Breitbandausbau besiegelt

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Besiegeln mit ihren Unterschriften den Breitbandausbau in Erlstätt und Winkl: (von links) Norbert Kreier, Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH, und Grabenstätts Erster Bürgermeister, Georg Schützinger.

Grabenstätt - Eine beschlossene Sache ist der Breitbandausbau in den Ortsteilen Erlstätt und Winkl. Besiegelt wurde er mit einem Kooperationsvertrag.

Bürgermeister Georg Schützinger und Norbert Kreier von der Deutschen Telekom unterschrieben jetzt einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Der Spatenstich ist für 2012 vorgesehen und "im Frühjahr 2013 können wir mit der Fertigstellung rechnen", freute sich Schützinger. Insgesamt stehen Investitionskosten von 233.000 Euro für den Breitbandausbau an.

Das Investitionsvolumen der Gemeinde beträgt laut Bürgermeister Schützinger 171.000 Euro, abzüglich der nun zugesagten Förderung der Regierung von Oberbayern in Höhe von 100.000 Euro. Die restlichen 62.000 Euro werden von der Deutschen Telekom beigesteuert, betonte Kreier. Dieser bezeichnete die angebotene Glasfasertechnologie als zukunftsträchtigste Lösung, deren Tragweite vielen Bürgern erst in zehn bis 15 Jahren bewusst werden könnte, "wenn nämlich die Glasfaser-Leitungen in die Häuser kommen".

Die Bedeutung des Breitbandausbaus erläuterte Kreier an folgendem Beispiel: "Wenn heute ein junger Mensch den Wohnort wechselt, ist die erste Frage meist nach der Bandbreite für den Internetanschluss." Fehle die Breitband-Technik, könnten junge Generationen abwandern, da beispielsweise die Internet-Arbeit am Computer von zu Hause aus nur eingeschränkt möglich sei, so Kreier. Auch Firmen müssten sich womöglich andere Standorte suchen.

Damit sich die gemeindlichen Strukturen nicht verschlechtern, sei die "Strukturmaßnahme Breitbandausbau" unabdingbar, betonte Schützinger und freute sich darüber, "einen hervorragenden regionalen Kooperations- und Ansprechpartner gefunden zu haben". Die jetzige Unterzeichnung des Kooperationsvertrages "ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil die Breitbandförderung des Freistaats am 31. Dezember ausläuft".

Glasfasernetze machen es möglich, als Lichtwellenleiter Daten zu transportieren, so der Breitbandpate der Gemeinde und Rathaus-Mitarbeiter, Peter Lex. Im Vergleich zur Übertragung über Kupferadern könnten dank der größeren Frequenz-Bandbreite bei Glasfaserkabeln deutlich mehr Informationen in kürzerer Zeit übertragen werden und das Ganze sei zudem unempfindlicher gegenüber Störungen.

Die Vorgeschichte des nun besiegelten Breitbandausbaus hatte Schützinger bereits Mitte November im Rahmen der Bürgerversammlungen erläutert. "Entsprechend der Förderrichtlinien zum Breitbandausbau ist nach einer Machbarkeitsstudie durch den Landkreis im Frühjahr 2009 eine Ist-/Bedarfsanalyse (Haushaltsbefragung) erhoben worden", so Schützinger.

Im Zuge eines förmlichen Markterkundungs- und Auswahlverfahrens seien aber keine verwertbaren Angebote eingegangen, hieß es im Jahresbericht. Vielmehr sei damals festgelegt worden, dass "ein von Privathaushalten begründeter Bedarf nicht förderfähig sei, da alle Grabenstätter Ortsteile beziehungsweise Außenbereiche trotz teilweise geringer Bandbreiten laut Richtlinie als versorgt gelten". Weiter hieß es, dass eine Förderfähigkeit nur noch über den erhöhten Bedarf für Gewerbetreibende gegeben sei. Dass im betreffenden Ausbaubereich auch private Haushalte Nutznießer sein könnten, sei damals als angenehmer Nebeneffekt erkannt worden.

Auf Grundlage dessen ist Schützinger zufolge "im Sommer 2011 eine erneute Ist-/Bedarfsanalyse erhoben worden. Diesmal fand allerdings keine Haushaltsbefragung statt, sondern es wurden alle Gewerbetreibenden, Freiberufler und landwirtschaftliche Unternehmen angeschrieben." Es folgte ein erneutes Markterkundungs- und Auswahlverfahren und aufgrund wirtschaftlicher Gesichtspunkte der Breitbandanbieter "ist überwiegend nur für den Ortsteil Erlstätt und Winkl eine Lösung angeboten worden", so Schützinger weiter. Nach einer entsprechenden Angebotsauswertung und Beschlussfasssung im Gemeinderat sei dann ein Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht worden. Ein entsprechender Förderungsbescheid in Höhe von 100.000 Euro sei dann am 29. November eingegangen.

mmü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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