Triathlon "nicht lustig für Chieminger"

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Chieming - Sven Hindl hat jetzt das Projekt "Chiemsee Triathlon" vorgestellt. Doch für die direkten Anlieger könnte es am Wettkampftag zu einigen Komplikationen kommen. Der Grund:

Die Kamera fliegt über den stillen See, über die Böschungen ans Ufer. Hunderte stürmen dort ins Wasser - Motivationsmusik im Hintergrund. Es ist der Starnberger See, in den sich die Triathleten im Werbefilm stürzen. Aber am Chiemsee soll es ähnlich werden. Das ist zumindest der Plan von Sven Hindl, der am Mittwochabend in Chieming das Projekt "Chiemsee Triathlon" vorstellte.

Als Sportler aus der Region ihn angesprochen hatten, ob am Chiemsee so etwas möglich sei, habe er sich zunächst gewundert, dass es den "Chiemsee Triathlon" noch nicht gibt, so Hindl, vom Veranstalter Wechselszene am Mittwochabend in Chieming. Er habe sofort einen Versuch auf der anderen Seeseite gestartet, der aber an Genehmigungen scheiterte. Dann habe er den Chieminger Bürgermeister Benno Graf kennengelernt und daraufhin sei alles "ruckizucki" gegangen, so der Veranstalter.

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Etwa 35 Chieminger, meistens Vereinsmitglieder, waren zur Infoveranstaltung ins Haus des Gastes gekommen - zuvor hatten Graf und Hindl bereits mit den direkten Anliegern über das Großprojekt gesprochen. "Das wird nicht lustig für die Chieminger an dem Tag", so Graf gleich vorab. So müssten zum Beispiel zwei Staatsstraßen (2095 und 2096) für dreieinhalb Stunden komplett gesperrt werden. Aber, so Graf, die Veranstaltung würde ungleich mehr Werbung für den Ort bedeuten und soll deshalb jährlich stattfinden. Er wünsche sich eine Atmosphäre wie in Ruhpolding, dass die Chieminger hinter dem Projekt stünden, so Graf.

Ähnliches hat auch Hindl im Sinn, der dafür auch einen zeitlichen Zufall nutzen möchte: Das Finale der Fußball-Europameisterschaft fällt auf den Tag des Triathlons, den ersten Juli. Das Spiel möchte Hindl per "Public Viewing" zeigen und er hat weitere Ideen: Eine namhafte Band werde spielen - welche, könne er noch nicht verraten. "Local Heros", regionale Sportler, ohne Triathlon-Erfahrung, sollen teilnehmen. Es soll ein Duell zweier Topathleten geben und Preise für die Kombi-Teilnahme am Chieminger, Waginger und österreichischen Triathlons.

2000 Athleten erwartet Hindl bei Vollauslastung. Die sollen 20 Kilometer schwimmen, 80 Radfahren und 20 Laufen - auch die Staffel ist möglich. Wechselzone ist der Parkplatz am See, das Ziel ist bei der Mutter-Kind-Klinik, wo es eine Bühne geben wird, ein Festzelt, Kinderbetreuung und Massageangebote. Beim Unterwirt soll über drei Tage - also von Freitag bis Sonntag - ein Messegelände entstehen.

Die Radstrecke verläuft über Truchtlaching, Nußdorf, einen Teil Traunsteins, Erlstätt und einen Teil Grabenstätts. Für das Event, so der Veranstalter, brauche er noch zahlreiche Helfer, zum Beispiel als Streckenposten, für die Verpflegung oder die Kinderbetreuung. Er bat darum, dass sich Vereine und Einzelpersonen bei ihm melden, wenn sie helfen können oder eigene Ideen haben, wie sie das Event bereichern wollen (Sven Hindl, Mobil 0173/8299577).

Zu den Einsatz - und Mitarbeitsmöglichkeiten kamen dann auch die meisten Fragen. Hindl betonte, er sei für jeden Vorschlag offen. Ein Caterer aus Truchtlaching sei bereist gebucht, Zusatzangebote seien aber willkommen. Sie müssten allerdings abgesprochen werden, um Dopplungen und Platzmangel zu vermeiden. Auch der organisatorische Ablauf wurde hinterfragt. Zum Beispiel wie Besucher von außerhalb nach Chieming hineinkämen. Das sei bei Anfahrt mit dem Auto nur zu Fuß möglich, erklärte Hindl. Die Autos müssten auf aufgewiesenen Plätzen um Chieming herum geparkt werden. Er rechne mit insgesamt bis zu 6000 Leuten, denn allein die Athleten kämen meist mit Begleitung. Die Startgebühr betrage 110 bis 150 Euro.

Aus dem Video-Archiv

naw/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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