Chiemgau-Tourismus auf neuen Wegen

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Neue Pfade hatte der Chiemgau-Tourismus unter dem neuen Geschäftsführer Michael Lücke schon das vergangene Jahr beschritten - und auch heuer geht man neue Wege.

Traunstein - Neue Pfade hatte der Chiemgau-Tourismus unter dem neuen Geschäftsführer Michael Lücke schon das vergangene Jahr beschritten - und auch heuer geht man neue Wege.

Neue Pfade hatte der Chiemgau-Tourismus unter dem neuen Geschäftsführer Michael Lücke das vergangene Jahr mit Events wie „Almumtrieb“, Werbepartnerschaften in der heimischen Industrie sowie der neuen Marke „Chiemgau – Bayerns Lächeln“ beschritten und plant dies auch für dieses Jahr - etwa mit einem Almfestival (in Kooperation mit AMOK- Promotion), einem 260 Kilometer langen Salzalpensteig oder einem Chiemgau-Triathlon. Die SPD-Fraktion im Kreistag sieht diesen Strategiewandel grundsätzlich positiv, wenn gleich auch Defizite ausgemacht wurden: So sollte der Werbeschwerpunkt, um Gäste für die Region zu gewinnen, nach wie vor außerhalb der Region liegen.

Seit zwei Jahren ist Michael Lücke Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus e. V. und hat in dieser Zeit bereits eine Menge erreicht. Frei nach dem Prinzip „Feuerwehrschlauch statt Gieskanne“ wurden neue Schwerpunkte der Tourismus-Förderung gewählt. Ein Wir-Gefühl wurde geschaffen, verbunden mit einer neuen Marke „Der Chiemgau – Bayerns Lächeln“, das die beiden Welten der Region, die Seen und die Berge miteinander vereint.

Die Arbeit des Vereins wurde wurde dabei auf verschiedene Füße gestellt: die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Marketing-Beirat sowie die Geschäftsführung. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Marketing-Beirat. Bestehend aus Tourismus-Leistungsträgern der Region, ist er jedoch nur beratend tätig. Aus Sicht von Fridolfings Bürgermeister Hans Schild der richtige Ansatz. Zu groß ist seiner Meinung nach die Gefahr, dass eigene Interessen dem der Allgemeinheit übergeordnet werden, vor allem, wenn sich eine ungleiche Verteilung aus den Landkreisvertretungen („Seen kontra Berge“) ergeben sollte. Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler und Kreisrat Michael Mayer fürchteten durch die fehlende Entscheidungsfähigkeit des Gremiums eine gewisse „Entmündigung“, sitzen dort letztlich die eigentlichen „Macher“ der Tourismusbranche. Für Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke sollte die Entscheidung, was mit den Geldern des Landkreises gemacht wird, weiterhin in kommunaler Hand bleiben, zumal die Gemeinden sehr wohl die Richtung im Tourismus als neutraler Berater festlegen können.

Michael Lücke relativierte die beiden Sichtweisen: „Wir treffen im Verband immer gemeinsam eine Entscheidung, die letztlich auch auf den Empfehlungen des Marketing-Beirats beruht!“ Schließlich bewege der Chiemgau-Tourismus nicht wenig Geld: insgesamt 1,8 Millionen Euro stehen den Managern des regionalen Tourismus zur Verfügung (360.000 Euro aus EU-Fördertöpfen, 440.000 Euro von den Kommunen und eine Million vom Landkreis). Davon muss sowohl das Personal (sieben Vollzeitkräfte) als auch Marketing-Maßnahmen (eine Million Euro) finanziert werden.

Heraus kam letztes Jahr viel Neues: Die kleinen Vermieter wurden in Sachen Online-Marketing geschult, kostenfreie Seminarangebote aufgelegt und besondere Events lanciert, etwa der „Almumtrieb“, dessen Begriffsgebung Kreisvorsitzender Dirk Reichenau und auch Claus Pichler als weniger passend empfanden. Dieses Jahr soll es ein Almfestival in Kooperation mit der Konzertagentur AMOK geben, nächstes Jahr einen Chiemgau-Triathlon und mit dem Salzalpensteig soll ein 260 Kilometer langer Fernwanderweg geschaffen werden.

Parallel entwickelte man neben der Erkennungs-Marke Sponsoring- Partnerschaften mit lokalen Unternehmen und ging offensiv in die Öffentlichkeitsarbeit. In punkto Marketing wünschten sich vor allem die Ruhpoldinger SPD-Kreisräte eine stärkere Umorientierung: Weniger das regionale Publikum und mehr die weiter entfernt lebenden nächtigenden Gäste sollten beworben werden. Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl sprach zudem die Aspekte „Kultur und Stadt“ an, welche man ebenfalls nicht aus den Augen verlieren sollte. Die ökologische Ausrichtung im Tourismus legte Rudi Jantke dem 2 Tourismus-Geschäftsführer nahe. Insgesamt, so Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sei man auch in der SPD mit dem „neuen Wind“ zufrieden und habe das Potenzial erkannt, jedoch sollte das Fundament, die einstigen Wurzeln im Chiemgau-Tourismus nicht in Vergessenheit geraten.

sts (SPD-Kreistagsfraktion)

Quelle: chiemgau24.de

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