmeversorgung deutliche Reduzierungen im Vergleich zum Ist-Zustand erreichen. Entscheidendes Kriterium zur Umsetzung der erarbeiteten Konzepte sei jedoch die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition für die Stadtwerke. „Hinter allem muss immer die Frage stehen, was die Wärme kostet.“ Wie der Professor weiter ausführte, wurde in der Modellberechnung ein Anschlussgrad von maximal 60 Prozent der Haushalte zu Grunde gelegt – 100 Prozent seien praktisch niemals erreichbar. Insgesamt liege mit dem Energiekonzept für Traunstein nun ein theoretischer und praktischer Handlungsleitfaden vor, um die Wärmeversorgung zu optimieren.

Pressemitteilung Niko Oberkandler

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Stadt Traunstein

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