Bodensanierung im Industriegebiet

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Traunreut - Derzeit wird eine weitere Etappe der Bodensanierung im Industriegelände vorbereitet. Damit verbunden sind die Errichtung einer Halle und umfangreicher Nebenanlagen.

Gegenstand der jetzigen Sanierung sind die Verbrennungsgräben, in denen im Zeitraum von 1946 bis 1947 ca. 3.000 Tonnen Lostkampfstoffe verbrannt worden sind. Es werden insgesamt zwei Verbrennungsgräben saniert. Die Sanierung des ersten Verbrennungsgrabens beginnt ab Mitte März und wird zwei Monate dauern. Der zweite Verbrennungsgraben wird im Juli 2011 saniert.

Umfangreiche technische Einrichtungen und organisatorische Vorkehrungen verhindern, dass die Beschäftigten der im Umfeld befindlichen Firmen sowie die auf der Sanierungsbaustelle beschäftigten Mitarbeiter gefährdet werden. Die Sanierungsarbeiten werden durch Spezialfirmen durchgeführt. Die Arbeiten werden permanent mit Messgeräten in Vorortlabors überwacht. Am 10. März werden verschiedene Sicherheitsmaßnahmen geprobt. Nach Abschluss des Bodenaushubes werden die Aushubgruben verfüllt und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.

Die Bodensanierung im Stadtgebiet wurde am 7. Januar 2009 begonnen und im August/September 2010 mit Übergabe der wiederhergestellten Grundstücke an die Eigentümer abgeschlossen. Eine erste Etappe der Bodensanierung im Industriegelände wurde von November 2009 bis April 2010 ausgeführt. Von 2004 bis 2007 war unter der Verantwortung des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein eine „orientierende Untersuchung der verdächtigen Flächen durchgeführt worden. Das Landratsamt Traunstein hatte diese Untersuchungen im Zeitraum von 2007 bis 2008 als Detailuntersuchung weitergeführt. Für Teilflächen, auf denen ein Sanierungsbedarf abgeleitet worden war, wurde 2008 und 2009 die Bodensanierung vorbereitet.

Zur Vorgeschichte: Auf dem heutigen Stadtgebiet von Traunreut wurde im Zeitraum von 1936 bis 1945 die Heeresmunitionsanstalt St. Georgen betrieben. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde sie bis 1951 zur Entgiftung und Vernichtung von Kampfstoffen aus der amerikanischen Besatzungszone genutzt. Befüllte Munition wurde teilweise in amerikanische Bestände überführt oder zur Versenkung in Ost- und Nordsee abtransportiert. Ein großer Teil der Kampfstoffe wurde aber auch vor Ort in Verbrennungsgruben vernichtet. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Gelände entgiftet. Auf dem Gelände der Heeresmunitionsanstalt hat sich die Stadt Traunreut entwickelt, wobei der ehemals „chemische Teil“ heute als Industrie- und Gewerbegebiet genutzt wird. Auf dem „konventionellen Teil“, der auch zur Lagerung von Kampfstoffmunition genutzt worden ist, befindet sich das Stadtgebiet Traunreut mit Wohn- und Gewerbeflächen. Aufgrund von Trinkwasserbelastungen durch Kampfstoffe in Hessen veranlasste der Freistaat Bayern Ende der 90er Jahre, an ehemaligen Rüstungsstandorten bayernweit Verdachtsflächen zu ermitteln.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser