Was entschieden wurde und wie es weitergeht 

Ortsumfahrung ja oder nein? Gemeinderat gibt eindeutiges Signal

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Chieming - Das Thema ist seit Jahren und Jahrzehnten umkämpft, jetzt gibt es ein klares Signal: Mit eindeutiger Mehrheit hat der Gemeinderat nun für den Bau der Ortsumfahrung gestimmt.

Der Gemeinderat hat am Dienstagabend Farbe bekannt: Die Chieminger Ortsumfahrung soll gebaut werden! Die Abstimmung fiel mit zwölf Pro- und fünf Gegenstimmen recht deutlich aus. Gegen den Bau der Umgehung sprachen sich Elisabeth Heimbucher, Sebastian Heller, Wolfgang Ludwig, Andrea Roll (allesamt Grüne) und Anton Maier von der Bürgerlich-Bäuerlichen Wählergruppe aus.

Nicht nur ein Ja oder Nein zur Ortsumfahrung stand auf der Tagesordnung, sondern auch die Entscheidung, welche Trassenführung gebaut werden soll. Hier sprach sich der Gemeinderat für die "Variante 2" aus: Südöstlich an Chieming vorbei, zwischen Pfaffing und Aufham hindurch und dann entlang des Feldweges hinüber zur Staatsstraße. Bei der Abzweigung Eglsee soll ein Kreisverkehr die Straßen verbinden. Die Trasse befindet sich bereits im Flächennutzungsplan, was ein Zeitvorteil bei der Umsetzung wäre.

Der Gemeinderat sprach sich für die Variante 2 aus: Ein Kreisverkehr soll die bestehende Staatsstraße mit der Umgehung verknüpfen. Im Januar wurden alle Varianten vorgestellt.

Aufs Straßenbauamt warten oder auf eigene Faust beginnen?

Die Präsentation des Planungsbüros zu den Varianten der Ortsumfahrung

Eine entscheidende Frage ist aber noch offen: Soll man in Chieming warten, bis das Staatliche Bauamt den Bau der Umfahrung anpackt oder will Chieming das Projekt auf eigene Faust starten? Die Ortsumfahrung Chieming hat beim Staatlichen Bauamt nicht höchste Priorität, der Bau könnte sich noch lange hinziehen. Doch ein Förderprogramm des Freistaats gibt den Kommunen die Möglichkeit, dringend benötigte Straßenbaumaßnahmen mit finanzieller Eigenbeteiligung selbst anzustoßen - die sogenannte Sonderbaulast.

"Diese Entscheidung steht noch aus, es werden nun erst Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt geführt. Entscheiden wir uns für die Sonderbaulast, muss der Gemeinderat dies aber nochmal extra beschließen", so Geschäftsleiter Ewald Mayer gegenüber chiemgau24.de. Außerdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass eventuell noch ein Bürgerbegehren oder ein Ratsbegehren initiiert wird - dann hätten die Bevölkerung das letzte Wort. 

Kosten liegen wohl bei knapp 14 Millionen Euro

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Die Gesamtkosten für die Variante 2 der Ortsumfahrung wurden vom Planungsbüro auf 13,9 Millionen Euro geschätzt. Knapp vier Minuten Zeitersparnis im Gegensatz zur Fahrt durch den Ort würde die Umgehung außerdem bringen. Die Planer und die Mehrheit des Gemeinderates stimmten für diese Trassenführung, weil sie hinsichtlich Lärm-, Tier- und Umweltschutz am besten abschneidet. Das Krebsbachtal zwischen Pfaffing und Aufham würde durch eine 118 Meter lange Brücke überwunden. 

Durch die hohe Verkehrsbelatung der Staatsstraße durch Chiemings Zentrum sind aktuell 200 Menschen von zu hohen Lärmwerten betroffen. Rechnet man künftig mit noch mehr Verkehr, würde auch die Zahl der Lärmgeplagten steigen. Bei einer Ortsumfahrung würden die Lärm-Grenzwerte für keinen Anwohner mehr überschritten, Schallschutzmaßnahmen wären nicht notwendig.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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