Positivbeispiel aus Chieming

Vorbildhafte Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende

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Diese Gemeinschaftsunterkunft wird von allen Verantwortlichen gelobt (v.l.): Chiemings Bürgermeister Benno Graf, Regierungsdirektor Ulrich Stemmler (Verantwortlicher der Regierung von Oberbayern für alle Gemeinschaftsunterkünfte), Ingrid Schäffler (Asyl- und Migrationsbeauftragte der Gemeinde), Claudia Steinmaßl (Unterkunftskoordinatorin der Regierung von Oberbayern), Sabine Röhr (Konrektorin der Grund- und Mittelschule Chieming), Abdelkader Bedj-Bedj (ehrenamtlicher Dolmetscher), Waltraud Huber (Asylsozialberatung der Diakonie), Alexander Fietz (Rektor der Grund- und Mittelschule Chieming), Verwaltungsleiter Sebastian Aschl sowie Hausmeister Robert Baumüller (beide Firma „European Homecare“).

Chieming - Immer wieder wird über problematische Einzelfälle bei Asyl-Unterkünften berichtet. Dass es auch viele Positivbeispiele gibt, zeigt etwa die Gemeinschaftsunterkunft in Chieming. Der Bürgermeister sagt heute: „Es ist ein Glück, dass die Unterkunft hier so gebaut wurde!“

Im Garten der Gemeinschaftsunterkunft in Chieming steht ein geschmückter Christbaum, lachende Kinder laufen mit ihren geschulterten Schulranzen über den Hof. „Manchmal kommen auch Nachbarskinder vorbei, um ihre Schulfreunde zu besuchen und gemeinsam auf unserem Spielplatz zu spielen“, berichtet Sebastian Aschl, der nicht nur Vermieter des Gebäudes ist, sondern auch Verwaltungsleiter der Firma „European Homecare GmbH“ (EHC), dem für diese Unterkunft beauftragten Dienstleister. Ende September 2016 kamen die ersten Bewohner an, mittlerweile leben mehr als 70 Menschen aus sieben Nationen in der Unterkunft am Chiemsee, darunter gut 50 Kinder. Jeder Familie steht im Haus eine eigene Wohneinheit zur Verfügung, die ihnen Privatsphäre verschafft. Die Fußbodenheizung ist nicht nur angenehm, sie spart auf lange Sicht auch Energie. Außerdem ist der große Gemeinschaftsraum im Keller mit Tafel sowie Schultischen ausgestattet und steht den Kindern für ihre Hausaufgaben zur Verfügung.

Mittlerweile keine Probleme mehr mit Anwohnern

Doch diese positive Stimmung war nicht immer selbstverständlich. Zu Beginn zeigte sich auch Widerstand in der Bevölkerung: Unbekannte sprühten Graffiti an die Wände der Unterkunft und zerkratzten Autos. Mittlerweile gibt es allerdings kaum noch Kritiker im Ort, denn die Asylsuchenden fallen nicht negativ auf, ganz im Gegenteil. Bürgermeister Benno Graf spricht von einem Vorzeigeprojekt, das dank der Hilfe Vieler funktioniert. In der Tat führt die intensive Zusammenarbeit von Unterkunftsverwaltung, Asylsozialberatung der Diakonie, Ehrenamtlichen, Gemeinde und Schule zur Integration, wo diese möglich ist: Die Asylsuchenden spielen im Sportverein, engagieren sich in der Kirche und packen beim Aufstellen eines Maibaums mit an; einige konnten auch eine Arbeitsstelle am Bauhof oder in der örtlichen Gastronomie annehmen.

Spielplatz mit Außenansicht der Unterkunft.

"Am Ende profitieren alle davon"

„Die Ehrenamtlichen werden häufig – und natürlich zu Recht – für ihren Einsatz in den Asylunterkünften gelobt, unser Dank muss aber auch den Hauptamtlichen gelten, also den Dienstleistern, den Beschäftigten der Asylsozialberatung sowie meinen Mitarbeitern, die für ganz Oberbayern arbeiten und teilweise weniger günstige Umstände bewältigen müssen als hier“, betont Regierungsdirektor Stemmler. Denn es ist insbesondere der engagierten Aufgabenerfüllung von Verwaltungsleitern, -mitarbeitern und Hausmeistern zu verdanken, wenn alltägliche Probleme – von der Beachtung der Hausordnung über den Brandschutz bis zur Mülltrennung – überschaubar bleiben. Ohne regelmäßige Kontrollen und klare Regeln geht es dabei nicht. Auf diese Weise werden aber auch gute Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche geschaffen, die hier beispielsweise Hausaufgabenhilfe leisten. Somit können am Ende alle profitieren: Die Aktiven, die gesamte Bürgerschaft und natürlich die Asylsuchenden selbst.

Klassenzimmer im Gemeinschaftsraum der Unterkunft.

Ergänzende Informationen zu Gemeinschaftsunterkünften:

Asylsuchende befinden sich grundsätzlich bis zu sechs Monate in der (Erst-) Aufnahmeeinrichtung. Die Anschluss-Unterbringung erfolgt zum Teil durch die Regierung von Oberbayern, nur diese heißen „Gemeinschaftsunterkünfte“ (GUs). Zum anderen Teil erfolgt die Anschluss-Unterbringung durch die Kreisverwaltungsbehörden (Landratsämter und kreisfreie Städte), deren Unterkünfte als „dezentral“ bezeichnet werden – dies hat also nichts mit Größe oder Lage zu tun. In Oberbayern gibt es 85 Gemeinschaftsunterkünfte mit mehr als 11.000 Plätzen, die praktisch voll ausgelastet sind (Stand Mitte Dezember 2017).

Ergänzende Informationen zum Verhältnis von Dienstleister und Behörde:

Die Regierung von Oberbayern betreibt Gemeinschaftsunterkünfte teilweise nicht mit eigenem Personal, sondern mithilfe von Dienstleistern. Ein solcher Dienstleister ist die Firma „European Homecare“ (EHC), die auch die Gemeinschaftsunterkunft in Chieming führt. Die Firma ist erfolgreich aus einem (rechtlich vorgeschriebenen) Ausschreibungsverfahren hervorgegangen. Die Dienstleister stehen mit ihren Verwaltungsleitern, -mitarbeitern und Hausmeistern unter der Aufsicht von Unterkunftskoordinatoren der Regierung von Oberbayern, die regelmäßig vor Ort sind.

Pressemitteilung Regierung von Oberbayern

Quelle: chiemgau24.de

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