Für Kleinbetriebe, gegen Bettenburgen

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(von rechts): Markus Ritter, Margarethe Stief, Jens Hornung, Michael Lücke

Landkreis - Der Tourismusverband Chiemgau will kleine Hotelbetriebe fit für die Zukunft machen. Er hat dafür eine neue Qualitätsoffensive gestartet:

Kleinbetriebe statt riesiger Bettenburgen: Zwei Drittel der Beherbergungsbetriebe im Chiemgau hat bis zu zehn Betten. Die Gäste schätzen die persönliche Betreuung bei den Privatvermietern. Trotzdem ist ihre Zahl seit Jahren rückläufig. Um dem entgegen zu wirken, hat der Tourismusverband Chiemgau eine Qualitätsoffensive gestartet.

Den Panoramahof Harmanschlag bei Tettenhausen hat Betriebsberater Markus Ritter schon geprüft. Nachdem Besitzerin Margarethe Stief einen Fragebogen mit Hintergrundinformationen ausgefüllt hatte, musste sie fiktive Buchungsanfragen auf Deutsch und Englisch beantworten, dann nahm Ritter die Homepage genau unter die Lupe und kam noch zu einem Ortstermin.

Ratschläge für Hotelbetreiber

Auf diese Weise hat der DTV-Prüfer schon hunderte Betriebe durchleuchtet. Zu welchem Ergebnis er kommt ist sehr unterschiedlich. Seine Empfehlungen reichen von baulichen Maßnahmen über Verbesserung des Zeitmanagements bis zu Änderungen am Internetauftritt. Margarethe Stief hat er Tipps für eine neue Homepage gegeben und ihr außerdem geraten die Preise anzuheben. Sonst hatte er an dem Vorzeigebetrieb nichts auszusetzen.

„Wegen Betrieben wie dem von Frau Stief kommen die Leute zu uns, weil der Gast sehr persönlich betreut wird“, so Chiemgau Tourismus e.V.-Geschäftsführer Michael Lücke. Wer als Tourist in den Chiemgau kommt „sucht bei uns oft die klassische Sommerfrische auf hohem Qualitätsniveau", so Lücke weiter, der die Kleinbetriebe auch als das touristische Herz des Chiemgaus bezeichnet.

Besonders viele Kleinbetriebe

In kaum einer anderen Region gibt es einen so hohen Anteil an Kleinbetrieben wie im Chiemgau. Von etwa 3000 Betrieben hat nur jeder Dritte mehr als zehn Betten. Eine Gastgeberbefragung des Chiemgau Tourismus e. V. hatte im letzten Jahr ergeben, dass jeder fünfte Kleinbetrieb mittelfristig seinen Fortbestand als „nicht gesichert“ einschätzt. Um hier den Betrieben zu helfen, hat der Tourismusverband ein Förderprogramm in Form individueller Betriebsberatung aufgesetzt. Zunächsthatte der Verband 50 Betrieben einen Zuschuss von 100 Euro auf die Gesamtkosten von 250 Euro zugesichert. Da dieses Kontingent bereits annähernd ausgeschöpft ist, wird auf Grund der großen Nachfrage nun aufgestockt und weitere 25 Betriebe können sich bezuschussen lassen.

Dem Chiemgau Tourismus e. V. sei es wichtig „hier ein Angebot zu schaffen, das sich jeder leisten kann“ so Michael Lücke, der davon überzeugt ist, dass sich die geringe Investition für die Betriebe schnell rentiert.

Sie habe durch die Beratung wieder mehr Schwung und neue Ideen bekommen, betonte Margarthe Stief, deren Familie in Harmanschlag bereits seit den 50er Jahren vermietet.

Pressemitteilung Chiemgau Tourismus e. V.

Quelle: chiemgau24.de

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