Umgehungsstraße: Chieming drückt aufs Tempo

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Chiemings Bürgermeister Benno Graf stellte in Grabenstätt mögliche Trassenverläufe einer Ortsumfahrung Chieming vor.

Grabenstätt/Chieming - Bürgermeister Benno Graf will nun "richtig Gas geben", um die "Umgehung Chieming" möglichst schnell realisieren zu können. Und so sehen seine Pläne aus:

Der Chieminger Bürgermeister Benno Graf (UW Chieming) informierte am Donnerstag bei der Monatsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Grabenstätt im Gasthof "Chiemseebräu" die Bürger über den aktuellen Planungsstand zur angedachten "Chieminger Umgehungsstraße". Anschließend stand er den Besuchern auch noch bereitwillig für Fragen zur Verfügung.

Das Thema "Umgehung Chieming" ist auch für die in Erlstätt, Tettenmoos und Marwang lebenden Grabenstätter Bürger von großer Bedeutung, haben diese doch seit jeher die Befürchtung, dass die Nachbargemeinde Chieming die Ortsdurchfahrt – wie es von einigen ihrer Bürger auch immer wieder gefordert wurde – für den stetig zunehmenden Schwerlastverkehr sperren könnte und dieser dann zwangsläufig durch ihre Ortsteile rollen würde. Diese Sorgen seien aber absolut unbegründet, meinte Graf am Donnerstag, da man unter seiner Führung niemals nach dem "Sankt-Florians-Prinzip" verfahren werde. Vielmehr gelte es, bei solchen Vorhaben, "an einem Strang zu ziehen", so Graf.

Die beiden Varianten im Vergleich: In Rot eingezeichnet ist der neue Trassenverlauf von Unterhochstätt, östlich an Chieming vorbei und dann in Richtung Kreisverkehr Laimgrub. Bis zur schwarzen Linie gilt die gleiche Strecke auch für die zweite Variante. Danach zweigt diese dann ab (schwarze Linie), führt an Eglsee vorbei und trifft nördlich von Sondermoning auf die Staatsstraße. Hier klicken für eine Großansicht.

"Seit über 50 Jahren wird in Chieming von einer Umgehungsstraße geredet", erinnerte der Bürgermeister und betonte,dass das Thema vor allem in Wahlkampfzeiten immer wieder von verschiedenen Gruppierungen aus der Schublade geholt und instrumentalisiert worden sei. "Ihr habt es geschafft, ihr habt die Umgehung gekriegt", beglückwünschte Graf den anwesenden Grabenstätter Bürgermeister Georg Schützinger und dessen Gemeinderäte und stellte klar, dass es den Ort Grabenstätt ohne diese 2006 eröffnete Umgehungsstraße, aufgrund des stetig zunehmenden Schwerverkehrs, "zerreißen würde".

Bis es aber in Chieming soweit sein könnte, ist es noch ein weiter Weg: "Da wir uns mit dem Vorhaben 'Ortsumfahrung Chieming' nur in der 'ersten Dringlichkeitsstufe – Reserve' befinden, ist frühestens in den Jahren 2021 bis 2025 mit einer Realisierung zu rechnen", meinte Graf. Andere Baumaßnahmen hätten schlichtweg Vorrang.

Derzeit wird über zwei verschiedene Varianten diskutiert: Der eine Trassenverlauf führt dabei von Unterhochstätt (an der Gemeindegrenze Grabenstätt/Chieming) kommend, östlich an Chieming vorbei und dann in Richtung des Kreisverkehrs Laimgrub. Die zweite Variante, die 2002 bereits in den Flächennutzungsplan der Gemeinde aufgenommen wurde, führt am Chieminger Ortsteil Eglsee vorbei und trifft nördlich von Sondermoning wieder auf die Staatsstraße 2096.

Derzeit sei in Sachen "Trassenverlauf" aber noch alles offen, erklärte der Bürgermeister. Falls man die Chieminger Ortsumgehung in kommunaler Sonderbaulast vorantreibe, hätte die Gemeinde zwar die Federführung und mit der Planung könnte umgehend begonnen werden, andererseits müsste man einen finanziellen Eigenanteil aufbringen und die Planung vorfinanzieren, räumte Graf ein. Fördergelder würden erst fließen, wenn das Baurecht schon vollziehbar sei, eine verlorene Planung sei nicht förderfähig.

Probleme beim Trassenverlauf könnte es vor allem zwischen den Chieminger Ortsteilen Pfaffing und Aufham geben, wo die Umgehungsstraße bis auf 200 Meter an die Wohnsiedlung heranreichen und darüber hinaus auch "durch einen besonders sensiblen Bereich mit einem Quellschutzgebiet" führen würde, so der Rathauschef.

Demnächst werde die Gemeinde Gespräche mit dem Straßenbauamt und einem Ingenieurbüro führen. Zudem soll -unter Einbindung des Gemeinderats und externer Fachleute - ein umfassender Fragebogen erarbeitet werden, der dann im Rahmen einer öffentlichen Info-Veranstaltung verteilt wird. Falls man von der Bürgerschaft auf diesem Weg ein eindeutig positives Feedback erhalte, werde man im Gemeinderat "richtig Gas geben" in Sachen "Ortsumfahrung Chieming", versprach Graf.

Für Chieming würde eine Umgehungsstraße "gewaltige Chancen" mit sich bringen, weil man dann in der Ortsmitte bis zu 75 Prozent weniger Durchgangsverkehr hätte, beispielsweise eine Tempo-30-Zone einrichten und andere Umgestaltungen zur Aufwertung des Ortsbildes vornehmen könne, so das Gemeindeoberhaupt. Derzeit sei das alles nicht möglich, betonte Graf und verwies auf das immense Verkehrsaufkommen, dass sich in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt habe. Derzeit fahren täglich rund 10.000 Fahrzeuge auf der Staatstraße 2096 durch Chieming.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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