Brückenbau befindet sich im Zeitplan

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Von der zweiten Jahreshälfte an soll der Verkehr in Richtung München auf die neue Brücke (rechts) umgeleitet werden.

Bergen - Trotz der im Winter aufgetreten Terminrückstände liegen die Bauarbeiten an der Autobahntalbrücke bei Bergen im gewünschten Zeitplan. Das wurde nun bekannt.

Thomas Dannhorn vom Ingenieurbüro Haumann & Fuchs erklärte dies den Mitgliedern der Mittelstandsunion Traunstein.

In einer beeindruckenden Baustellenbegehung konnte sich die Mittelstandsunion Traunstein von dem imposanten Bauwerk überzeugen. Dannhorn erklärte das Taktschiebeverfahren, das für den Bau dieser Brücke ausgewählt wurde. Dabei wird die Brücke in Teilstücken erstellt und regelmäßig weiter geschoben: "Bei insgesamt 14 Taktschüben müssen am Ende zirka 14.000 Tonnen Brückenüberbau in ihre exakte Lage auf die Pfeiler manövriert werden." Walter Ponath, Vorsitzender der Vachendorfer CSU, ergänzte, die etwa 350 Meter lange Brücke werde insgesamt über 35 Millionen Euro kosten.

Eindrücke von den Bauarbeiten

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A8-Brücke: Letztes Teilstück eingepasst

Der erste Bauabschnitt in Fahrtrichtung München wird in Kürze fertig gestellt und die Anschwenkung der Fahrbahn ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. Der gesamte Verkehr auf der A 8 kann im Anschluss auf das neue Bauwerk umgeleitet werden. Weil nach Ponaths Worten die neue Brücke etwa vier Meter höher als das alte Bauwerk liegt, verringere sich der Spritverbrauch für Lkw und die anderen Fahrzeuge, zugleich gingen die Lärm- und Abgaswerte zurück.

Der Abbruch der alten Brücke aus den Jahren 1936/37 ist für Anfang 2012 vorgesehen. "Wir hoffen, die zweite Hälfte der neuen Talbrücke in Richtung Salzburg im gleichen Verfahren bis Ende 2014 fertig stellen zu können", sagte Dannhorn.

Ludwig Haumann, Vorstandsvorsitzender des Ingenieurbüros Haumann & Fuchs AG, ergänzte, dass der Zeitplan zwar sehr ehrgeizig sei, aber die Zusammenarbeit mit den Firmen Max Bögl aus der Oberpfalz und Max Aicher aus Freilassing sehr gut funktioniere und der Baurückstand wegen des langen und schneereichen Winters durch viele Wochenend- und Nachtschichten wieder aufgeholt werden konnte.

Der Kreisvorsitzende der Mittelstandsunion Traunstein, Heinz Wallner, zeigte sich erfreut darüber, dass zwei bayerische Traditionskonzerne den Brückenneubau durchführen. "In Deutschland gibt es fast keine Baufirmen mehr, die solche Projekte umsetzen können", meinte Wallner.

Die gesamte Brücke wird 36 Meter breit, sagte Dannhorn weiter. Dies entspreche der Breite für den Vollausbau der A 8 mit drei Fahrspuren und einer Standspur je Fahrtrichtung.

MdL Klaus Steiner, auch Mitglied der Mittelstandsunion, nannte dies "richtig und zeitgemäß, damit sich die Brücke bei dem vorgesehenen Vollausbau der A 8 nahtlos einfügt und kein Nadelöhr geschaffen wird". Beim Ausbau der A 8 handele es sich nicht um ein Prestige-Objekt einiger Politiker: "Vielmehr geht es darum, eine zentrale Forderung der heimischen Wirtschaft und der Mittelstandsbetriebe umzusetzen."

Haumann erklärte, beim Vollausbau der A8 seien etwa 150 Ingenieure rund zehn Jahre mit der Planung befasst, da im Zuge des Ausbaus etwa 90 Brückenbauwerke erneuert werden müssten - "für die einheimischen Ingenieurbüros ein enormer Wachstumsschub".

Robert Aigner, stellvertretender Kreisvorsitzender der Mittelstandsunion sagte, dass der A-8-Ausbau "sechs plus zwei" auch im Hinblick auf den Tourismus in der Region unbedingt erforderlich sei. Die Verweildauer der Touristen werde immer kürzer, aus dem Grund sei die An- und Abreise mit dem Auto ein wesentlicher Teil des Urlaubs. Er prophezeite: "Wir werden immer weniger Urlauber haben, wenn die Gäste auf dem letzten Stück der Anreisestrecke permanent im Stau stehen." Und: "Die Urlauber wollen stressfrei am Urlaubsort ankommen und wir haben auch eine Verantwortung gegenüber anderen europäischen Ländern, von denen wir auch erwarten, dass sie uns eine zeitgemäße Infrastruktur bereitstellen."

re/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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