Traunsteiner Ehrenamtkarte: Belohnung für Freiwillige

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Traunstein - Ehrenamtliche sorgen dafür, dass vieles in der Gesellschaft am laufen bleibt. Besonders engagierte Helfer sollen nun mit der Ehrenamtskarte "belohnt" werden.

Sie stehen meist nicht im Rampenlicht und sorgen doch dafür, dass viele wichtige Institutionen überhaupt bestehen können. Ehrenamtliche sind de facto Stützen der Gesellschaft und – so sieht es auch der Freistaat – sollten daher eine sichtbare Anerkennung für diesen unentgeltlichen Dienst bekommen: die Ehrenamtskarte, die einem vielerlei Vergünstigungen zusichert. Auch die SPD-Kreistagsfraktion begrüßte diese Neuerung, da sie das Ehrenamt gebührend aufwerte. Gleichzeitig müssen deren Vergabe mit viel Fingerspitzengefühl erfolgen und die dahinter steckende Förderung gleichmäßig bei den Aufwandsträgern verteilt werden.

Florian Seestaller, Ansprechpartner im Traunsteiner Landratsamt für Aspekte des Ehrenamtes im Landkreis, fasste in der öffentlichen Veranstaltung die Grundzüge des auch für den Landkreis angedachten neuen Ausweis zusammen. Wie viele der bisherigen Maßnahmen wie Ehrenamtsnachweis, Auszeichnungen und Versicherungsmodellen, wurde auch die Ehrenamtskarte aus der Idee geboren, die oft verborgene Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen, so Seestaller.

Nur fasste man den Gedanken nun weiter und wollte die Anerkennung auch monetär spürbar machen mit Vergünstigungen bei Staat, Privatwirtschaft und Kommunen (mit gegenseitiger Anerkennung auf der Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten). Voraussetzung, dass man solch eine Karte erhielte seien ein unentgeltliches Engagement von mindestens 5 Stunden die Woche (oder 250 Stunden im Jahr) über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren.

Nach drei Jahren müsste die Gültigkeit der Karte den Bedingungen erneut prüfend verlängert werden. Der Freistaat würde sich an den Karten mit einem einmaligen Zuschuss von 5.000 Euro sowie den Druckkosten beteiligen. Die Vergünstigen auf die Karte müssten jedoch Privatwirtschaft und Kommunen übernehmen. Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler sah darin klar eine Benachteiligung vieler Tourismuskommunen, die eben diese zu begünstigenden Attraktionen im breiteren Angebot hätten und damit stärker finanziell belastet würden.

Einer Flut von Anträgen sah sich Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler gegenüber mit der Problematik einer gerechten Verteilung (den Antrag könne jeder mit Unterstützung seines Vereins stellen). „Wo ist hier die Grenze zu ziehen?“, stellte auch Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner fest. So sehr sie die Karte befürwortete, so schwierig stellte sie sich eine gerechte Verteilung vor (wer schreibt schon seine geleisteten Stunden exakt nachweisbar auf). Auch Hans-Michael Weisky, der selber bei verschiedenen karitativen Institutionen engagiert ist, sieht den Einsatz der Karte problematisch. Steuerliche Vergünstigungen wären da wesentlich interessanter betonte er und Michael Mayer, zumal diese dann eine gerechtere Belastung des Staates darstellen würden. Hier werbe der Freistaat wieder mit einer allgemein anerkannten Idee auf Kosten der Kommune, ergänzte Kreisvorsitzender Dirk Reichenau.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser betonte, dass vor allem in Zeiten abnehmenden ehrenamtlicher Tätigkeit, Maßnahmen durchaus sinnvoll seien, die dieses Engagement fördern. Man dürfe jedoch diese Förderung nicht wieder den Kommunen aufbürden. Eine gerechte Verteilung der Last sei anzustreben.

sts

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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