"Gspenstermachen" begeistert Publikum

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Sind sie noch da, die umtriebigen Gespenster Vevi und Rosa ,oder war es nur ein Windhauch, der dem skurrilen Totengräber Schippe ins Gesicht bläst?

Chieming - Lustiger Schwank begeisterte Theaterbesucher in Chieming. Mit tosendem Applaus würdigte das Publikum die Theatergruppe Hart bei der Premiere von „Gspenstermacher.“

Schippe (Sigi Engl, mitte), der Totengräbererschrickt. Wer säuselt ihm da ins Ohr?

Die achtköpfige Darstellergruppe um Spielleiter Peter Volk zeigte großes schauspielerisches Können und unterhielt das Publikum in drei amüsanten Stunden mit einem ungewöhnlichen Stück, in dem die Eskapaden der Totengräber Schippe und Schaufe, die Rivalität zweier Frauen um einen begehrten Junggesellen, die amourösen Annäherungen eines jungen Paares und der Fluch einer Karten legenden Dorfverrückten die Lachmuskeln strapazieren und zu gespenstisch-listigen Verwicklungen führen.

Das Stück von Erfolgsautor Ralph Wallner spielt beim Moorwirt im Moortaler Moos, einer heruntergekommenen Spelunke, für deren perfekte Gestaltung die Bühnenbauer des Theatervereins vom Publikum mit einem Sonderapplaus belohnt wurden. Die zwei Totengräber Schippe (gespielt von Sigi Engl) und Schaufe (Hans Wagenhammer), die bisher ihr festes Gehalt bezogen haben, müssen sich künftig mit einer Pauschalentlohnung für jedes Begräbnis begnügen.

Mit dem zu erwartenden kargen Einkommen werden sie jedoch kaum auskommen. Die zwei sonderbaren, aber lustigen Totengräber, mit denen das ganze Dorf nichts zu tun haben will, kommen auf makabere Gedanken: „Nur mit einer Leich’ werd’ ma reich“, meint Schippe, der zwar nicht lesen und schreiben, dafür aber gut rechnen kann.

Um über die Runden zu kommen, müssten mindestens zwei Dorfbewohner pro Monat sterben. Als sie in der Wirtschaft der resoluten Moorwirtin Rosa (Irene Volk) eine Flasche mit Gift entdecken, kommen bei den „Graberern“ finstere Gedanken auf, wie das Einkommen gesteigert werden kann. Ein von der Dorfnarrischen Philomena (Elvira Parzinger) ausgesprochener Fluch ruft fidele Gespenster auf den Plan. Die wohlhabende Witwe Vevi Veichtl (Sieglinde Ott), die nach ihrem Trauerjahr wieder auf Männersuche ist, wirft ein Auge auf den Schuaster Jackl (Ludwig Baumgartner), ebenso wie die lebenslustige Rosa.

Jackl, der eingefleischte Junggeselle, will von einer Liebschaft weder mit der einen noch der anderen etwas wissen. Da taucht plötzlich die junge Lena (Theresa Volk) auf, die mit dem Treiben der Gespenster etwas zu tun haben könnte. Der fesche Knecht Leo (Markus Stöger) verliebt sich in Lena, noch bevor er erfährt, dass er Erbe des großen Veichtl-Hofes wird, was die Turbulenzen zusätzlich anheizt.

Hans Wagenhammer und Sigi Engl beeindrucken in ihren Rollen als Totengräber Schaufe und Schippe. Die skurrilen Figuren, der eine lispelnd, der andere eine perfekte Anlehnung an den bekannten Boandl-Kramer aus der Geschichte des Brandner Kaspar, belustigten das Publikum besonders. Die Rollen scheinen den beiden auf dem Leib geschrieben zu sein. Nicht minder bravourös die schauspielerische Leistung von Irene Volk und Sieglinde Ott, die als eifersüchtige und neidische Weibsbilder gnadenlos aufeinander losgehen, dann wieder solidarisch zusammenhalten und ihre Figuren mit viel Spielleidenschaft inszenieren. Die Lacher auf sich zieht auch Elvira Parzinger als schrullige “Dorfhexe“ Philomena, die um keine Spruchweisheit verlegen ist und die Figur der verrückten Kartenleserin authentisch darstellt. Sehr unterhaltsam auch die Auftritte von Markus Stöger und Theresa Volk, die als verliebtes Paar die herzigen Szenen ebenso wie einen heftigen Beziehungsstreit mit erfrischender Spielkunst umsetzen.

Die Leistung des bravourös aufspielenden Theaterensembles, die perfekte Kostümierung und das tolle Bühnenbild machen „Gspenstermacher“ zu einem rund herum vergnüglichen Theatervergnügen. Die Spielleitung liegt in Händen von Peter Volk. Maria Mayer und Irene Volk sorgen für passende Frisuren und Schminke. Als Souffleusen unterstützten Manuela Großauer und Magdalena Ober das Ensemble. Das Bühnenbild wurde von Franz Schroll, Sebastian Steinbacher, Christian Lackner und Sepp Löb gestaltet.

Pressemeldung Theater Hart

Quelle: chiemgau24.de

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