"Dreiecksbeziehung" seit Jahren erfolgreich

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Mit der Unterzeichnung von Urkunden erneuerten die Partnerstädte Traunstein, Gap und Pinerolo ihre Freundschaft, die seit 35 bzw. 25 Jahren „amtlich“ ist. Die Unterzeichnung erfolgte (v.l.) durch den Bürgermeister von Pinerolo, Eugenio Buttiero, Oberbürgermeister Manfred Kösterke und den Präsidenten des Partnerschaftskomitees, Jean-Pierre Théron, aus Gap.

Traunstein - Mit einem Festakt im Rathaus haben Traunstein, Gap und Pinerolo am Samstag das Jubiläum ihrer „Dreiecksbeziehung“ gefeiert.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war am Samstag, 02. Oktober, die Unterzeichnung von Urkunden zur Erneuerung der Städtepartnerschaft, die seit 35 Jahren mit Gap in Frankreich und seit 25 Jahren mit Pinerolo in Italien besteht. „Viele Begegnungen haben im Laufe der Jahre und Jahrzehnte stattgefunden: Einmalige, mehrfache, außergewöhnliche, stille, laute, fröhliche, traurige, offizielle und inoffizielle Begegnungen – immer in dem Bestreben, den Gedanken der Städtepartnerschaft mit Inhalt zu füllen“, sagte Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke in seiner Ansprache. Für Gap unterzeichnete der Präsident des Partnerschaftskomitees, Jean-Pierre Théron, die Urkunde, für Pinerolo erfolgte die Unterzeichnung durch Bürgermeister Eugenio Buttiero.

„Heute feiern wir im Kreis von Freunden“, machte der Oberbürgermeister zur Begrüßung deutlich. Er freue sich, aus Gap und Pinerolo sowie aus den Partnerstädten Wesseling und Haywards Heath über einhundert Besucher begrüßen zu dürfen, die zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach Traunstein gereist sind. Die Glückwünsche aus Haywards Heath überbrachte Bürgermeister John Sabin, und für Wesseling gratulierte die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Geyr. Unter den Ehrengästen in der ersten Reihe hatte neben den Traunsteiner Alt-Oberbürgermeistern Rudolf Wamsler und Fritz Stahl auch Livio Trombotto Platz genommen, der als Bürgermeister von Pinerolo vor 25 Jahren die Städtepartnerschaft mit Traunstein begründet hatte. Zwischen Gap und Traunstein „funkte“ es schon vor 35 Jahren, wie Kösterke in seinem Rückblick sagte. „Die Funken sind aber nicht von heute auf morgen hin- und hergeflogen, sondern die Freundschaft zwischen unseren Städten hat sich erst langsam entwickelt.“

Ausführlich ging der Oberbürgermeister auf die Geschichte der Städtepartnerschaften ein. Im Jahr 1958 hatte die Studiendirektorin für Englisch und Französisch am Traunsteiner Annette-Kolb-Gymnasium, Elisabeth Kirsch, wegen eines Schüleraustausches Kontakt mit mehreren Städten in Frankreich aufgenommen. Nur aus Gap erhielt sie eine Antwort und 1959 konnte der erste Austausch stattfinden. In den nächsten Jahren weitete sich die Freundschaft auf die Lions-Clubs der beiden Städte aus. Als der Traunsteiner Lions-Club 1974 seinen Partnerclub in Gap besuchte, wurde er von einer offiziellen Delegation der Stadt begleitet. Die Begegnung zwischen dem damaligen Oberbürgermeister Wamsler und seinem Amtskollegen Bernard Givaudan war der Beginn einer herzlichen Freundschaft, die sich positiv auf die weiteren Beziehungen und auf die Entwicklung der Städtepartnerschaft auswirkte. Im Mai 1976 wurde in Traunstein eine „Französische Woche“ veranstaltet, zu der eine Abordnung aus Gap anreiste. Nach der Rückkehr fassten die Ratsmitglieder in Gap den Beschluss, Traunstein den Vorschlag einer Städtepartnerschaft zu unterbreiten. So kam es am 9. Oktober 1976 in Gap zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden.

Seit 1986 ein "Dreiecksverhältnis"

Um einen engeren Kontakt zwischen den Jugendlichen herzustellen, wurde im Jahr 1977 ein Sportlertreffen in Gap durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit kam es zum ersten Kontakt zwischen Sportlern, Funktionären und Stadtratsmitgliedern aus Traunstein und Pinerolo. Die Teilnehmer des Sportlertreffen kamen nämlich nicht nur aus Traunstein und Gap, sondern auch aus Pinerolo, das mit Gap schon seit 1963 über eine Städtepartnerschaft verbunden ist. Die Einbeziehung Traunsteins führte 1986 zu dem heutigen „Dreiecksverhältnis“ Gap, Pinerolo und Traunstein.

„Viele Bürger haben sich dafür eingesetzt, dass die Städtepartnerschaften gelebt werden und lebendig bleiben“, so Kösterke. Die Städtepartnerschaften würden dazu immer wieder Gelegenheiten bieten. Als Beispiele nannte Kösterke die Sportlertreffen, Messebesuche, Konzerte und Ausstellungen, der Schüleraustausch sowie die engen Verbindungen des Lions-Club, der Marinekameradschaft, der Motorradfahrer und vieler andere Vereine. Für die Zukunft wünschte sich Kösterke, die Beziehungen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. „An diesem Ziel müssen wir weiter arbeiten, damit wir in einem geeinten Europa der Regionen alle gut zusammen leben können, mit eigener Identität und doch in Vertrauen und Freundschaft mit den anderen.“

Eine ausgezeichnete Chance, um sich untereinander noch besser kennenzulernen, bot nach der Feierstunde im Rathaus ein Brauchtumsabend in der Franz-Eyrich-Halle mit Trachtlern, Goaßlschnalzern, Sängern und Musikanten. Sie brachten mit ihren Auftritten den Gästen aus den Partnerstädten das bayerische Brauchtum nahe, aber auch viele Traunsteiner kamen als Zuschauer zu der Veranstaltung. Den Anfang machte die Stadtmusik Traunstein unter Leitung von Augustin Spiel mit einem musikalischen Willkommensgruß, gefolgt von Auftritten der Kindergruppen und Schuhplatter des GTEV „D’Gmiadlichen“ Hochbergler. Auf dem Programm standen unter anderem auch eine lautstarke Einlage der Goaßlschnalzer des GTEV „Eschenwald“ Rettenbach, ein Sterntanz des GTEV Trauntal, ein gemeinsamer Volkstanz und eine Gesangseinlagen der Murr-Dirndln. Vom Brauchtum der Freunde aus Traunstein zeigten sich die Gäste sichtlich begeistert, was man an den vielen Beifallsbekundungen ablesen konnte. „Es ist wirklich toll, was wir an diesem Wochenende in Traunstein alles erleben durften“, waren sich die Gäste aus den vier Nationen einig.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser