Verkehrsverein Chieming hilft örtlichen Gastronomiebetrieben

Verkehrsverein Chieming stellt Gastronomen 10.000 Euro Gutschein aus

Chieming - Der Verkehrsverein Chieming hilft örtlichen Gastronomiebetrieben in der Corona-Krise mit 10.000 Euro.

DieCorona-Krise trifft das Gastronomie- und Hotelgewerbe besonders hart. Auch wenn die Biergärten seit gut zwei Wochen, die Restaurants seit gut einer Woche und Hotels und Pensionen seit letzten Samstag unter Einhaltung strenger Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen dürfen, steht vielen Wirten und Hoteliers das Wasser nach dem rund zweimonatigen „Lockdown“ finanziell bis zum Hals.


Für einige geht es in der nun angelaufenen Sommersaison, die normalerweise die größten Gewinne verspricht, ums nackte Überleben. In der Gemeinde Chieming ist das nicht anders und deswegen hat die Vorstandschaft des Verkehrsvereins Chieming beschlossen, den 17 örtlichen Gastronomiebetrieben, darunter drei Kioske, 10.000 Euro vereinseigene Rücklagen zur Verfügung zu stellen.

„Wir haben uns für den Kauf von 400 Gutscheinen zu je 25 Euro entschieden. Die Hälfe unserer Wirte hat das Geld schon und der Rest wird auch schnell ausgezahlt“, so 1. Vorsitzender Heinz Wallner am Dienstag im Chiemseer Wirtshaus im Beisein seiner Stellvertreterin Simone Mayer, Bürgermeister Stefan Reichelt, der gemeindlichen Tourismusbeauftragten Julia Siglreitmeier und den Geschäftsführern des Chiemseer Wirtshauses Alexander Wolff und Helmut Würtz.


Einen kleinen Teil der Gutscheine verteile man an die rund 80 Mitglieder des Verkehrsvereins und die anderen über 300 Gutscheine seien für die Gemeinde bestimmt, die viele Möglichkeiten habe, diese zu verteilen, so Wallner. Die Gastronomie sei „systemrelevant“, bräche sie weg, würden auch die Urlauber und Tagesausflügler ausbleiben, gab der Vorsitzende zu bedenken.

„Die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für unsere Gaststätten und den ganzen Tourismusbereich, aber auch für viele andere Unternehmen in unserer Gemeinde“, betonte Bürgermeister Reichelt. Als schnelle Soforthilfe habe man unlängst im Gemeinderat beschlossen, die Gewerbesteuern zu stunden und der örtlichen Gastro-Branche zugebilligt, die Ausschankflächen im Freien unbürokratisch auf dem kurzen Dienstweg über die Gemeindeverwaltung erweitern zu lassen, betonte der neue Rathauschef und lobte die Gutschein-Aktion des Verkehrsvereins. Nur gemeinsam könne man so eine Krise bewältigen.

„Es freut uns wahnsinnig, dass die Bürger in diesen schwierigen Zeiten hinter den örtlichen Wirten stehen und auch uns, obwohl wir noch nicht so lange hier sind, nicht vergessen“, so die Geschäftsführer des im Oktober neu eröffneten Chiemseer Wirtshauses (früherer Unterwirt) Alexander Wolff und Helmut Würtz.

Viele Gäste aus nah und fern hatten sie in den ersten Monaten begrüßen dürfen und auch tolle Veranstaltungen wie die drei sehr gut besuchten „Wirtshausgaudi“-Ausgaben im Saal hatten zum erfolgreichen Start beigetragen, doch dann kam „Corona“ und das nach den großen Investitionen fest eingeplante sehr gute Geschäftsjahr 2020 löste sich schnell in Luft auf.

„Wir haben zwar auch Corona-Soforthilfe vom Staat bekommen, doch die ist nur für betriebliche Zwecke zu verwenden“, betonen die Familienväter Wolff und Würtz, deren Einnahmen auch durch die Absage ihrer heurigen Großveranstaltungen PULS Open Air-Festival auf Schloss Kaltenberg (Landkreis Landsberg am Lech) und Brass Wiesn Festival in Eching bei München weggebrochen sind.

Zudem sind ihre beiden Traunsteiner Clubs „Kafka“ und „Underground“ seit Mitte März geschlossen. Jedes dritte oder vierte Wirtshaus könnte bald Geschichte sein, befürchtet Würtz. Besonders schwarz sieht er für die Clubs: „Ich denke, dass sogar Zweitdrittel von ihnen dauerhaft zusperren müssen“.

Was das Chiemseer Wirtshaus anbelange, versuche man, auch ohne Veranstaltungen, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, so Wolff und Würtz. Ein Glücksfall sei die Lage am Chiemsee, doch nun brauche man auch viele schöne Sommertage für den wichtigen Biergartenbetrieb. Im Restaurant seien nämlich durch die geltenden Abstandsregeln 50 bis 60 Sitzplätze weggefallen. Vom Staat wünschen sich Wolff und Würtz auch klarere Ansagen, um besser planen zu können.

Auch die anderen Chieminger Gastronomiebetriebe freuen sich riesig über die kleine Finanzspritze und von Seiten der Bürger gibt es bisher ebenfalls nur positive Reaktionen. „Wir hoffen, dass unsere Aktion für die hiesigen Wirte noch viele Nachahmer in der Region finden wird“, so Vereinsvorsitzender Heinz Wallner und dessen Stellvertreterin Simone Mayer.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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