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Heiße Debatte um Ortsumfahrung: So sehen es unsere Leser

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Chieming - Fünf verschiedene Strecken für eine mögliche Ortsumfahrung wird die Gemeinde nun prüfen - beschlossen ist das umstrittene Projekt aber noch nicht: Eine heiße, aber konstruktive Debatte liefern sich auch unsere Leser.

Braucht Chieming eine Ortsumfahrung, würde ein Lkw-Durchfahrtsverbot alleine schon reichen oder ist die Situation weniger schlimm, als viele denken? Unter unserem Artikel auf chiemgau24.de und bei Facebook, dass die Gemeinde nun insgesamt fünf verschiedene Trassen für eine mögliche Umfahrung prüft, wurde eifrig diskutiert

Die fünf ausgearbeiteten Varianten.

Ein allgemeines Stimmungsbild ergibt bereits unsere Umfrage: 1243 Stimmen wurden abgegeben - die Mehrheit, nämlich gut 56 Prozent, spricht sich grundsätzlich für den Bau einer Umfahrung aus. Die Variante 1, die am nächsten am Ort vorbeiführt und direkt an den Laimgruber Kreisverkehr anschließt, ist bei unseren Lesern am beliebtesten, gefolgt von Variante 2, die im Gutachten am besten abschneidet. Fast 43 Prozent sind gegen eine Umgehung von Chieming.

Es entspann sich eine meist konstruktive Diskussion, wir fassen die zentralen Argumente unserer Leser zusammen.

Die Pro-Argumente unserer Leser

"Der Güterverkehr hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen und wird dies auch noch weiter tun - eine Besserung der Verkehrssituation ist also nicht in Sicht", schreibt Chieminger101. Die Hauptstraße sei ein Nadelöhr, das ohne Umgehung die Ortsmitte auf Jahrzehnte hinaus plagen würde: "Feinstaub, Abgase und Lärm sind und bleiben nicht gut für den Menschen."

Die Präsentation aus der Gemeinderatssitzung zum Download

Leserin Monika meint, auch mit Blick auf die anderen Orte am Chiemsee: "Nur donnernde Lkw den ganzen Sommer und kaum ein Moment Ruhe, wenn man in der schönen Eisdiele an der Ecke sitzt. Ich meine, Chieming hätte so viel mehr Potential. Macht was draus." Leser Huawabuawa meint dagegen polemisch: "Ich glaube, es geht hier manchen ganz radikal nur um den Eigenschutz ihrer Häuser, mit denen sie am oberen Ortsrand erst vor wenigen Jahren selbst die Landschaft zubetoniert haben."

"Schaden vom Bürger abzuwenden", dafür hätten die Chieminger ihren Gemeinderat gewählt, meint Leser "Lärm ohne Ende" - und jeder Chieminger oder Erholungssuchende seit zumindest teilweise von den Zuständen an der Hauptstraße betroffen: "Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten muss die Umfahrung lieber heute als morgen kommen- wer will sich da noch verweigern?"

Ein Beispiel, wie die vielbefahrene Hauptstraße an der Lebensqualität nagt, gibt Leserin Sabine Niederbuchner bei Facebook: "Wir fahren genau wegen der gefährlichen Lage nicht mit dem Fahrrad zum See, auch unsere Kinder dürfen das nicht. Ich möchte sie noch länger um mich haben. Wäre die Umgehung da und würde sie dann auch so genutzt werden wie gedacht, dann denk ich mal gibt es auch wieder mehr Einheimische die sich mit dem Fahrrad trauen."

Die Gegenargumente unserer Leser

Wie bei allen Straßenbauprojekten fordern auch hier manche Leser ein prinzipielles Umdenken: "Es kann nicht immer nur um Autos, Straßen und immer mehr Verkehr gehen. Es kann nicht angehen, dass wir unser schönes Chieming wieder um zig Hektar kleiner machen (zubetonieren)", so zum Beispiel Leser Gebhard.

Leser Rotsohler sieht dagegen schon ein späteres mögliches Problem: So wie Chieming jetzt unter der Grabenstätter Ortsumgehung leide, weil dadurch der Verkehr mehr geworden sei, wäre dann Sondermoning betroffen: "Baut Chieming jetzt eine Umfahrung, generiert das wieder eine erhöhte Belastung der Sondermoninger, die dann als nächstes nach einer Ortsumgehung schreien werden. Wo soll das aufhören?"

Schwierigkeiten, künftig neue Baugebiete um Chieming auszuweisen, sieht außerdem Gerhard Lechner - und spricht einen Punkt an, der von sehr vielen erwähnt wurde: "Die Chieminger kann man durch ein Lkw-Fahrverbot besser schützen." Ein Verbot für Schwerlaster hat der Gemeinderat erst im vorigen Jahr wieder gefordert, konnte sich gegen die übergeordneten Verkehrsbehörden aber nicht durchsetzen

Ein Problem für die heimische Wirtschaft erkennt Leser "Me": Man sollte nicht "jeglichen Verkehr aus dem Dorf zu verbannen versuchen", schließlich lebe der Ort auch vom Tourismus und den Chiemingern würde es wohl nicht gefallen, wenn die örtlichen Läden plötzlich "sehr viel weniger Zulauf" bekämen.

In gewissem Maße auf den Punkt - zumindest aus Nicht-Chieminger-Sicht - bringt es Leserin Sabrina Celoni bei Facebook: "Mir tut's selber leid, dass ich dort immer durch muss."

Wann der Chieminger Gemeinderat sich entscheidet, wie man weitergemacht werden soll, steht noch nicht fest. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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