"Chiemgau-Impakt als erwiesen anzusehen"

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(Symbolbild)

Traunstein - Sepp Konhäuser führt weiter den Verein Chiemgau Impakt. Die Mitglieder haben den stellvertretenden Landrat in der Jahreshauptversammlung im "Sailer-Keller" in Traunstein erneut zum Vorsitzenden gewählt.

Auch die anderen Vorstandsmitglieder bleiben in ihren Ämtern.

Konhäuser erläuterte zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Michael Rappenglück die Aktivitäten und Ergebnisse der Impaktforschung im vergangenen Jahr. Der 53 Mitglieder starke Verein habe wieder wichtige Forschungsergebnisse erarbeitet, die die Existenz eines bemerkenswerten Impakts vor mindestens 2500 Jahren im Chiemgau untermauerten. So seien im Raum Kienberg "Donnerlöcher" und an einem Krater bei Emmerting wichtige Gesteinsproben analysiert worden. Konhäuser würdigte eine Spende von 2500 Euro für Datierungen von geologischen Schichten, die der Landkreis der Impaktforschung habe zukommen lassen.

Neben Geländebegehungen mit Fachwissenschaftlern haben Mitarbeiter des Chiemgau Impakt-Forscherteams und ihre europäische Kooperationspartner wissenschaftliche Beiträge verfasst sowie Fachvorträge im südostbayerischen Raum und auf internationalen Kongressen gehalten. Wie aus dem Kassenbericht von Alfred Dufter hervorging, konnte mit einem Großteil der Rücklagen und vor allem viel ehrenamtlichem Engagement eine "Impakt-Ausstellung" im rückwärtigen Gebäude des Rathauses in Grabenstätt anlässlich der 1050-Jahr-Feier des Chiemseeortes geschaffen werden. Dieses Jahr soll noch ein Rundweg mit Schautafeln rund um den Tüttensee entstehen, der Interessierten einen Einblick in die Forschungsergebnisse mit Ortsbezug erlaubt.

In jüngster Zeit seien, so Konhäuser, in der lokalen als auch überregionalen Presse Berichte von Dr. Robert Darga, dem Leiter des Mammutmuseums in Siegsdorf, sowie Dieter Heinlein, dem Koordinator des Europäischen Feuerkugelnetzes, erschienen, die die Existenz des Chiemgau-Impakts anzweifelten und Kritik an der Wissenschaftlichkeit der Arbeit des "Chiemgau Impact Research Team" (CIRT), des Impakt-Forschungsteams, übten.

Auf diese "konstruierte Kritik" ging Dr. Michael Rappenglück in seinem Fachvortrag "Streitfall Chiemgau-Impakt?" näher ein. Der promovierte Naturwissenschaftler erläuterte, dass das Impakt-Team wissenschaftlich arbeite. Zudem gehörten zum Forscherteam etwa 20 namhafte, international agierende Wissenschaftler.

Nicht nur Veröffentlichungen dieser und weiterer renommierter Forscher untermauerten laut dem Zweiten Vorsitzenden die fundierte Arbeit des CIRT. Auch die Aufnahme des in einer weltweit anerkannten Datenbank für Impakt-Ereignisse, in denen auch der Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries aufgeführt sei, zeuge von der internationalen Anerkennung des Ereignisses.

Für eine eindeutige und zwingende Begründung eines Impakts gibt es in der Wissenschaft laut Dr. Rappenglück drei anerkannte Kriterien: "Schockeffekte" im Gestein, Bruchstücke des außerirdischen Objekts und die direkte Beobachtung. Wenn nur ein Kriterium erfüllt sei, dann gelte ein Meteoriteneinschlag als erwiesen. Im Falle des Chiemgau-Impakts konnten anhand zahlreicher Funde laut dem Zweiten Vorsitzenden vor allem die "Schockmetamorphosen" - durch kurzzeitig extrem hohen Druck entstandene auffällige Veränderungen im Gestein - nachgewiesen werden. Typische "diaplektische Gläser" - durch sehr großen Schock verursachte optische Veränderung von Quarzen zu Glas, die eindeutig nicht industriellen Ursprungs sein können - und erwiesene "Planare Deformationsstrukturen" (PDFs) "zeugen klar von einem Impakt", so Dr. Rappenglück.

re/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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